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Lohnsteuer: Welche Regeln Sie beim Minijob beachten müssen

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Von Günter Stein,

Mini-Jobs sind für Ihre Arbeitnehmer grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Diese Freiheit gilt aber nicht bei der Lohnsteuer. Merksatz: Geringfügig entlohnte Beschäftigte sind lohnsteuerpflichtig.

Minijobs sind für Ihre Arbeitnehmer grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Diese Freiheit gilt aber nicht bei der Lohnsteuer. Merksatz: Geringfügig entlohnte Beschäftigte sind lohnsteuerpflichtig.

Wie Sie die Versteuerung durchführen

Für Sie gibt es hier 2 Wege die Besteuerung umzusetzen, sowohl mit der Lohnsteuerkarte, als auch mit der Pauschalversteuerung:

Lohnsteuerkarte

Ihre Mitarbeiter mit Minijob können Ihnen ganz normal ihre Lohnsteuerkarte geben. Die Lohnsteuer wird dann nach Maßgabe der vorgelegten Lohnsteuerkarte vom Arbeitsentgelt einbehalten.

Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt – wie bei anderen Arbeitnehmern auch – von der Lohnsteuerklasse ab. Sie müssen dann die dem Verdienst entsprechende Lohnsteuer berechnen und an das Finanzamt abführen.

Lohnsteuerklasse Lohnsteuerabzug (bei 400 €)
I (Alleinstehende) -
II (bestimmte Alleinerziehende mit Kind) -
III (verheiratete Arbeitnehmer/ Partner V) -
IV (verheiratete Arbeitnehmer/ beide IV) -
V (verheiratete Arbeitnehmer/ Partner III) 48,50 €
VI (keine oder 2. Lohnsteuerkarte) 60,00 €

 

Pauschale Erhebung der Lohnsteuer

Sie können auch auf die Abgabe der Lohnsteuerkarte verzichten. In diesem Fall erheben Sie dann einen Pauschalsteuersatz von 2 %. Mit dieser Pauschale sind dann automatisch auch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer abgegolten (§ 40a Abs. 2 EStG).

Beachten Sie: Wenn Sie sich für die 2%-ige Steuerpauschale entscheiden, führen Sie den Betrag nicht an das Finanzamt, sondern an die Bundesknappschaft ab. Hier ist die Verwaltungsstelle in Cottbus zuständig:

Bundesknappschaft

Verwaltungsstelle Cottbus

August-Bebel-Straße85

03046 Cottbus

Achtung: Voraussetzung für die 2%ige Lohnsteuerpauschalierung ist, dass Sie als Arbeitgeber für den Minijob den pauschalen Rentenbetrag (von derzeit 15 %) entrichten dürfen.

Die Möglichkeit der Rentenpauschalierung besteht aber dann nicht, wenn Ihr Minijobber

  • 2 oder mehr Minijobs nachgeht, deren zusammengerechnete Vergütung 400 € übersteigt, oder
  • neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung 2 oder mehr geringfügig bezahlten Nebenjobs nachgeht. In diesem Fall darf nur die 1. aufgenommene Nebentätigkeit als sozialversicherungsfreier Minijob behandelt werden!

Beispiel 1: Frau Schöffelt ist Hausfrau. Um das Familieneinkommen aufzubessern, will Frau Schöffelt nebenbei in Ihrem Betrieb putzen gehen. Sie arbeitet bereits bei einem anderen Arbeitgeber für 150 € im Monat.

Nur wenn die Vergütung bei Ihnen 250 € nicht übersteigt, können Sie den Job als geringfügig behandeln.

Beispiel 2: Frau Huber arbeitet halbtags als Sekretärin für 1.000 € brutto. Seit 1.3.2007 trägt sie für 400 € morgens Zeitungen aus. Seit 1.5.2007 arbeitet Frau Huber auch noch jeden Samstag stundenweise im Supermarkt um die Ecke und füllt Regale auf. Ihr Monatslohn beträgt auch hier ebenfalls 400 €.

Die Lohnsteuerpauschalierung mit 2 % ist (nur) für die geringfügig bezahlte Tätigkeit als Zeitungsausträgerin möglich. Diese Nebentätigkeit wurde zuerst aufgenommen. Für die Tätigkeit als Zeitungsausträgerin besteht keine Sozialversicherungspflicht.

Die spätere 2. Nebentätigkeit im Supermarkt ist hingegen voll sozialversicherungspflichtig. Deshalb kann diese Tätigkeit auch nicht mehr mit 2 % Lohnsteuer pauschal versteuert werden. Der Supermarktinhaber muss sich von Frau Huber die Lohnsteuerkarte geben lassen.

Alternative: Die Lohnsteuer kann auch hier pauschaliert werden. Allerdings nur mit einem (unattraktiven) Satz von 20 % (zzgl. „Soli“ und Kirchensteuer)!

Wer trägt die Lohnsteuer?

Wird die Versteuerung über die Lohnsteuerkarte abgewickelt, ist die Sache klar. Wie bei Ihren normalen Mitarbeitern, hat Ihr Arbeitnehmner mit Minijob die Lohnsteuer zu tragen.

Die pauschale Steuer hingegen ist grundsätzlich von Ihnen zu tragen. Sie könnten sie aber vertraglich auf Ihren Arbeitnehmer abwälzen. Hierfür genügt es, dass Sie im Arbeitsvertrag die Vergütung als Bruttovergütung vereinbaren. Nur bei einer ausdrücklichen Nettolohnabrede sind Sie verpflichtet, die pauschale Lohnsteuer selbst zu tragen (BAG, 1.2.2006, 5 AZR 628/04).

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