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So behandeln Sie mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen neben einer Hauptbeschäftigung

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Nebenschäftigung Minijob

Von Günter Stein,

Übt ein Mitarbeiter mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung aus, gilt Folgendes:Beispiel:Achtung:Beispiel:Achtung:

Die erste geringfügig entlohnte Beschäftigung bleibt versicherungsfrei.

Die zweite und jede weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung wird mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und dadurch versicherungspflichtig.

Beispiel:

Eine Arbeitnehmerin ist in einem Supermarkt beschäftigt und verdient dort 900 € monatlich. Nebenher arbeitet sie in Ihrem Unternehmen, wo sie 300 € verdient. Schließlich nimmt sie einen weiteren Nebenjob auf und verdient dort 150 €.

Ergebnis: Die Beschäftigung im Supermarkt und die zuletzt aufgenommene Beschäftigung werden zusammengerechnet und sind beide sozialversicherungspflichtig. Die Beschäftigung in Ihrem Unternehmen bleibt als geringfügig entlohnte Beschäftigung sozialversicherungsfrei.

Achtung:

In der Arbeitslosenversicherung findet nie eine Zusammenrechnung von nicht geringfügigen und geringfügigen Beschäftigungen statt. In diesem Versicherungszweig bleibt daher auch die zweite aufgenommene geringfügige Beschäftigung versicherungsfrei.

Wie Sie sich optimal absichern

Es ist Ihre Pflicht, die Mehrfachbeschäftigung Ihrer Minijobber zu kontrollieren. Seit 1.1.2009 ist es gesetzlich verankert, dass Arbeitgeber Beiträge bei Überschreiten der 400-€-Grenze durch Mehrfachbeschäftigung nachzahlen müssen. Entgeht Ihnen also grob fahrlässig oder vorsätzlich das Überschreiten der 400-€-Grenze bei geringfügig entlohnten Minijobbern durch Mehrfachbeschäftigung, haften Sie auch rückwirkend für Beitragsnachzahlungen.

Grob fahrlässig bedeutet dabei: Sie haben offensichtliche Tatsachen ignoriert.

Beispiel:

Ein Minijobber (mit dem Verdienst von genau 400 € monatlich) erzählt im Kollegenkreis immer wieder von einem weiteren Minijob, bei dem er jeden Monat nochmals 200 € verdient. Sie erfahren dadurch zwar nicht direkt, aber über Dritte von den weiteren Tätigkeiten. Sie ignorieren die Information nach dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Erfährt ein Betriebsprüfer später, dass Sie von den weiteren Minijobs wussten, müssen Sie rückwirkend nachzahlen.

Schriftliche Erklärung des Mitarbeiters ist wichtig

Klären Sie bereits beim Einstellungsgespräch die Mehrfachbeschäftigung ab und prüfen Sie nach oben genannten Kriterien, ob eine weitere Tätigkeit sozialversicherungsrechtliche Probleme mit sich bringen könnte. Ihre Minijobber sind verpflichtet, Sie über weitere Tätigkeiten, die sie

  • bei der Einstellung bereits ausüben und
  • während der Beschäftigung bei Ihnen zusätzlich aufnehmen,

zu informieren.

Lassen Sie sich diese Mitarbeiterinformation schriftlich und vom Mitarbeiter unterschrieben geben. Überlassen Sie auch dem Beschäftigten ein Exemplar, damit er seine Informationspflichten nicht vergisst. Sinnvoll ist es, eine entsprechende Bestätigung mit in den Arbeitsvertrag aufzunehmen.

Achtung:

Nehmen Sie die Erklärung des Mitarbeiters zu den Lohn- und Gehaltsunterlagen. Das ist seit dem 1.1.2011 nach § 8 Beitragsverfahrensverordnung (BVV) Pflicht. Damit können Sie außerdem gegenüber einem Betriebsprüfer begründen, warum Sie das Arbeitsverhältnis als geringfügige Beschäftigung auf 400-€-Basis behandelt haben.

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