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Verdienste abseits der Festanstellung: Richtlinien, Regelungen und mehr

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Die Ausübung eines zweiten Jobs neben dem Hauptberuf ist heutzutage längst keine Seltenheit mehr, dennoch wirft sie für viele Menschen weiterhin Fragen auf. Was muss bei der Anmeldung einer Nebentätigkeit beachtet werden, welche Möglichkeiten des Verdienstes abseits der Festanstellung gibt es und lohnt wie verhält es sich in einem solchen Fall mit dem Hauptberuf? Rechte und Pflichten gilt es bestenfalls bereits im Vorfeld in Erfahrung zu bringen, damit letztendlich keine böse Überraschung die Folge ist.

Zunächst gilt es zu klären, worin sich Haupt- und Nebenjob überhaupt unterscheiden und warum dieser Unterschied so relevant ist. Die Unterteilung der beiden Berufsformen stammt aus dem Sozialversicherungsrecht, sie dient also der Feststellung, ob eine Versicherungspflicht vorliegt oder eben nicht. Die Abgrenzung zwischen beiden Bereichen sollte also deutlich sein, damit es keine Probleme gibt. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass selbständige Tätigkeiten und die abhängige Beschäftigung sich im Laufe der Zeit verändern und sich dabei auch der zeitliche wie auch wirtschaftliche Mittelpunkt der Berufstätigkeit verschiebt. Als Hauptberuf gilt in der Regel die Beschäftigung, bei der eine wöchentliche Arbeitszeit von über 18 Stunden anfällt und zudem ein höheres Einkommen erzielt wird.

Solange die Nebentätigkeit eindeutig als solche erkennbar ist, ändert sich auch hinsichtlich der Sozialversicherung als Angestellter nichts. Renten-, Pflege- und Krankenversicherung bleiben also erhalten und auch die Beiträge erhöhen sich nicht. Probleme kann es dafür jedoch mit dem bisherigen Arbeitgeber geben, denn dieser muss der neuen Nebentätigkeit nicht einfach ohne weiteres zustimmen, wenngleich er sie auch nicht direkt verbieten darf, sofern dies nicht im Arbeitsvertrag geregelt ist. Folgendes ist dabei zu beachten, damit der Arbeitgeber keinen Grund zur Klage hat:

  • Loyalitätspflicht

Die neue Nebentätigkeit darf dem Unternehmen keine Konkurrenz machen. Wer mit Kunden des Arbeitgebers auf eigene Faust zusammenarbeitet, verletzt seine Loyalitätspflicht.

  • Leistungsfähigkeit

Weiterhin darf die Leistungsfähigkeit nicht unter der Nebenbeschäftigung leiden. Werden die Arbeitsleistung, die Einsatzfähigkeit oder die Belastbarkeit auf diesem Wege beeinträchtigt, so verletzt der Arbeitnehmer seine Arbeitnehmerpflichten. Auch die Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes spielen hier eine Rolle: die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit darf nicht über 48 Stunden liegen – wer also bereits 40 Stunden Vollzeit arbeitet, hat nur noch lediglich 8 Stunden pro Woche übrig.

  • Urlaub und Krankheitstage

Wer krankgeschrieben ist oder seinen Urlaub nutzt, der hat diese Zeit zur Erholung zu nutzen, nicht jedoch, um währenddessen für einen anderen Auftraggeber zu arbeiten. Dies ist auch laut Bundesurlaubsgesetz strikt verboten.

Wer hier nicht über die Stränge schlägt und seinem Arbeitgeber keinen Grund zum Zweifeln gibt, hat in der Regel jedoch nichts zu befürchten.

Nebenberuflich selbständig

In Deutschland wächst die Zahl der nebenberuflich Selbständigen bereits seit einigen Jahren kontinuierlich, mittlerweile ist sogar jede zweite Gründung ein Nebengewerbe. Grundsätzlich herrscht hierzulande eine Berufs- und Gewerbefreiheit, sodass ein interessierter sich in dem Berufszweig selbständig machen darf, den er bevorzugt. Ausnahmen stellen lediglich einige sicherheits- und gesundheitsgefährdende Berufssparten dar, darunter das Gesundheitswesen, das Transport- oder auch Gastgewerbe. Dort sind behördliche Genehmigungen, Prüfungen, Untersuchungen und mehr notwendig.

