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Mutterschaftsgeld: Auch gekündigte Mini-Jobberinnen können einen Anspruch haben

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Minijobs

Von Günter Stein,

Wenn Mini-Jobberinnen in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtiges oder freiwilliges Mitglied sind, haben auch sie Anspruch auf Mutterschaftsgeld aus ihrer geringfügigen Beschäftigung.

Im Juni 2008 hat nun die Minijob-Zentrale auf eine wenig bekannte, für Sie als Entgeltabrechner aber wichtige Regelung hingewiesen: Auch wenn das Arbeitsverhältnis vom Arbeitgeber gekündigt wurde (was während der Zeit des Mutterschutzes nur mit Zustimmung der zuständigen Behörde erfolgen kann), muss der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld fließen.

Der „normale“ Anspruch einer Arbeitnehmerin auf Mutterschaftsgeld beträgt im Regelfall 13 € pro Kalendertag. Hinzu kommt der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld. Die Höhe des Zuschusses ist die Differenz zwischen 13 € und dem kalendertäglichen bisherigen Arbeitsentgelt, vermindert um die gesetzlichen Abzüge.

Wie Sie den Zuschuss ermitteln

Wie bei der Entgeltfortzahlung bei Beschäftigungsverboten legen Sie als Referenzzeitraum für das Entgelt

  • die letzten 3 Kalendermonate (bei monatlicher Abrechnung) oder
  • die letzten 13 Wochen (bei wöchentlicher Abrechnung) vor Beginn der Schutzfrist zu Grunde.

Mutterschaftsgeld & Minijobs: So ermitteln Sie den Endbetrag

Von dem so ermittelten kalendertäglichen Nettoarbeitsentgelt ziehen Sie nun einfach die 13 € ab. Der so ermittelte höhere Rest ist von Ihrem Unternehmen als Arbeitgeberzuschuss zu zahlen.

Achtung: Denken Sie an den Hinweis der Minijob-Zentrale: Auch gekündigte Arbeitnehmer haben Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss.

Tipp: Sobald die Kündigung wirksam ist, erhält die ehemalige Arbeitnehmerin Mutterschaftsgeld und den Zuschuss von der Krankenkasse!

Denken Sie an die erforderliche Meldung

Sie geben hier eine Unterbrechungsmeldung mit dem Meldegrund „51“ zum Tag vor Beginn der Mutterschutzfrist bzw. zum letzten Tag der Entgeltfortzahlung ab.

Wegen der kalendertäglichen Berechnung müssen Sie alle arbeitsfreien Tage abziehen. Gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt: Sie ziehen alle Tage ab, an denen wegen Kurzarbeit oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis kein Arbeitsentgelt bezogen wurde. Ebenso alle arbeitsfreien Tage, also Sonn- und Feiertage und ggf. Samstage.

2. Schritt: Nun melden Sie für den gesamten Zeitraum das gezahlte Bruttoarbeitsentgelt zusammen (= Bruttoarbeitsentgelt plus alle geldwerten Vorteile, für die in der Arbeitszeit geleistete Arbeit z. B. vermögenswirksame Leistungen, Zulagen, Provisionen – KEINE Einmalzahlungen!)

3. Schritt: Sie kürzen das so ermittelte Bruttoentgelt um die gesetzlichen Abzüge (Lohnsteuer, ggf. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) und ziehen die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab. (Beiträge zu Zusatzversicherungen, gepfändete Lohnanteile oder eingetragene Freibeträge bleiben außen vor.)

4. Schritt: Aus diesem Nettoentgelt ermitteln Sie das durchschnittliche kalendertägliche Nettoentgelt (= Gesamtnettoentgelt geteilt durch die Kalendertage im Referenzzeitraum; jeweils abzüglich der Tage ohne Entgelt).

Tipp: Beim 13-Wochen-Zeitraum sind dies 91 Tage (13 x 7 Tage). Beim 3-Monats-Zeitraum sind es 90 Tage (3 x 30 Tage).


Mutterschaftsgeld & Minijobs: Das gilt bei Sonderurlaub, Pflegezeit und Krankheit

Ein Anspruch auf den Zuschuss ist ausgeschlossen, solange sich die Mitarbeiterin in unbezahltem Sonderurlaub befindet. Das gilt auch dann, wenn sie die neue Pflegezeit in Anspruch nimmt und sich Zeiten des Mutterschutzes mit Zeiten der Pflegezeit überschneiden.

Achtung: Wird die Mitarbeiterin während der Mutterschutzfrist arbeitsunfähig krank, besteht der Anspruch auf Mutterschaftsgeld plus Zuschuss dennoch. War sie bereits vor der Schutzfrist krank, endet die Entgeltfortzahlung wegen Krankheit mit Beginn der Schutzfrist und setzt erst nach Ende der Schutzfrist wieder ein, falls die Mitarbeiterin zu diesem Zeitpunkt wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig ist und die 6 Wochen Entgeltfortzahlung noch nicht in Anspruch genommen hat.

Beispiel: Sabine Müller ist 8 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und 12 Wochen nach der Entbindung wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig krank. Sie erhält

  1. Entgeltfortzahlung wegen Krankheit für 2 Wochen
  2. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss bis zur Entbindung für 4 Wochen
  3. Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss nach der Entbindung für 8 Wochen
  4. Entgeltfortzahlung wegen Krankheit für 4 Wochen

 

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