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Wie Sie Minijobbern Vorteile verschaffen, die Sie nichts kosten

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Lohn Gehalt Minijobs

Von Günter Stein,

Wie belohnen Sie am besten gute Aushilfen, die auf 400-Euro-Basis arbeiten? Mehr Geld zahlen geht nicht so einfach, denn schnell ist da die magische Verdienstgrenze von 400 Euro im Monat überschritten.

Die Beschäftigung wird sozialversicherungspflichtig, Sie haben höheren Verwaltungsaufwand und Ihr Mitarbeiter hat netto deutlich weniger in der Tasche. Was also ist machbar, das erstens nichts oder nicht viel kostet, 2. Ihren Aushilfen echte Vorteile bringt und 3. finanzamtsicher ist?

Minijobs: Trinkgeld zählt nicht zum Lohn

Tipp 1: Lassen Sie die Gäste belohnen. Und zwar mit Trinkgeld. Das kostet Sie nichts, zählt nicht zum Arbeitslohn und gefährdet die 400-€-Grenze damit nicht. Zwei Modelle bieten sich an:

Modell 1: Jedem das Seine. Hier behält jeder Mitarbeiter das Trinkgeld, das er von den Gästen erhält. Wer gut ist, bekommt in der Regel auch mehr. Vorteil: hoher Ansporn, bei den Gästen gut anzukommen. Nachteil: kann auch zu Neid und Missgunst unter Ihren Mitarbeitern führen und kontraproduktiv sein, wenn Sie ein starkes Team benötigen. Außerdem sorgt dieses Modell regelmäßig für Ungerechtigkeiten, wenn beispielsweise Mitarbeiter A einen Tisch den ganzen Abend bedient, Mitarbeiter B nur die Rechnung bringt und das Trinkgeld kassiert.

Modell 2: Zuschuss aus dem Tronc. Alle Trinkgelder werden gesammelt und dann an die Mitarbeiter nach einem bestimmten Schlüssel ausgezahlt. Den bestimmen Sie anteilig je nach Arbeitszeit, ergänzen ihn aber um einen Leistungsanteil, z. B. 20–30 % des Tagestrinkgeldes. Besonders gute Leistungen belohnen Sie dann mit diesem Geld. Vorteil: gerechter, vermeidet Streit, wenn mehrere Mitarbeiter einen Tisch oder Gast bedienen, fördert die Gemeinschaft. Nachteil: Das selbst eingenommene Trinkgeld muss abgegeben werden.

Minijobs: Freibetrag für Personalrabatt

Tipp 2: Geben Sie Personalrabatt. Sie gewähren auf Speisen und Getränke, die ein Mitarbeiter in Ihrer Gaststätte konsumiert oder nach Hause mitnimmt, einen Rabatt (z. B. 30–50 %) oder geben diese sogar kostenlos ab.

  • Solche Personalrabatte sind bis zu einem Freibetrag von 1.080 € pro Mitarbeiter und Kalenderjahr für Ihren Mitarbeiter einkommensteuer- und sozialabgabenfrei.
  • Dieser Wert meint den Betrag, den Ihr Mitarbeiter einspart (bei einem bestimmten Rabattsatz in Prozent also nicht den ermäßigten Betrag, den er Ihnen zahlt).
  • Wichtig: Dieser Freibetrag gilt nur für Rabatte auf Leistungen, die Sie auch anderen als Ihren Mitarbeitern, also Ihren Gästen, anbieten.
  • Für Rohwaren wie Fleisch und Fisch beispielsweise gilt dieser Freibetrag nicht.
  • Halten Sie alle gewährten Personalrabatte im Lohnkonto mit Produkt, Abgabetag und den Abgabeort fest. Dazu sind Sie steuerrechtlich verpflichtet.
  • Beachten Sie: Die Gratis-Abgabe von Speisen und Getränken an Mit-arbeiter müssen Sie als Eigenverbrauch (so genannte „unentgeltliche Wertabgabe“) steuerlich als Einnahme verbuchen. Dafür gibt es die so genannten „Pauschbeträge“.

 

Minijobs: Freigrenze für Sachbezüge

Tipp 3: Locken Sie mit Sachwerten. Mal ein paar Flaschen Wein, etwas aus dem Warenlager, einen Kino-Gutschein, Fahrkarten… auch mit Kleinigkeiten lassen sich gute Leistungen anerkennen. Doch hier will das Finanzamt mit profitieren, denn jeder Sachvorteil („Sachbezug“) ist ein geldwerter Vorteil, der der Lohsteuer unterliegt und für den Sozialversicherungsbeiträge fällig werden – allerdings gibt es hier eine Freigrenze.

  • Bis einschließlich 44 € (inklusive Mehrwertsteuer) pro Mitarbeiter und Monat bleiben diese Sachbezüge steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Vorsicht: Die 44 € sind eine Freigrenze. Wird sie überschritten, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig und nicht wie bei einem Freibetrag nur der Betragsteil, der die Grenze überschreitet.
  • Den Sachbezug dürfen Sie nur monatlich gewähren – Sie können nicht beispielsweise von Januar bis November nicht von dieser Regelung Gebrauch machen und dann im Dezember Sachbezüge im Wert von 12 mal 44 € gewähren.

Minijobs: Geschenke aus persönlichem Anlass

Tipp 4: Spornen Sie an mit Aufmerksamkeiten. Eine weitere Möglichkeit, Mitarbeitern steuerlich begünstigte Vorteile zukommen zu lassen, sind die so genannten „Aufmerksamkeiten“ bis zu einem Bruttowert von 40 €. Dazu zählt alles, was Sie Ihrem Mitarbeiter (oder einem seiner Angehörigen) aus einem bestimmten persönlichen Anlass schenken – außer Geld oder einem Gutschein mit einem Geldbetrag. Typischer Fall ist ein Geburtstagsgeschenk.

Beachten Sie: Dieser Freibetrag gilt je Anlass, nicht je Monat! Gibt es also 2 Anlässe im selben Monat (z. B. Geburtstag des Mitarbeiters und eines Angehörigen), dürfen Sie ihm 2-mal ein Geschenk jeweils bis maximal 40 € inklusive Mehrwertsteuer machen.

Tipp 5: Unterstützen Sie durch Darlehen. Doch gerade bei 400-€-Kräften müssen Sie ganz genau bei den Konditionen aufpassen, sonst führt das Darlehen zu einem geldwerten Vorteil. Der Zinssatz muss „marktüblich“ (oder höher) sein, das heißt mindestens dem zum Zeitpunkt der Vereinbarung geltenden Effektivzinssatz der Deutschen Bundesbank entsprechen (www.bundesbank.de, links auf „Statistik“ klicken, dann auf „Zinsen-Renditen“, „Tabellen“ und schließlich auf „EWU-Zinsstatistik“). Von diesem Effektivzinssatz dürfen Sie noch einen Abschlag von 4 % machen.

Tipp 6: Danken Sie mit Festen. Sommerfeste, Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern… hier gibt sich der Fiskus großzügig. Zuwendungen (wie Essen und Getränke) sind hier bis zur Freigrenze von 110 € (inklusive Mehrwertsteuer!) steuer- und sozialversicherungsfrei und gefährden die 400-€-Grenze nicht. Aber Vorsicht: Machen Sie nicht zu viele solcher Veranstaltungen! Zwei pro Jahr hat der Bundesfinanzhof als angemessen angesehen (Urteil vom 16.11.2005, Az. VI R 68/00).

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