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Was tun, wenn eine 400-Euro-Kraft wegen Mehrfachbeschäftigung in die Gleitzone abgeglitten ist?

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Urlaubsvertretung

Von Günter Stein,

Arbeitet ein Mitarbeiter in mehreren 400-€-Minijobs und übersteigen die Entgelte aus den Beschäftigungen die 400-€-Grenze nicht, gelten keine Besonderheiten. Sie und alle anderen Arbeitgeber führen die Pauschalen aus den entsprechenden Entgelten ab.

 

Beispiel: Ein Minijobber verdient bei Ihnen 200 € monatlich, bei Arbeitgeber B 100 € und bei Arbeitgeber C ebenfalls 100 €. Sie und die beiden anderen Arbeitgeber zahlen jeweils eine Pauschale von monatlich 30 % des Entgelts: Die Pauschale Ihres Unternehmens beläuft sich auf insgesamt 60 € (30 € zur Rentenversicherung (15 %), 26 € zur Krankenversicherung (13 %) und 4 € Pauschalsteuer (2 %)). Die Pauschalen von Arbeitgeber B und C betragen jeweils 30 € (15 € zur Rentenversicherung, 13 € zur Krankenversicherung und 2 € Pauschalsteuer).

So gehen Sie vor, wenn das Entgelt in der Gleitzone liegt

Für den Fall, dass durch Zusammenrechnung von mehreren geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen Versicherungspflicht besteht und sich das Gesamtentgelt innerhalb der Gleitzone befindet, erhalten Sie von der Krankenkasse die Information über das Gesamtentgelt des Mitarbeiters. Anhand dieser Information berechnen Sie die Beiträge des Mitarbeiters nach folgender Formel:
((1,2509 x GAE – 200,72) x EAE) ÷ GAE = beitragspflichtige Einnahme
EAE = Einzelarbeitsentgelt
GAE = Gesamtarbeitsentgelt
Das Ergebnis ist auf 2 Dezimalstellen zu runden.

Beispiel:
Ein Beschäftigter verdient bei Ihnen 350 € (Arbeitgeber A), bei Arbeitgeber B 200 € und bei Arbeitgeber C 150 €. Die Entgelte müssen zusammengerechnet werden und ergeben insgesamt 700 €. Diesen Betrag bekommen Sie von der Krankenkasse mitgeteilt.
Ermittlung des Gleitzonenentgelts:
Arbeitgeber A
((1,2509 x 700 € – 200,72) x 350 € ÷ 700 € = 337,46 €
Arbeitgeber B
((1,2509 x 700 € – 200,72) x 200 € ÷ 700 € = 192,83 €
Arbeitgeber C
((1,2509 x 700 € – 200,72) x 150 € ÷ 700 € = 144,62 €
Achtung: Wenn für das Jahr 2013 ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag von mehr als 0 € festgelegt werden sollte, müssen Sie ab dem 1.1.2013 auch die erforderlichen Informationen zur Feststellung eines Anspruchs auf Sozialausgleich auf Basis des qualifizierten Meldedialogs zwischen den Krankenkassen und Arbeitgebern austauschen.

 

Beachten Sie Ihre neue Meldepflicht

Seit 1.1.2012 erstatten Sie eine GKV-Monatsmeldung für mehrfachbeschäftigte Mitarbeiter, wenn diese sich mit ihrem Gesamtentgelt in der Gleitzone befinden. Erkennt eine Krankenkasse etwa aufgrund einer weiteren Anmeldung, dass ein Mitarbeiter eine weitere Beschäftigung ausübt, informiert sie die betreffenden Arbeitgeber mit der Krankenkassenmeldung hierüber. Gleichzeitig werden die Arbeitgeber zur Abgabe der GKV-Monatsmeldung aufgefordert. Auf Grundlage der abgegebenen GKV-Monatsmeldungen prüft die Krankenkasse die Anwendung der Gleitzonenregelung und das Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenzen bei diesem Mitarbeiter.

So gehen Sie bei Versicherungspflicht vor

Übt ein Beschäftigter mehrere versicherungspflichtige Tätigkeiten aus, beispielsweise mehrere Beschäftigungen in der Gleitzone, gelten für alle Beschäftigungen zusammen die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) nur einmal. Übersteigt das Entgelt aus allen versicherungspflichtigen Beschäftigungen zusammen die BBG, zahlt der einzelne Arbeitgeber nur anteilige Beiträge. Für die Ermittlung des beitragspflichtigen Entgelts aus der jeweiligen Beschäftigung gilt folgende Formel:
Jeweilige BEG x EAE ÷ GAE
Beispiel: Ein Mitarbeiter verdient bei Ihnen (Arbeitgeber A) 800 €, bei einem weiteren (Arbeitgeber B) 700 € und bei Arbeitgeber C 3.000 €. Die Gleitzonenregelung ist nicht anwendbar, da eine Zusammenrechnung der Entgelte von Arbeitgeber A und B stattfindet und diese 800 € monatlich übersteigen. Daraus ergeben sich folgende Beitragsbemessungsgrenzen für die Beiträge zur Krankenversicherung (BBG 2012: 3.825 €):
Arbeitgeber A: 3.825 € x 800 € ÷ 4.500 € = 680 €
Arbeitgeber B: 3.825 € x 700 € ÷ 4.500 € = 595 €
Arbeitgeber C: 3.825 € x 3.000 € ÷ 4.500 € = 2.550 €
Achtung: Ist in einem bzw. in mehreren der Beschäftigungsverhältnisse für sich gesehen bereits die BBG überschritten, sind die beitragspflichtigen Einnahmen seit dem 1.1.2012 aus dem jeweiligen Versicherungsverhältnis vor der Verhältnisberechnung nach der o. g. Formel auf die maßgebliche BBG zu reduzieren.

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