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Für Entgeltabrechner sind die Unübersichtlichkeit und Sperrigkeit des derzeitigen Reisekostenrechts besonders bedauerlich, weil sie so oft damit...

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Reisekosten: Wie war das noch mit der Umsatzsteuer bei Übernachtungen?

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Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Von Midia Nuri,

Das hat damals ordentlich Wind gemacht, als die Bundesregierung den ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % für Beherbergungsleistungen eingeführt hat.

Diese „Hotelsteuer“ ist ja leider auch ein Paradebeispiel dafür, wie selbst eine geringfügige Gesetzesänderung einen bürokratischen Aufwand sondergleichen auslösen kann. Nur weil mal wieder die praktischen Folgen für den Betriebsalltag nicht durchdacht waren. Denn Sie müssen seither einige Spitzfindigkeiten bei der Umsatzsteuer beachten, die vorher überhaupt kein Thema waren.

Für Hotelübernachtungen gelten verschiedene Umsatzsteuersätze

Ein Anwendungserlass der Finanzverwaltung von 2011 regelt, worauf Sie bei der Umsatzsteuer für Beherbergungsleistungen achten müssen. Denn der ermäßigte Satz betrifft nicht alles, was Hotels anbieten.

In diesen Fällen werden 7 % Umsatzsteuer fällig

Voraussetzung für den ermäßigten Steuersatz ist: Die erbrachte Leistung muss unmittelbar der Beherbergung dienen. Das ist bei folgenden Leistungen der Fall, auch wenn diese gegen gesondertes Entgelt erbracht werden:

  • Überlassung von möblierten und mit anderen Einrichtungsgegenständen (z. B. Fernsehgerät, Radio, Telefon, Zimmersafe) ausgestatteten Räumen
  • Stromanschluss
  • Überlassung von Bettwäsche, Handtüchern und Bademänteln
  • Reinigung der gemieteten Räume
  • Bereitstellung von Körperpflegeutensilien, Schuhputz- und Nähzeug
  • Weckdienst
  • Bereitstellung eines Schuhputzautomaten
  • Mitunterbringung von Tieren in den überlassenen Wohn- und Schlafräumen

In diesen Fällen bleibt es beim vollen Umsatzsteuersatz

Doch es gibt auch Dienstleistungen, für die Sie weiter den vollen Umsatzsteuersatz von 19 % an Hotels zahlen müssen: für

  • Leistungen, die nicht zu den Beherbergungsleistungen zählen und für
  • Nebenleistungen zur Beherbergung, die mit dem Entgelt für die Vermietung abgegolten sind.

 

Konkret sind das:

1. Leistungen, die nicht zu den Beherbergungsleistungen zählen

Diese Leistungen sind nach § 12 Abs. 2 Nr. 11 UStG nicht begünstigt:

  • Überlassung von Tagungsräumen
  • Überlassung von Räumen zur Ausübung einer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit
  • Gesondert vereinbarte Überlassung von Plätzen zum Abstellen von Fahrzeugen
  • Überlassung von nicht ortsfesten Wohnmobilen, Caravans, Wohnanhängern, Hausbooten und Yachten
  • Beförderungen in Schlafwagen der Eisenbahnen
  • Überlassung von Kabinen auf der Beförderung dienenden Schiffen
  • Vermittlung von Beherbergungsleistungen
  • Umsätze von Tierpensionen
  • Unentgeltliche Wertabgaben (z. B. Selbstnutzung von Ferienwohnungen) Leistungen, die nicht unmittelbar der Vermietung dienen (19 % Umsatzsteuer, sofern nicht anders geregelt)

2. Nebenleistungen zur Beherbergung

Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 11 Satz 2 UStG gilt die Steuerermäßigung auch nicht für Leistungen, die nicht unmittelbar der Vermietung dienen, selbst wenn es sich um Nebenleistungen zur Beherbergung handelt und diese Leistungen mit dem Entgelt für die Vermietung abgegolten sind. Der Grund ist das Aufteilungsgebot.

Hierzu zählen insbesondere:

  • Verpflegungsleistungen (z. B. Frühstück, Halb- oder Vollpension, „All inclusive“)
  • Getränkeversorgung aus der Minibar
  • Nutzung von Kommunikationsnetzen (insbesondere Telefon und Internet)
  • Nutzung von Fernsehprogrammen außerhalb des allgemein und ohne gesondertes Entgelt zugänglichen Programms („pay per view“)
  • Leistungen, die das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden steigern („Wellnessangebote“). Die Überlassung von Schwimmbädern oder die Verabreichung von Heilbädern im Zusammenhang mit einer begünstigten Beherbergungsleistung kann dagegen nach § 12 Abs. 2 Nr. 9 Satz 1 UStG dem ermäßigten Steuersatz unterliegen.
  • Überlassung von Fahrberechtigungen für den Nahverkehr, die jedoch nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG dem ermäßigten Steuersatz unterliegen können
  • Überlassung von Eintrittsberechtigungen für Veranstaltungen, die jedoch nach § 4 Nr. 20 UStG steuerfrei sein oder nach § 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. a oder d UStG dem ermäßigten Steuersatz unterliegen können
  • Transport von Gepäck außerhalb des Beherbergungsbetriebs
  • Überlassung von Sportgeräten und -anlagen
  • Ausflüge
  • Reinigung und Bügeln von Kleidung, Schuhputzservice
  • Transport zwischen Bahnhof/Flughafen und Unterkunft

 

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