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Minijobs: Beachten Sie ab 1.1.2009 neue Werte für Midijobber

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Lohn Gehalt Minijob

Von Günter Stein,

Ihre Teilzeitkräfte, die zwischen 400,01 und 800 € monatlich verdienen, befinden sich automatisch in der so genannten Gleitzone.

In diesem Fall müssen Sie die Arbeitnehmerbeiträge nach reduzierten Beitragsbemessungsgrundlagen abführen. Die Gleitzonenformel, die Sie für deren Berechnung anwenden, wird sich zum 1.1.2009 wieder ändern. Für Ihre Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungsbeiträgen gibt es in der Gleitzone keine Besonderheiten: Sie errechnen Ihre Beiträge, wie für alle anderen Mitarbeiter auch, aus dem vollen Arbeitsentgelt. Die Arbeitnehmeranteile resultieren aber aus einem reduzierten Arbeitsentgelt. Im ersten Schritt müssen Sie jedoch bei jeder Teilzeitkraft feststellen, ob es sich überhaupt um einen Mitarbeiter mit einem Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone, also um einen Midijobber, handelt.

Minijobs: Wie Sie einen Midijobber in vier Schritten erkennen

Um Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen zu vermeiden, müssen Sie eine Teilzeitkraft innerhalb der Gleitzone auf Anhieb als solche erkennen und behandeln. Ihre entsprechende Nachprüfung steht also vor allem bei der Neueinstellung von Teilzeitkräften und bei Entgeltänderungen an. Um nichts zu übersehen, gehen Sie dabei am besten ganz systematisch vor:

1. Schritt: Ermitteln Sie das regelmäßige Arbeitsentgelt. „Regelmäßiges“ Arbeitsentgelt bedeutet, dass Sie die Höhe aller maßgebenden Entgeltbestandteile vorausschauend für ein Jahr betrachten und dass diese durchschnittlich innerhalb der Gleitzonenspanne liegen.

Achtung: Auch bei einer Entgeltänderung gehen Sie so vor. Das bedeutet, dass Sie bei jeder Anpassung des Arbeitsentgelts von einem neuen Beurteilungszeitpunkt ausgehen. Es kommt auf das Entgelt an, auf das der Mitarbeiter Anspruch hat (Arbeitsvertrag, Tarifvertrag etc.). Das gilt auch, wenn der Beschäftigte tatsächlich weniger erhält.

2. Schritt: Multiplizieren Sie das monatliche Entgelt des Mitarbeiters mit 12 und addieren Sie Einmalzahlungen. Es zählen alle Einmalzahlungen, die dem Mitarbeiter mindestens einmal jährlich mit Sicherheit zustehen und die der Höhe nach bekannt sind (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, das jährlich gezahlt wird).

Achtung: Nicht berücksichtigen dürfen Sie unregelmäßige Entgeltbestandteile, wie z. B. Überstundenvergütungen, Prämien für Verbesserungsvorschläge, Belegschaftsrabatte. Jubiläumszuwendungen lassen Sie ebenfalls außer Betracht, da diese Zahlung nicht jährlich erfolgt. Das Ergebnis ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt.

3. Schritt: Schätzen Sie gegebenenfalls die Höhe des Entgelts. Haben Sie kein festes Entgelt mit dem Mitarbeiter vereinbart, müssen Sie gewissenhaft schätzen. Wie Sie bei dieser Schätzung vorgehen (Rechenweg), haben Sie in den Personalunterlagen zu dokumentieren. Ihre Schätzung ist selbst für die Vergangenheit maßgebend, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass sie unzutreffend ist.

4. Schritt: Teilen Sie das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt durch 12. Damit erhalten Sie das regelmäßige monatliche Entgelt.

