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Minijobber: Planen Sie jetzt mit den Sachbezugswerten 2009

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Von Günter Stein,

Überlassen Sie Ihren Mitarbeitern freie Unterkünfte oder vergünstigte Mahlzeiten, müssen Sie besonders bei Ihren Minijobbern vorsichtig sein.

Die Vergünstigungen sind Arbeitsentgelt, das zum Überschreiten der Entgeltgrenze führen kann. Mit welchen Sachbezugswerten Sie dabei für Mahlzeiten und Unterkünfte rechnen müssen, wird in der Sozialsentgeltverordnung (SvEV) geregelt. Die Werte für 2009 hat das Bundesarbeitsministerium (BMAS) in einem ersten Entwurf bereits festgelegt. Mit diesen amtlichen Größen können Sie schon jetzt das Entgelt entsprechend planen, das Sie 400-€-Kräften im nächsten Jahr zahlen wollen. Die aktuellen Sachbezugswerte sollten Sie stets parat haben. Nur so können Sie auf Anhieb beurteilen, wie viel an freier Verpflegung und Unterkunft Sie Ihren geringfügig Beschäftigten zukommen lassen können, ohne die 400-€-Grenze zu überschreiten.

Minijobs: Anwendung ist zwingend

Die Anwendung der Werte ist zwingend - auch dann, wenn Sie sie nicht für angemessen halten. Selbst wenn im Arbeitsvertrag des Mitarbeiters, in einer Betriebsvereinbarung oder in einem einschlägigen Tarifvertrag andere Werte festgelegt wurden, sind Sie verpflichtet, immer mindestens mit den Sachbezugswerten zu rechnen. Einfach streichen dürfen Sie nicht Grundsätzlich haben Teilzeitkräfte – auch geringfügig entlohnte – einen (ggf. anteiligen) Anspruch auf alle Leistungen, die Ihre Vollzeitkräfte erhalten. Sie dürfen also Ihre Minijobber nicht willkürlich von vergünstigten Mahlzeiten ausschließen, um die 400-€-Grenze nicht zu überschreiten! Tun Sie das, ist das ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des § 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Die unangenehme Folge für Sie: Der Ausschluss der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter ist unwirksam, nützt Ihnen also gar nichts.

Minijobs: Wie Sie 2009 voraussichtlich Verpflegung abrechnen

Die neuen Sachbezugswerte sollen sich im nächsten Jahr an der Entwicklung der Verbraucherpreise orientieren und deshalb erheblich angehoben werden. Folgende Werte setzen Sie für die Verpflegung von volljährigen Arbeitnehmern sowie Jugendlichen und Auszubildenden im gesamten Bundesgebiet 2009 voraussichtlich an (Werte für 2008 zum Vergleich in Klammern):

  • monatlicher Wert für Frühstück: 46 € (45 €)
  • monatlicher Wert für Mittagessen und Abendessen: je 82 € (80 €)
  • monatlicher Wert für Verpflegung insgesamt: 210 € (205 €)

Achtung: Mit den Sachbezugswerten für freie Verpflegung erhalten Sie die Werte für unentgeltliche und verbilligte Mahlzeiten. Bezahlt der Arbeitnehmer selbst für seine Mahlzeiten, rechnen Sie den entsprechenden Betrag auf den jeweiligen Sachbezugswert an. Entspricht dieser dem Sachbezugswert oder übersteigt er ihn, entsteht für den Mitarbeiter kein geldwerter Vorteil und damit kein steuer- und beitragspflichtiges Arbeitsentgelt.

Der Wert für unentgeltlich überlassene Unterkünfte soll von 198 € (im Jahr 2008) auf 204 € im Jahr 2009 steigen. Der monatliche Gesamtsachbezugswert für Verpflegung und Unterkunft beträgt ab dem 1.1.2009 für das gesamte Bundesgebiet voraussichtlich also 414 €. Achtung: Überlassen Sie dem Arbeitnehmer die Unterkunft nicht unentgeltlich, sondern nur verbilligt, müssen Sie nur noch den Restbetrag als Arbeitsentgelt ansetzen.

Beispiel: Eine geringfügig entlohnte Saisonaushilfe erhält monatlich 300 € Entgelt sowie ein Zimmer in einer zum Unternehmen gehörenden Gemeinschaftsunterkunft. Für das Zimmer zahlt die Mitarbeiterin monatlich 110 €. Sie müssen deshalb auf Grund der Unterkunft von einem geldwerten Vorteil in Höhe von 94 € (204 € abzüglich der 110 € Eigenanteil) ausgehen. Das anzurechnende Entgelt der Mitarbeiterin beträgt daher insgesamt 394 € im Monat. Sie ist geringfügig entlohnte Minijobberin.

Minijobs: Hier müssen Sie rechnen

Auch Verpflegung oder Mahlzeiten, die Mitarbeiter nur an einzelnen Tagen erhalten, sind Arbeitsentgelt entsprechend den amtlichen Sachbezugswerten. Da die SvEV jedoch nur die Monatswerte festlegt, müssen Sie die Tageswerte selbst berechnen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Teilen Sie den amtlichen Sachbezugswert für Unterkunft oder für Verpflegung zunächst durch 30.
  • Damit erhalten Sie den Tageswert. Diesen multiplizieren Sie mit der Anzahl der Kalendertage, an denen die Leistung dem Mitarbeiter zur Verfügung steht.
  • Ergebnisse runden Sie mit der 2. Stelle hinter dem Komma.

Beispielrechnung: Sie planen, Anfang 2009 einen geringfügig entlohnten Mitarbeiter einzustellen, der 10 Tage im Monat arbeiten soll. Sollte Bedarf bestehen, kann der Mitarbeiter während seiner Arbeitstage oder für den gesamten Monat eine freie Unterkunft von Ihnen erhalten. Benötigt der Mitarbeiter die Unterkunft für 10 Tage im Monat, berechnen Sie den Sachbezug „freie Unterkunft“ folgendermaßen: 204 € : 30 = 6,80 € x 10 = 68 € monatlich.

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