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Jede Neueinstellung eines Mini-Jobbers ist auch ein Risiko

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Lohn Gehalt Minijob

Von Günter Stein,

„Soll ich einen Mitarbeiter anstellen – oder nicht?“ Das ist eine Frage über die sich Selbstständige angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage jetzt noch mehr den Kopf zerbrechen als ohnehin schon.

Jeder neue Mitarbeiter – auch ein 400-€-Jobber – erzeugt Kosten. Er muss eingearbeitet werden, braucht eine Weile, bis er die gewünschte Leistung bringt. Und nicht zuletzt:

Jede Neueinstellung ist auch ein Risiko. Nehmen Sie diesen häufigen Fall:

Ein 400-€-Jobber, der bei Ihnen anfängt, verschweigt Ihnen, dass er schon einen anderen Mini-Job hat. Das konnte bisher verdammt teuer werden – und zwar für Sie. Denn:

Hat einer Ihrer 400-€-Jobber noch einen weiteren Mini-Job bei einem anderen Arbeitgeber, werden die Verdienste aus beiden Beschäftigungen zusammengerechnet. Dann steigt der Gesamtverdienst über die 400 €. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden fällig. Deftige Nachzahlungen drohen …

Die gute Nachricht jetzt:

Nach einem neuen Urteil sind Sie vor diesen teuren Nachzahlungen jetzt sicher. Das Landessozialgericht Baden-Württemberg in diesem Jahr endlich bestätigt (Urteil vom 9.4.2008, L 5 R 2125/07).

Sie als Arbeitgeber müssen die Sozialversicherungsbeiträge nach diesem Urteil nicht rückwirkend zahlen. Die Versicherungspflicht für den Mini-Jobber beginnt erst mit der Bekanntgabe des Bescheids, der die Versicherungspflicht feststellt. Und das gilt sogar dann, wenn dem Arbeitgeber grob fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten vorzuwerfen ist.

Die davon abweichenden Anordnungen in den Richtlinien der Spitzenverbände der Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung und der Bundesagentur für Arbeit („Geringfügigkeits-Richtlinien“) sind mit dem Gesetz nicht vereinbar und von den Gerichten nicht anzuwenden.

Das heißt für Sie:

Sollten Sie in einem ähnlichen Fall mit Nachforderungen konfrontiert werden, verweisen Sie auf dieses Urteil. Allerdings muss das Bundessozialgericht noch endgültig entscheiden. Sollten die Sozialversicherer auf der Nachforderung bestehen, legen Sie mit Hinweis auf das Bundessozialgerichtsverfahren (Az. B 12 R 1/08 R) Widerspruch ein.

Und da wir gerade beim Thema 400-€-Job sind:

Hier ist eine der häufigsten Fragen, die ich besonders von jungen Selbstständigen gestellt bekomme:

Kann eigentlich auch ein Selbstständiger einen 400-€-Job annehmen?

Beispiel: Ein Gründer hat – in der Anlaufphase – noch keine besonders hohen Einkünfte und muss so viel wie möglich dazu verdienen. Deshalb möchte er neben seiner Selbstständigkeit einen 400-€-Job annehmen.

Die beruhigende Antwort: Wie jeder Angestellte können auch Selbstständige und Freiberufler neben der selbstständigen Tätigkeit einen 400-€-Job annehmen. Die Einkünfte daraus müssen nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden – weil dafür bereits ja pauschal Steuern und Abgaben abgeführt worden sind.

Tipp: Ein 400-€-Job neben der Selbstständigkeit kann übrigens nicht nur für Gründer mit noch geringen Einkünften interessant sein, sondern z.B. auch in diesem Fall: Sie arbeiten für ein Unternehmen oder eine Organisation, das oder die sich Ihre Dienste eigentlich nicht leisten kann. Sie können sich dann für einen gewissen Zeitraum als 400-€-Kraft einstellen lassen und die Arbeit über diesen Zeitraum verteilen. Für den Auftraggeber wird Ihre Leistung dadurch bezahlbar, und für Sie wird das Honorar sogar etwas lukrativer, weil der Arbeitgeber nur geringe Lohnsteuer und pauschale Beiträge zur Sozialversicherung zahlen muss.

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