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Überschreiten der 400-Euro-Grenze: Fehler werden teuer!

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Minijobs 400-Euro-Grenze

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir beschäftigen in unserem Betrieb mehrere 400-Euro-Kräfte, sogenannte Minijobber. Es kommt aber auch schon einmal vor, dass aus diesen Minijobbern reguläre Teilzeitkräfte werden. Das passiert immer dann, wenn die Arbeitszeit aufgestockt wird oder auch einmal unfreiwillig zu viel Geld gezahlt werden muss.

Die Frage: Wir beschäftigen in unserem Betrieb mehrere 400-€-Kräfte, sogenannte Minijobber. Es kommt aber auch schon einmal vor, dass aus diesen Minijobbern reguläre Teilzeitkräfte werden. Das passiert immer dann, wenn die Arbeitszeit aufgestockt wird oder auch einmal unfreiwillig zu viel Geld gezahlt werden muss. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, das tatsächliche Nettogehalt vom Bruttogehalt exakt auf einen Blick zu berechnen? Außerdem hat mir die Geschäftsführung die Aufgabe erteilt, unsere Arbeitsverträge für die geringfügig Beschäftigten zu überarbeiten. Worauf muss ich hier genau achten?

Worauf Sie bei Arbeitsverträgen mit 400-Euro-Kräften achten müssen

Die Antwort: Beginnen wir mit Letzterem: Diese 8 Punkte sollten Sie bei jedem Arbeitsvertrag mit 400-€-Kräften beachten:

  1. Arbeitsentgelt: Das monatliche Arbeitsentgelt darf die 400-€-Grenze nicht überschreiten. Haben Sie ein schwankendes Entgelt, berechnen Sie aus dem Jahresentgelt ein durchschnittliches monatliches Entgelt. Das darf natürlich auch nicht über 400 € liegen. Am besten halten Sie das gleich in einer Musterformulierung im Arbeitsvertrag fest.
  2. Einmalzahlungen: Auch Einmalzahlungen, wie beispielsweise Weihnachtsgeld- oder Urlaubsgeld, haben Sie bei der Berechnung des regelmäßigen Monatsentgelts zu berücksichtigen. Auch das sollten Sie von vornherein im Arbeitsvertrag festlegen. Dann kann es zumindest vertraglich nicht zum Überschreiten der 400-€-Grenze kommen.
  3. Stundenlöhne: Auch die Stundenlöhne müssen natürlich so gewählt werden, dass die Entgeltgrenze nicht überschritten wird. Andererseits dürfen Sie auch nicht so gering sein, dass die Löhne sittenwidrig sind. Und natürlich haben Sie sich nach den Tariflöhnen zu richten, wenn ein Tarifvertrag bei Ihnen Anwendung findet.
  4. Gleichheitsgrundsatz: Minijobber dürfen als Teilzeitkräfte nicht wegen ihrer Teilzeit benachteiligt werden. Das gilt beispielsweise für Kündigungsfristen und Urlaubsansprüche, aber eben auch beispielsweise für Sonderzahlungen.
  5. Überstunden: Fallen Überstunden planbar an, sollten Sie diese miteinkalkulieren. Grundsätzlich zählen Überstunden zu dem laufenden Gehalt hinzu.
  6. Mehrfachbeschäftigung: Sie sind verpflichtet, Mehrfachbeschäftigungen zu kontrollieren. Mehrere Beschäftigungen auf 400-€-Basis können nämlich zur Überschreitung der 400-€-Grenze führen. Deshalb muss im Arbeitsvertrag von Ihnen bereits festgelegt sein, dass der Beschäftigte Sie über weitere Beschäftigungen aufklären und diese Ihnen anzeigen muss.
  7. Verzicht auf Rentenversicherungsfreiheit: Minijobber können auf eigene Kosten ihren Rentenversicherungsbeitrag bis zur Summe von 19,9 % aufstocken. Dann erhalten Sie Rentenansprüche. Auch darauf haben Sie den Minijobber hinzuweisen. Eine entsprechende Formulierung sollten Sie direkt im Arbeitsvertrag aufnehmen.
  8. Pauschalsteuer: Die Lohnsteuer sollten Sie pauschal abrechnen und nicht nach individuellen Merkmalen. Dann können Sie die Lohnsteuer nämlich auf Ihren Mitarbeiter abwälzen.

So viel kosten Sie die Beschäftigungsverhältnisse Ihrer 400-Euro-Kräfte

Soweit zu den acht wichtigsten Punkten für Ihren Arbeitsvertrag. Bei 400-€-Kräften können Sie schnell selbst errechnen, was diese Beschäftigungsverhältnisse kosten. Letztendlich zahlen Sie monatlich 30 % des Entgelts und zwar

  • 15 % Rentenversicherungspauschale,
  • 13 % Krankenversicherungspauschale und
  • 2 % Lohnsteuerpauschale.

Die Lohnsteuerpauschale können Sie, wie gesagt, auf den Beschäftigten abwälzen. Dann sollten Sie im Arbeitsvertrag einen Bruttolohn ausweisen und dem Beschäftigten den Nettolohn auszahlen.

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