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Kann ein Arbeitgeberdarlehen die 400-Euro-Grenze bei Mini-Jobbern sprengen?

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Von Günter Stein,

Kann ein Arbeitgeberdarlehen die 400-Euro-Grenze bei Mini-Jobbern sprengen?So machen Sie alles richtig:Hier erhalten Sie den ZinssatzHier noch ein Berechnungsbeispiel:

Hier die Antwort:

Ja, wenn das Darlehen durch einen „Patzer“ in der Vereinbarung zum steuer- und beitragspflichtigen Arbeitsentgelt wird, kann dies bei Minijobbern zum Überschreiten der

400-€-Grenze führen.

Aber: Patzer können Sie eigentlich nur bei der Verzinsung des Darlehens machen. Denn davon hängt es ja in erster Linie ab, ob die Darlehensgewährung einen geldwerten Vorteil darstellt oder ob Sie nicht von steuer- und beitragspflichtigem Arbeitsentgelt ausgehen müssen.

Hintergrund:

Seit 1.1.2008 bemessen Sie den geldwerten Vorteil nach dem Unterschiedsbetrag zwischen marktüblichem Zins und dem Zins, den der Mitarbeiter an Sie zahlen muss – sofern die Freigrenze von 2.600 Euro nicht überschritten wird. Oder andersherum:

Erhält Ihr Mitarbeiter von Ihnen ein Darlehen, das den Betrag von 2.600 € nicht überschreitet, führt dies zu gar keinem steuerpflichtigen Zinsvorteil und damit auch nicht zu Arbeitsentgelt.

Das ist selbst dann nicht der Fall, wenn Sie auf eine Verzinsung vollständig verzichten. Aber:

Tipp:

Auch dann wenn das ursprüngliche Darlehen höher ist brauchen Sie es nicht mehr zu verzinsen, wenn durch die Rückzahlung in Raten die Grenze von 2.600 Euro erreicht wird.

So machen Sie alles richtig:

Benötigt der Mitarbeiter ein Darlehen, das die Freigrenze übersteigt, sollten Sie es zum marktüblichen Zinssatz verzinsen. Dann resultiert aus dem Darlehen ebenfalls kein geldwerter Vorteil. Ob das der Fall ist, stellen Sie folgendermaßen fest:

Der geldwerte Vorteil bemisst sich nach dem Unterschiedsbetrag zwischen marktüblichem und konkretem Zinssatz, den der Mitarbeiter zahlen muss. Maßgeblich ist dabei während der

gesamten Vertragslaufzeit der Zinssatz, den Sie bei Vertragsschluss vereinbart haben. Ausnahme: Sie haben einen variablen Zinssatz vereinbart

Tipp:

Auch wenn es zu einem geldwerten Vorteil kommt, muss das nicht das „Aus“ für die 400-€-Beschäftigung bedeuten: Gehört die Vergabe von Darlehen zum Geschäftsfeld Ihres Unternehmens (z. B. als Bank), dürfen und müssen Sie den jährlichen Rabattfreibetrag von 1.080 € berücksichtigen. Liegt das aus dem Zinsvorteil resultierende Arbeitsentgelt unter 1.080 € jährlich, dürfen Sie es unberücksichtigt lassen.

Zählt die Vergabe von Darlehen nicht zum Geschäftsfeld Ihres Unternehmens, müssen und dürfen Sie die monatliche Freigrenze von 44 € beachten.

Hier erhalten Sie den Zinssatz

Aus Vereinfachungsgründen dürfen Sie für die Beurteilung dafür, ob ein Zinssatz marktüblich ist, die bei Vertragsschluss von der Deutschen Bundesbank zuletzt veröffentlichten Effektivzinssätze heranziehen und hiervon einen Abschlag von 4 % vornehmen. Den jeweiligen Zinssatz finden Sie im Internet unter www.bundesbank.de/statistik/statistik_zinsen_tabellen.php,

hier unter der Rubrik „EWU-Zinsstatistik und dort in der Tabelle schließlich unter „Neugeschäft“.

Hier noch ein Berechnungsbeispiel:

Ihr Unternehmen gewährt einem Minijobber ein Darlehen von 4.000 € zu einem monatlich zu entrichtenden Effektivzins von 2 % jährlich bei einer Laufzeit von 2 Jahren.

  1. Angenommen, der maßgebliche Effektivzinssatz beträgt 3,65 % (Laufzeit 1 bis 5 Jahre, Kredit an private Haushalte).
  2. Abzüglich 4 % von 3,65 % (= 0,146) ergibt sich ein Maßstabzinssatz von 3,50 %.
  3. Der geldwerte Vorteil für den Mitarbeiter beträgt daher 1,5 % (3,50 % –2%).
  4. Das sind monatlich 5 € (1,5 % von 4.000 € : 12).

Ergebnis: Da die Freigrenze von 44 € monatlich nicht überschritten ist (s. o.), können Sie den Zinsvorteil steuer- und sozialversicherungsfrei belassen und müssen ihn nicht zum Arbeitsentgelt des Minijobbers zählen. Die 400-€-Grenze ist nicht in Gefahr!

So – nachdem das geklärt ist, pünktlich zum Wochenende ein letzter Tipp für heute:

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