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Minijobs: Wie oft darf die 400-Euro-Grenze überschritten werden?

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400-Euro-Grenze Minijobs

Von Günter Stein,

Die Frage: In einer der letzten Ausgaben haben Sie geschrieben, dass der Status einer 400-€-Kraft erhalten bleibt, solange die 400-€-Grenze im Durchschnitt nicht überschritten wird. Wie oft darf die 400-€-Grenze denn überschritten werden?

Die Frage: In einer der letzten Ausgaben haben Sie geschrieben, dass der Status einer 400-€-Kraft erhalten bleibt, solange die 400-€-Grenze im Durchschnitt nicht überschritten wird. Wie oft darf die 400-€-Grenze denn überschritten werden?

Minijobs: Wann ein Mitarbeiter als 400-Euro-Kraft gilt

Die Antwort: Eine sozialversicherungsfreie 400-€-Beschäftigung liegt vor, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt Ihres Mitarbeiters höchstens 400 € pro Monat beträgt. Schwankt die Vergütung eines Mitarbeiters (etwa saisonbedingt), müssen Sie das voraussichtliche regelmäßige Arbeitsentgelt gewissenhaft schätzen (Geringfügigkeitsrichtlinien B 2.1.1. Abs. 5). Wird demnach die 400-€-Grenze im Jahresdurchschnitt nicht überschritten, gilt der Mitarbeiter als 400-€-Kraft.

Minijobs: Wie Sie das regelmäßige Arbeitsentgelt ermitteln

Beispiel: Herr Müller wird als Aushilfe in einem Bauunternehmen eingestellt. In den Monaten April bis September wird er voraussichtlich 550 € verdienen, in den übrigen Monaten jeweils 250 €. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermitteln Sie wie folgt:

April bis September:6 x 550 € = 3.300 €
Oktober bis März:6 x 250 € = 1.500 €
Gesamt4.800 €
Durchschnitt:4.800 € : 12 = 400 €

Das regelmäßige Arbeitsentgelt von Herrn Müller übersteigt damit die Grenze von 400 € monatlich nicht. Herr Müller ist eine reguläre 400-€-Kraft. Würde er jedoch zusätzlich ein Weihnachtsgeld von 200 € bekommen, müsste das als regelmäßiges Arbeitsentgelt mit berücksichtigt werden. Die 400-€-Grenze wäre damit überschritten.

Sie sehen: In Bezug auf das regelmäßige Arbeitsentgelt darf die 400-€-Grenze durchaus mehrmals überschritten werden. Stellt sich nachträglich heraus, dass das Arbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze von 400 € regelmäßig übersteigt, ist die Schätzung für die Zukunft zu berichtigen. Für die Vergangenheit wird die versicherungsrechtliche Beurteilung nicht verändert. Um bei einer Betriebsprüfung auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie die Grundlagen Ihrer Schätzung aber sorgfältig dokumentieren.

Minijobs: Wenn Mitarbeiter unvorhergesehen mehr verdienen

Anders sieht es aus, wenn ein Mitarbeiter durch unvorhersehbare Ereignisse ausnahmsweise mehr verdient: Dann darf die 400-€-Grenze in höchstens 2 Monaten pro Jahr überschritten werden, ohne den Status als 400-€-Kraft zu gefährden (Geringfügigkeitsrichtlinien B 3.1. Abs. 1).

Beispiel: Herr Schmitz verdient regulär 400 € pro Monat. Weil ein anderer Mitarbeiter erkrankt, arbeitet Herr Schmitz im März und April doppelt so viel wie üblich und verdient 800 €. Trotzdem bleibt er versicherungsfrei. Die pauschalen Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die pauschale Lohnsteuer summieren sich jedoch auf 30 % von 800 € = 240 €.

Achtung: Das funktioniert allerdings nur, wenn die Mehrarbeit durch ein nachweisbar unvorhersehbares Ereignis erforderlich wurde. Es ist also nicht möglich, den Mitarbeiter regelmäßig in der Urlaubszeit für mehr als 400 € zu beschäftigen. Der so erzielte Zusatzverdienst würde auf das regelmäßige Arbeitsentgelt angerechnet. Sie sollten daher in Ihren Lohnunterlagen aufzeichnen, warum es zur unvorhergesehenen Mehrarbeit gekommen ist.

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