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Entgelterhöhungen gibt das Budget eines Unternehmens nicht immer her – zudem bleibt den Beschäftigten nach Abzug von Lohnsteuer und...

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Wichtige Extras, die durch Lohnsteuerpauschalierung sozialversicherungsfrei sind

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Lohnsteuerpauschalierung Lohnsteuer

Von Günter Stein,

Angenommen, Sie bezahlen allen Ihren Mitarbeitern Essenzuschüsse. Für Ihre Mini-Jobber könnte das zum Problem werden: Essenzuschüsse sind grundsätzlich Arbeitsentgelt und können, selbst wenn es sich nur um wenige Euro monatlich handelt, zur vollständigen Sozialversicherungspflicht des Beschäftigungsverhältnisses führen.

Dieses Problem können Sie aber ganz einfach umgehen, ohne dass Sie die Essenzuschüsse für die gesamte Belegschaft streichen müssen. Für bestimmte Arbeitsentgeltbestandteile sieht das Einkommensteuergesetz nämlich ein alternatives Besteuerungsverfahren vor – die Lohnsteuerpauschalierung.

Nutzen Sie diese Möglichkeit, führt das in vielen Fällen dazu, dass bestimmte Entgeltbestandteile, die eigentlich sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt sind, sozialversicherungsfrei bleiben und nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt zählen.

Die wichtigsten Entgeltbestandteile, für die die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung

besteht, sind folgende:

Lohnsteuerpauschalierung: 1) Zahlung von Essenzuschüssen

Erhalten Mitarbeiter von Ihnen kostenlose oder verbilligte Mahlzeiten oder Essenzuschüsse, entsteht dadurch dann ein geldwerter Vorteil, also steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt, wenn Sie für die Mahlzeit einen Betrag zahlen, der unter dem amtlichen Sachbezugswert liegt. Für diesen geldwerten Vorteil dürfen Sie die Lohnsteuer pauschal mit 25 % erheben.

Nach § 40 Abs. 2 Einkommensteuergesetz (EStG) in Verbindung mit § 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) sind die pauschalbesteuerten Essenzuschüsse oder die pauschalbesteuerten Sachbezugswerte (Mahlzeiten) dann kein Arbeitsentgelt und damit auch nicht beitragspflichtig.

Voraussetzungen:

  • Sie haben die Mahlzeiten/Zuschüsse nicht als Entgeltbestandteile vereinbart, sondern leisten diese zusätzlich zum Entgelt.
  • Die Ausgabe der Mahlzeiten findet im Betrieb und nicht während Auswärtstätigkeiten statt.

Die so genannten Sachbezüge bestehen dann aus Zuschüssen zu einzelnen Mahlzeiten oder aus einem Gesamtbetrag für Vollverpflegung. Für das Jahr 2010 gelten folgende Monatsbeträge:

  • Frühstück: 47 Euro
  • Mittagessen: 84 Euro
  • Abendessen: 84 Euro
  • Vollverpflegung: 215 Euro

Werden unentgeltliche oder verbilligte Mahlzeiten (Mittag- oder Abendessen) in der Betriebskantine oder in Vertragsgaststätten an Angestellte abgegeben, so sind einheitlich pro Mahlzeit 2,80 Euro steuertechnisch anzusetzen. Ohne Eigenbeteiligung des Arbeitnehmers fallen darauf 25 Prozent Pauschalsteuer an. Für Betriebe ohne eigene Kantine ergibt sich im Zusammenhang mit dem gleichbleibenden steuerfreien Betrag in Höhe von 3,10 Euro ein neuer, staatlich geförderter Tagessatz für die Mitarbeiterverpflegung von insgesamt 5,90 pro Mahlzeit.

Lohnsteuerpauschalierung: 2) Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen

Ihre Zuwendungen aus Anlass von Betriebsveranstaltungen sind steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Wert der gesamten Zuwendung (Essen, Fahrten etc.) pro Mitarbeiter 110 € nicht übersteigt und Sie maximal 2 Betriebsfeiern pro Jahr veranstalten.

Übersteigt der Wert der Mitarbeiterzuwendung 110 €, ist die gesamte Leistung steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt. Das gilt auch für die Leistungen auf einer 3., 4., 5. etc. Betriebsfeier in Ihrem Unternehmen. Sie haben aber die Möglichkeit, diese steuerpflichtigen Leistungen mit einer Pauschale von 25 % zu versteuern. Die Folge:

Auch diese Leistungen sind kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt nach § 40 Abs. 2 EStG, § 1 SvEV.

Lohnsteuerpauschalierung: 3) Zahlung von Erholungsbeihilfen

Pauschal mit 25 % besteuern dürfen Sie auch Erholungsbeihilfen, wenn diese pro Kalenderjahr

  • für den Arbeitnehmer in Höhe von maximal 156 €,
  • für seinen Ehegatten in Höhe von maximal 104 €,
  • für jedes Kind in Höhe von maximal 52 €

gezahlt werden. Folge ist wiederum nach § 40 Abs. 2 EStG, § 1 SvEV: Die Erholungsbeihilfen sind kein Arbeitsentgelt und nicht sozialversicherungspflichtig.

Wichtig: Sie müssen die Beihilfen zeitnah zum Urlaub des Mitarbeiters zahlen. Überschreiten Sie die festgelegten Höchstgrenzen, ist die Pauschalierung insgesamt unzulässig.

Lohnsteuerpauschalierung: 4) Erstattung von Verpflegungskosten aus Anlass von Dienstreisen, Einsatzwechseltätigkeiten oder Fahrtätigkeiten

Erstatten Sie Mitarbeitern im Außendienst Verpflegungskosten, die die festgelegten Verpflegungspauschbeträge übersteigen, ist das steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt.

Allerdings dürfen Sie dieses wiederum mit einem Satz von 25 % besteuern, wenn es die folgenden Verpflegungspauschbeträge nicht mehr als um 100% übersteigt:

  • bei einer Abwesenheit von 24 Stunden, ein Pauschbetrag von 24 €
  • bei einer Abwesenheit von weniger als 24 Stunden, aber mindestens 14 Stunden, ein Pauschbetrag von 12 €
  • bei einer Abwesenheit von weniger als 14 Stunden, aber mindestens 8 Stunden ein Pauschbetrag von 6 €

Auch hier ist die pauschal besteuerte Zuwendung nach § 40 Abs. 2 EStG, § 1 SvEV kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt.

Lohnsteuerpauschalierung: 5) Als Schenkung oder verbilligt überlassene PCs, Internetnutzung

Übereignen Sie einem Mitarbeiter einen PC kostenlos oder verbilligt oder bezahlen Sie ihm die Gebühren für seine Internetnutzung, können Sie diese Zuwendung ebenfalls mit 25 % pauschal versteuern. Diese Leistung ist dann ebenfalls nach § 40 Abs. 2 EStG, § 1 SvEV kein sozialversicherungspflichtiges Entgelt.

Voraussetzung für die Pauschalversteuerung: Sie müssen dem Mitarbeiter die Leistung zusätzlich zu seinem Entgelt zukommen lassen.

Lohnsteuerpauschalierung: 6) Fahrtkostenzuschüsse für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Mit 15 % können Sie nach § 40 Abs. 2 EStG außerdem Zuschüsse für den Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder die verbilligte bzw. unentgeltliche Beförderung des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte versteuern, sofern Sie diese Zuwendungen

  • zusätzlich zum Arbeitslohn zahlen und
  • sie den Betrag nicht übersteigen, den der Arbeitnehmer als Werbungskosten abziehen darf.

 

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