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Lohnerhöhung für die Tochter

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Lohn Gehalt Minijob

Von Günter Stein,

pünktlich zum Start des neuen Jahres kam meine kürzlich meine Tochter zu mir. Ihre Forderung: Sofortige Erhöhung des Taschengelds. Diskussionen unerwünscht!

Das Problem nur:

Mit stand der Sinn überhaupt nicht nach zusätzlichen Ausgaben. Ich überlegte eine Weile und machte schließlich einen Vorschlag:

„Warum arbeitest du nicht einfach für mich?“

Gesagt, getan! In den nächsten Osterferien wird meine Tochter Ihren Job bei mir antreten. Vorteil für sie: Sie hat nicht nur mehr Geld in der Tasche – gleichzeitig lernt sie auch noch etwas und schnuppert ins Berufsleben hinein. Vorteil für mich: Die Zahlungen an meine Tochter kann ich als Betriebsausgaben ansetzen und dadurch Steuern sparen – was bei Taschengeld nun mal leider nicht geht.

Machen Sie Ihren Kindern doch auch den Vorschlag! Damit es reibungslos funktioniert, habe ich die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Sie dabei beachten müssen:

Als Steuerspar-Modell bietet sich neben der Beschäftigung als 400-€-Kraft auch eine kurzfristige Beschäftigung an, z. B. während der Ferien- und Urlaubszeit. Das Arbeitsverhältnis muss dann von vornherein auf zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage in dem Kalenderjahr begrenzt sein.

Wichtig, wenn Ihr Kind noch einen anderen Job hat: Kurzfristige Tätigkeiten Ihres Kindes bei anderen Arbeitgebern werden eingerechnet.

Eine kurzfristige Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei. Außerdem besteht keine betragsmäßige Obergrenze für den Monatslohn. Vom Verdienst müssen Sie ggf. Lohnsteuer einbehalten und abführen. Hat Ihr Kind noch keine reguläre Arbeitsstelle, sollte es sich eine Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse I ausstellen lassen:

Bis etwa 900 € Monatsverdienst fällt dann überhaupt keine Lohnsteuer an. Ist es mehr, gibt Ihr Kind eine Einkommensteuererklärung ab und bekommt bei einem Gesamtverdienst bis zu rund 10.800 € (= Grundfreibetrag, Werbungskosten- und Vorsorgepauschale) die gesamte einbehaltene Lohnsteuer zurück.

So rechnet sich eine kurzfristige Beschäftigung – Praxisbeispiel:

Michael Clever hat kleines Unternehmen. Seine 16-jährige Tochter macht in den Sommerferien drei Wochen (15 Tage à 8 Stunden) Urlaubsvertretung für eine Mitarbeiterin im Büro. Sie erhält einen Stundenlohn von 10 €, insgesamt in dem Monat 1.200 €. Da die Tochter in dem Jahr keine weiteren Einkünfte hat, erhält sie die Lohnsteuer in voller Höhe zurück.

Michael Clever kann die 1.200 € als Betriebsausgabe absetzen. Bei einem Steuersatz von 30 % spart er somit 360 €.

Weitere Abgaben, die Sie als Arbeitgeber treffen, sind verschwindend gering (gesetzliche Unfallversicherung, Umlage U1 für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall). Anmelden müssen Sie die kurzfristige Beschäftigung des Kindes bei der Minijob-Zentrale.

Wichtig: Denken Sie ans Kindergeld …

Damit Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag bei einem über 18-jährigen Schüler oder Studenten nicht verlieren, darf Ihr Kind nicht mehr als 7.680 € pro Jahr verdienen.

… und an den Jugendschutz

Beachten Sie schließlich bei der Beschäftigung Ihres Kindes die Einschränkungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes und der Kinderarbeitsschutzverordnung. Das Gesetz spricht hier von leichten und geeigneten Tätigkeiten (§ 5 Abs. 3 Jugendarbeitsschutzgesetz). Im Wesentlichen soll die Sicherheit, Gesundheit oder Entwicklung nicht gefährdet werden und keine Beeinträchtigung der schulischen Belange oder der Berufsausbildung erfolgen.

In der folgenden Übersicht sehen Sie, wie viel Ihr Kind – je nach Alter und Schulpflicht – arbeiten darf:

Alter des Kindes

Beschäftigung erlaubt?

Arbeitszeit

Besonderheiten

unter 13 Jahren

Beschäftigung

verboten

Ausnahme:

Betriebspraktikum

13 bis unter 15 Jahren

(vollzeitschulpflichtig)

Beschäftigung mit Einwilligung der Eltern

max. 2 Std./Tag

(Landwirtschaft:

3 Std./Tag);

08:00 bis 18:00 Uhr

13 bis unter 15 Jahren

(nicht vollzeitschulpflichtig)

Beschäftigung mit Einwilligung der Eltern

Ausbildung oder

max. 7 Std./Tag,

35 Std./Woche

15 bis unter 18 Jahren

(vollzeitschulpflichtig)

Beschäftigung

mit Einwilligung der ­Eltern

Während der Ferien:

max. 4 Wochen/Jahr

max. 8 Std./Tag

06:00 bis 20:00 Uhr

Während der Schulzeit:

max. 2 Std./Tag

(Landwirtschaft:

3 Std./Tag);

08:00 bis 18:00 Uhr

15 bis unter 18 Jahren

(nicht vollzeitschulpflichtig)

Beschäftigung

erlaubt

max. 8 Std./Tag

06:00 bis 20:00 Uhr

Ausnahme: ab 16 Jahren z. T. auch andere Tageszeiten erlaubt

 

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