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Minijobs: Das sollten Sie beachten, wenn ein Auszubildender einen Nebenjob ausüben will

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Minijobs Auszubildende

Von Günter Stein,

Eigentlich fordert die Ausbildung einen Auszubildenden so sehr, dass wenig Potenzial für eine Nebenbeschäftigung bleibt. Allerdings ist das dennoch in zahlreichen Betrieben ein Thema, denn die gesetzlichen Möglichkeiten lassen Ihren Auszubildenden einen gewissen Spielraum.

Eigentlich fordert die Ausbildung einen Auszubildenden so sehr, dass wenig Potenzial für eine Nebenbeschäftigung bleibt. Allerdings ist das dennoch in zahlreichen Betrieben ein Thema, denn

  • die gesetzlichen Möglichkeiten lassen Ihren Auszubildenden einen gewissen Spielraum.
  • manch ein Azubi braucht einfach mehr Geld. Oder er glaubt dies zumindest.
  • Auszubildende verfügen über sehr unterschiedliche Konstitution und Kondition. Manche sind eben doch in der Lage, noch mehr zu arbeiten.

Als betroffener Ausbildungsbetrieb sollten Sie daher die entscheidenden Fakten zum Thema Nebenbeschäftigung für Auszubildende kennen.

1. Grundsätzliche Erlaubnis von Nebentätigkeiten

Arbeitnehmer haben grundsätzlich die Möglichkeit, eine Nebentätigkeit auszuüben. Die weit verbreitete Annahme, dass es dazu einer Genehmigung des Arbeitgebers bedarf, ist nicht korrekt (Ausnahme: Beamte). Auch für Auszubildende gilt: Sie dürfen eine Nebentätigkeit ausüben, ohne dass Sie als Ausbildungsbetrieb dies genehmigen müssen.

Aber: Azubis haben die Pflicht, Ihnen die Nebentätigkeit anzuzeigen.

2. Einschränkung durch gesetzliche Arbeitszeiten

Diese Vorgabe engt den Spielraum Ihres Auszubildenden enorm ein. Sollte er eine Nebentätigkeit wahrnehmen, darf er nämlich die gesetzlich vorgeschriebene maximale Arbeitszeit auch zusammen mit dieser Nebentätigkeit nicht überschreiten. Im Regelfall gelten hier folgende Grenzen: Volljährige Auszubildende Minderjährige Auszubildende Maximal zulässige regelmäßige Wochenarbeitszeit: 48 Stunden verteilt auf 6 Werktage à 8 Stunden maximal zulässige regelmäßige Wochenarbeitszeit: 40 Stunden

3. Beschäftigung während des Urlaubs nur im Ausnahmefall

Ihre Azubis sind verpflichtet, ihren Urlaub für die Erholung zu nutzen. Das schließt die Aufnahme einer Arbeit in praktisch allen Fällen aus. Denn: Die zusätzliche Erwerbstätigkeit darf dem Erholungszweck nicht entgegenlaufen. Bei praktisch allen Tätigkeiten lässt sich der Nachweis, dass er sich während der Zusatzarbeit erholen kann, durch den Azubi sehr schwer oder gar nicht erbringen.

Ausnahme: Wer im eigenen Haushalt arbeitet oder am eigenen Haus baut, dem können Sie das nicht verbieten. Wird die gleiche Arbeit jedoch gegen Entgelt (z. B. auf einer Baustelle) verrichtet, dann ist sie dem Auszubildenden untersagt.

4. Nebentätigkeit während der Krankschreibung

Es ist nicht mit den Gesetzen und der gängigen Rechtsprechung vereinbar, wenn Ihr krankgeschriebener Azubi für andere arbeitet, während er von Ihnen weiterhin vergütet wird. Hier sollten Sie aus 2 Gründen kein Auge zudrücken: Zum einen schadet der Auszubildende Ihrem Unternehmen. Und zum zweiten haben Sie auch einen Erziehungsauftrag, mit dem es nicht vereinbar ist, solches Verhalten einfach so durchgehen zu lassen.

Auch hier gibt es allerdings eine Ausnahme: Es gibt Fälle, in denen ist eine Nebenbeschäftigung mit der Krankheit vereinbar und schadet dem Heilungsprozess nicht. Beispiel: Ihr Dachdeckerlehrling liegt mit Bänderriss flach und ist krankgeschrieben. Für ein Meinungsforschungsinstitut führt er während dieser Zeit telefonische Umfragen durch. Eine solche Nebentätigkeit ist zulässig.

So gehen Sie vor, um angemessen auf eine nicht zulässige Nebentätigkeit zu reagieren

  • Verlangen Sie schriftlich, dass diese Nebentätigkeit (oder eine vergleichbare) künftig unterlassen wird. Sie müssen dem Azubi allenfalls eine kurze Auslauffrist zubilligen, damit sein Zweitarbeitgeber Ersatz suchen kann. Am besten, Sie fordern die Beendigung „unverzüglich, spätestens jedoch zum ....“ Bei Nebenjobs ist - falls notwendig - eine Auslauffrist von 1-2 Wochen in der Regel angemessen.
  • Sollte der Erfolg dieser Maßnahme ausbleiben (was entweder offen kommuniziert wird, oder Ihre eigene Recherche hat dies ergeben), ist eine Abmahnung der nächste Schritt. Wichtig ist es hierbei, den Grund für die Abmahnung mit Datum und ggf. Uhrzeit genau zu benennen. Auch wenn die Nebenbeschäftigung ohnehin ausläuft (z. B. weil Urlaub bzw. Krankheitsphase beendet ist), ist eine Abmahnung angemessen, um künftige Vergehen dieser Art zu verhindern.
  • Eine 2. Abmahnung macht dann Sinn, wenn die erste nicht fruchtet, Sie aber Grund zur Annahme haben, dass die 2. offizielle Kündigungsandrohung Wirkung zeigen könnte. Zudem ist eine 2. Abmahnung zu empfehlen, wenn das Ausbildungsverhältnis schon weit fortgeschritten ist und die Hürden für eine Kündigung entsprechend hoch liegen.
  • Für den Fall, dass Ihre Abmahnung(en) keinen Erfolg zeigen, obwohl das Ausbildungsverhältnis durch die Nebentätigkeit beeinträchtigt wird, bleibt nur der bittere Weg der Kündigung als Lösung. Beachten Sie, dass Sie mit dieser Maßnahme Ihr Unternehmen und auch Ihren Auszubildenden (der möglicherweise übermüdet und damit unfallgefährdet ist) schützen.

 

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