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Geringfügige Beschäftigungen: Das müssen Sie bei der Haushaltsbeschäftigung beachten

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Von Günter Stein,

Die Regelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gelten auch für im Privathaushalt beschäftigte Mitarbeiter. Eine solche Beschäftigung liegt vor, wenn sie...

Die Regelungen für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse gelten auch für im Privathaushalt beschäftigte Mitarbeiter. Eine solche Beschäftigung liegt vor, wenn sie durch einen privaten Haushalt begründet ist und ansonsten die Mitglieder des privaten Haushalts diese Arbeiten erledigen würden.

Wenn Sie also jemanden in Ihrem Privathaushalt beschäftigen, werden Sie für diese Personen zum Arbeitgeber. Je nach dem, ob es sich um eine geringfügige Beschäftigung bis zu 400 € im Monat oder einen darüber liegenden Arbeitslohn handelt, gelten für Sie und den Mitarbeiter entweder die Regelungen über die Abrechnung von geringfügig beschäftigten Mitarbeitern oder die allgemeinen Regeln des Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrechts.

Nach § 35a Absatz 1 EStG erhalten Sie als Arbeitgeber für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe auf Antrag eine Ermäßigung der tariflichen Einkommensteuer

  • von 10 % der Aufwendungen für die Haushaltshilfe, maximal 510 €, wenn es sich um eine geringfügige Beschäftigung im Sinn des § 8a IV SGB handelt (Mini-Jobs, 400-€-Jobs),
  • von 12 % der Aufwendungen für die Haushaltshilfe, maximal 2.400 €, wenn es sich um einen Beschäftigungsverhältnis handelt, dass es in vollem Umfange lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig ist.
    Die Steuerermäßigung können Sie nur beanspruchen, wenn es sich bei dem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis um eine geringfügige Beschäftigung im Sinn des § 8a SGB IV handelt. Das ist der Fall, wenn Sie am Haushaltsscheckverfahren teilnehmen und die Tätigkeit in einem inländischen Haushalt stattfindet. Einzelheiten dazu finden Sie in Kapitel 5 im 1. Band. Dieses Verfahren ist für Sie als Arbeitgeber eines im Privathaushalt beschäftigten Mitarbeiters zwingend, wenn das Arbeitsentgelt monatlich 400 € nicht übersteigt. Für geringfügig beschäftigte Mitarbeiter in Privathaushalten gelten abweichende Pauschalbeitragssätze in der Krankenversicherung (5 %) und in der Rentenversicherung (5 %). Zusammen mit der pauschalen Lohnsteuer von 2 % ergibt sich also für geringfügige Beschäftigungen im Privathaushalt ein pauschaler Abgabensatz von 12 %.

    Wie bei den geringfügig beschäftigten Mitarbeitern in der gewerblichen Wirtschaft gilt auch für die Beschäftigten im Privathaushalt, dass der Pauschalbeitrag von 5 % zur Krankenversicherung nur zu entrichten ist, wenn der Mitarbeiter im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist. Ist der Mitarbeiter privat oder nicht krankenversichert, fällt auch kein Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung an.

    Wichtiger Hinweis!
    Eine geringfügige Beschäftigung wird nur dann ausschließlich im Privathaushalt ausgeübt und kann nur dann über das Haushaltsscheckverfahren abgerechnet werden, wenn der Mitarbeiter für Sie als denselben Arbeitgeber keine weiteren Dienstleistungen (etwa in den im Privathaushalt angeschlossen Geschäftsräumen) erbringt. Sie dürfen also geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nicht vermischen. Das heißt, der Mitarbeiter sollte neben der Tätigkeit in Ihrem Betrieb keinen Mini-Job in Ihrem Privathaushalt ausüben und umgekehrt. Verstoßen Sie dagegen, weil der Mitarbeiter etwa auch in Ihren Geschäftsräumen tätig wird, ist sozialversicherungsrechtlich von einem so genannten einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen, auf welches das Haushaltsscheckverfahren keine Anwendung findet. In diesem Fall sind dann die pauschalen Sozialabgaben nach den allgemeinen Regeln (Krankenversicherung 11 % und Rentenversicherung 12 %) zu berechnen und abzuführen.

    Haushaltsnah ist das Beschäftigungsverhältnis, wenn es eine haushaltsnahe Tätigkeit zum Gegenstand hat. Dazu gehören unter anderem die Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt, die Reinigung der Wohnung des Steuerpflichtigen, die Gartenpflege sowie die Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen. Nicht darunter fallen die Erteilung von Unterricht (etwa Sprachunterricht), die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie sportliche und andere Freizeitbetätigungen. Auch für geringfügig beschäftigte Mitarbeiter im Privathaushalt gilt die so genannte Option zur Rentenversicherungspflicht.

    Das heißt, Ihr Mitarbeiter kann sich dafür entscheiden, neben dem von Ihnen als Arbeitgeber zu entrichtenden Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 5 % den vollen Rentenversicherungsbeitrag auf seinen Arbeitslohn zu entrichten. Dadurch erwirbt er vollwertige Rentenversicherungsansprüche. Macht der Mitarbeiter von dieser Regelung Gebrauch, muss er den Aufstockungsbetrag zwischen der von Ihnen gezahlten 5-%igen Pauschale und dem vollen Beitragssatz von 19,5 %, also 14,5% tragen. Der vom Mitarbeiter zu tragende Aufstockungsbetrag wird von Ihnen als Arbeitgeber bei der Auszahlung des Arbeitsentgelts einbehalten und gemeinsam mit den übrigen Pauschalabgaben an die Bundesknappschaft abgeführt.

    Auch bei Beschäftigungen im Privathaushalt müssen Sie bei der Option eines Mitarbeiters zur Rentenversicherungspflicht die Mindestbemessungsgrundlage von 155 € monatlich beachten. Ist also das monatliche Arbeitsentgelt des Mitarbeiters niedriger als 155 €, muss er trotzdem an die Rentenversicherung den Beitrag von der Mindestbemessungsgrundlage in Höhe von 30,23 € (150 € x 19,5 %) entrichten.

 

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