1. Gewerbe

Eine selbständige Tätigkeit muss als Gewerbe angemeldet werden, damit die Einnahmen ordnungsgemäß registriert und versteuert werden können. Zu der Einkommenssteuer kommt dabei noch die Gewerbesteuer hinzu. Die Anmeldung erfolgt über das zuständige Gewerbeamt und lässt sich bereits für einen geringen Betrag realisieren.

2. Freiberufler

Neben der gewerblichen Tätigkeit besteht außerdem die Möglichkeit, als Freiberufler aktiv zu werden. Bei freiberuflichen und ähnlichen selbständigen Tätigkeiten wird kein Gewerbeschein benötigt, stattdessen genügt bereits eine einfache Mitteilung an das Finanzamt. Sollte es sich sogar nur um eine einmalige oder sehr seltene Ausübung der Tätigkeit handeln, darf sogar diese Meldung entfallen. Die Angabe der zusätzlichen Einkünfte muss dann lediglich bei der nächsten Einkommenssteuererklärung angegeben werden.

WICHTIG: Nicht jeder kann jedoch als Freiberufler arbeiten, denn in diese Sparte fallen nur die sogenannten „Freien Berufe“. Zu ihnen gehören vor allem Künstler wie Schriftsteller oder Musiker, aber auch Ärzte oder Heilpraktiker müssen kein Gewerbe anmelden. Die Freien Berufe unterscheiden sich insofern vom Gewerbe, als dass sie Ausführenden hier eine besondere Begabung oder eine hohe Qualifikation benötigen.

Weiterhin lohnt sich in diesem Zusammenhang ein Blick auf die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Diese greift, wenn ein Selbständiger nur geringe Umsätze verzeichnet. Derjenige kann sich von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, sofern der Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr unter 17.500 Euro lag und den Betrag von 50.000 Euro im laufenden Kalenderjahr nicht übersteigen wird.

Alternative: Minijob

Wer sich nicht selbständig im Nebenerwerb machen möchte, der kann stattdessen auch über die Möglichkeit eines Minijobs nachdenken. Hier dürfen Arbeitnehmer bis zu 450 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Ist das Einkommen höher, so wird der Zweitjob allerdings ebenfalls sozialversicherungspflichtig – in dem Fall ist entscheidend, wie hoch die Einkünfte beider Tätigkeiten insgesamt sind. Wird eine bestimmte Grenze überschritten (bei den gesetzlichen Krankenkassen lag diese bei 3.938 im Jahr 2013), so wird der Beitrag angehoben.

Die Kombination aus Minijob und Hauptberuf kann sich durchaus lohnen, da hier einerseits alle Leistungen der Versicherungen abgedeckt werden und andererseits eine abgabefreie Tätigkeit ausgeführt wird. Während die Hauptbeschäftigung ganz regulär über die Lohnsteuerkarte läuft, so werden für den 450-Euro-Job maximal 2 Prozent Pauschalsteuer fällig.

Unerwartet Geld erhalten – Gewinne, Erbschaften und ähnliches

Neben erwirtschafteten Verdiensten ist es außerdem möglich, dass ein unerwarteter Geldsegen ins Haus stehen kann. Das gilt insbesondere für plötzliche Erbschaften mit lohnenswertem Nachlass oder einem großen Gewinn, etwa über die Lotterie oder ein Gewinnspiel.