Minijobs: So stellen Sie den Status konkret fest

Sie planen, zum 1.1.2009 einen Mitarbeiter mit einem Entgelt von monatlich 350 € einzustellen. Der Mitarbeiter hat Anspruch auf ein jährliches Weihnachtsgeld in Höhe von weiteren 350 €. Nach der Probezeit, die 3 Monate dau soll, wird der Mitarbeiter ab 1.4.2009 monatlich 500 € erhalten. Liegt das Entgelt in der Gleitzone? Ob und wann er sich mit seinem Entgelt in der Gleitzone befindet, ermitteln Sie folgendermaßen:

 

  • 350 € x 12 + 350 € = 4.550 €
  • 4.550 € : 12 = 379,17 € regelmäßiges Arbeitsentgelt

Wann liegt Entgelt in der Gleitzone? In den Monaten Januar, Februar und März 2009 befindet sich der Beschäftigte noch nicht innerhalb der Gleitzone. Er bleibt trotz Weihnachtsgeldanspruch zunächst Minijobber, für den Sie nur die entsprechenden Pauschalen an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See abführen müssen. Anders ist das aber ab April 2009:

  • 500 € x 12 + 350 € = 6.350 €
  • 6.350 € : 12 = 529,17 €

Durch die geplante Entgelterhöhung befindet sich der Mitarbeiter mit seinem Entgelt ab 1.4.2009 innerhalb der Gleitzone und verliert dann seinen Status als versicherungsfreier Minijobber.

Minijobs: Wie Sie ab 1.1.2009 die Beiträge korrekt berechnen

Das für den Arbeitnehmer beitragspflichtige Arbeitsentgelt errechnen Sie ab dem 1.1.2009 in mehreren Schritten:

1. Ermitteln Sie das Gleitzonenentgelt

Das Gleitzonenentgelt berechnen Sie grundsätzlich nach der folgenden Formel:

F x 400 + (2 – F) x (Arbeitsentgelt – 400) = Gleitzonenentgelt

F ist ein Faktor, der jedes Jahr neu ermittelt wird. Bis zum 31.12.2008 beträgt er 0,7732, ab dem 1.1.2009 beträgt er 0,7472. Alternativ können Sie die Formel auch stark vereinfachen. Die vereinfachte Berechnungsformel wird von den Spitzenverbänden der Sozialversicherungsträger herausgegeben. Sie müssen sich dann nur noch nach der gekürzten Formel richten und benötigen die ausführliche Formel nur in den Fällen, in denen Sie die vereinfachte überprüfen möchten. Die vereinfachte Berechnungsformel lautet bis zum 31.12.2008:

1,2268 x tatsächliches Arbeitsentgelt (AE) – 181,44 € = Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt (Gleitzonenentgelt)

Für das Jahr 2009 lautet sie:

1,2528 x AE – 202,24 = Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt

2. Berechnen Sie den Gesamtbeitrag

Um nun aus dem Gleitzonenentgelt den Arbeitnehmerbeitrag für den jeweiligen Sozialversicherungszweig zu ermitteln, berechnen Sie zunächst den Gesamtbeitrag:

Gesamtbeitrag = Gleitzonenentgelt x halber Beitragssatz des jeweiligen Versicherungszweigs x 2

3. Ermitteln Sie den Arbeitnehmerbeitrag

Arbeitnehmerbeitrag = Gesamtbeitrag aus Schritt 2 – Arbeitgeberbeitrag auf Basis des tatsächlichen Arbeitsentgelts

Beispiel: So berechnen Sie den Rentenversicherungsbeitrag. Ihr Mitarbeiter verdient monatlich 700 €. So ermitteln Sie die Beiträge zur Rentenversicherung in 3 Schritten:

1. Das Gleitzonenentgelt dieses Mitarbeiters beträgt ab dem 1.1.2009: 1,2528 x 700 € – 202,24 = 674,72 €.

2. Der Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung beträgt: 674,72 € x 9,95% (Hälfte von 19,9% auf 2 Stellen hinter dem Komma gerundet) x 2 = 134,26 €.

3. Der Arbeitnehmer muss daher folgenden Beitrag zur Rentenversicherung zahlen: 134,26 € – 69,65 € (Arbeitgeberbeitrag = 9,95% von 700 €) = 64,61 €.

Achtung: Die Arbeitnehmerbeiträge zu allen anderen Versicherungszweigen erhalten Sie auf dieselbe Weise bei Verwendung der entsprechenden Werte.

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