Erbschaften

In der Regel bereiten sich Verwandte bereits auf eine mögliche Erbschaft vor und planen diese direkt mit der Familie. Davon abgesehen passiert es jedoch immer wieder (wenn auch selten), dass völlig unbekannte und fern verwandte Personen versterben und die Erbschaft dementsprechend überraschend kommt. Ein solcher Fall tritt ein, wenn professionelle Erbenermittler sich in aufwendiger Detektivarbeit auf die Suche machen – beauftragt werden sie als gerichtlich bestellte Nachlasspfleger und sind somit in offiziellem Einsatz unterwegs. In der Praxis handelt es sich dabei allerdings nur selten um Millionenbeträge, die von einem Alleinerben bezogen werden. Vielmehr wird der Betrag auf ganze Erbengemeinschaften aufgeteilt, sodass mitunter nur noch wenige 100 Euro pro Person übrig bleiben. Auch für die Ermittler lohnt sich der Aufwand der Suche, denn sie erhalten eine erfolgsabhängige Pauschale, die bei rund 25 Prozent der Nettoerbschaft liegt. Sobald die Erbschaftsfolge ermittelt wurde, verhält es sich hier rechtlich betrachtet nicht anders als bei einer „normalen“ Erbschaft. Zur Abwicklung des Nachlasses wird meist der Erbschein als Legitimation benötigt, alternativ kann aber auch ein Notar aufgesucht werden. Fällig werden hier bereits erste Gebühren, aber auch die Erbschaftssteuer gilt es zu berücksichtigen – während es bei nahen Angehörigen noch hohe Freibeträge gibt, so müssen sich sonstige Erben teilweise mit bis zu 20 Prozent Erbschaftssteuer arrangieren. Ob der Erbe währenddessen in einer Festanstellung, Geringverdiener oder arbeitslos ist, hat übrigens keine Auswirkung auf die Auszahlung der Erbschaft.

  • Gewinne

Anders als eine Erbschaftssumme handelt es sich bei Lottogewinnen grundsätzlich um eine Art steuerfreies Einkommen. Zwar fließt dennoch ein gewisser Teil in die Staatskasse, dieser wird aber direkt von den Teilnahmegebühren entnommen. Schwieriger wird es hingegen, wenn das so gewonnene Geld angelegt wird und dementsprechend ein Ertrag abgeworfen wird – spätestens jetzt fallen Steuern an, ganz gleich, wie gering die Zinsen auch sein mögen.

  • Schenkungen

Schenkungen gelten im Grunde nicht als Zuverdienst, dennoch müssen Verbraucher auch hier mit einigen steuerlichen Stolpersteinen rechnen. Gerade bei Geldgeschenken ist besondere Vorsicht geboten, denn eine Schenkung unterliegt den gleichen Steuersätzen und Bewertungsvorschriften wie eine Erbschaft. Fast immer kommen daher auch die gleichen Steuersätze und – noch wichtiger – Steuerbefreiungen zur Anwendung. Sofern eine Schenkung den Freibetrag übersteigt, ist sie steuerpflichtig. Die Freibeträge wiederum werden je nach Verwandtschaftsverhältnis zwischen Schenker und Beschenktem gewährt. Ehepartner sowie Eltern und Kinder werden dabei am meisten bevorzugt.

  • Einkünfte aus ehrenamtlichen Tätigkeiten

Wer in einer gemeinnützigen Einrichtung tätig ist, kann auch hier mitunter von geringen Verdiensten profitieren. Diese kommen zustande, da die sogenannte Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale greift, die steuerfreie Aufwandsentschädigungen realisiert. Ähnlich eines Nebenjobs darf auch hier die maximale Höchstdauer der Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten werden. Auch hier sollte der Arbeitgeber über die Tätigkeiten informiert werden, wenngleich er die freiwillige Arbeit nur in einem absoluten Ausnahmefall verbieten darf. Gerade das Engagement in einer Gewerkschaft steht aber beispielsweise unter besonderem Schutz und muss vom Arbeitgeber geduldet werden. Die ehrenamtliche Tätigkeit unterliegt zudem ebenso der Einkommenssteuerpflicht, muss also mit angegeben werden, selbst wenn es sich nur um eine geringe Aufwandsentschädigung handelt. Ein Beitrag in Höhe von 2.100 Euro pro Jahr ist steuerfrei. Steuerliche Vorteile genießen außerdem diejenigen, deren Ehrenamt stark mit dem Hauptberuf zusammenhängt, denn dort lassen sich die Ausgaben auf die Haupteinkünfte anrechnen.

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