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Beachten Sie die neuen Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung!

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Von Günter Stein,

Jährlich ändern sich in der Sozialversicherung die so genannten Bemessungsgrenzen.

Im Einzelnen geht es hierbei um die

  1. Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung auf der einen und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung auf der anderen Seite,
  2. Jahresarbeitsentgeltgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung und
  3. die Bezugsgröße, die für alle Zweige der Sozialversicherung von Bedeutung ist.

Die Beitragsbemessungsgrenzen

Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung werden bei Arbeitnehmern aus dem Bruttoarbeitsentgelt bemessen. Dabei werden in den einzelnen Versicherungszweigen die Entgelte jeweils nur bis zu einer bestimmten Bemessungsgrenze berücksichtigt. Entgelt, das diese Bemessungsgrenze übersteigt, spielt bei der Beitragsberechnung keine Rolle.

Wie oben bereits erwähnt, wird zwischen einer Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung einerseits und in der Renten- und Arbeitslosenversicherung andererseits unterschieden.

In der Kranken- und Pflegeversicherung gelten im gesamten Bundesgebiet die gleichen Werte. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es in den alten und neuen Bundesländern Unterschiede.

In der Krankenversicherung bleibt es für 2007 bei der für 2006 geltenden monatlichen Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 3.562,50 €. Dies entspricht einem Jahresbetrag von 42.750 €.

Sie müssen hier also nicht mit höheren Aufwendungen im Vergleich zum Jahr 2006 rechnen.

Wie 2006 beläuft sich 2007 der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 463,12 €. Hiervon tragen Sie und Ihre Arbeitnehmer jeweils die Hälfte, also 231,56 €. Außerdem müssen Ihre Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag von 0,9 % entrichten.

In der Pflegeversicherung gilt die gleiche Beitragsbemessungsgrenze. Hier ist ein bundeseinheitlicher Beitragssatz von 1,7 % zu beachten. 2006 fiel ein Höchstbeitrag von 60,56 € an. Dieser Betrag gilt auch im Jahr 2007.

Ist Ihr Arbeitnehmer kinderlos, muss er einen zusätzlichen Beitrag von 0,35 % seines Arbeitsentgelts an die Pflegeversicherung zahlen.

Teilzeitkräfte werden die Beitragsbemessungsgrenze in der Regel nicht erreichen. Bei Teilzeitkräften mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen sind die Entgelte allerdings zusammenzuzählen.

Für die wichtigsten Bemessungszeiträume galten bzw. gelten in der Kranken- und Pflegeversicherung 2007 folgende Werte:

Zeitraum
Jahr42.750,00
Monat3.562,50
Woche831,25
Kalendertag118,75
2 Wochen1.662,50
4 Wochen3.325,00
5 Wochen4.156,25

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung gibt es Änderungen

Wie bereits erwähnt, gelten für die Renten- und Arbeitslosenversicherung in den alten und neuen Bundesländern jeweils andere Werte.

In den alten Bundesländern tritt keine Änderung im Vergleich zu 2006 ein. Deshalb ist nach wie vor 2007 ein Wert von 5.250 € im Monat maßgeblich. Das entspricht einem Jahresbetrag von 63.000 €. Der monatliche Höchstbeitrag betrug 2006 und beträgt 2007 in der Rentenversicherung 1.023,76 €.

In den neuen Bundesländern liegt die neue Beitragsbemessungsgrenze bei 4.550 €. Dies entspricht einem Jahresbetrag von 54.600 €. 2006 war hierfür noch ein Monatsbetrag von 4.400 € maßgebend. Dies entsprach einem Jahresbetrag von 52.800 €.

In den alten Bundesländern müssen Sie 2007 in der Arbeitslosenversicherung wie 2006 341,26 € an die Einzugsstelle überweisen. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihr Arbeitnehmer mit seinem Arbeitsentgelt die Beitragsbemessungsgrenze überschreitet.

Ihr Arbeitgeberanteil beläuft sich auf die Hälfte.

In den wichtigsten Beitragsbemessungszeiträumen müssen Sie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung im Jahr 2007 folgende Werte beachten (die Werte für 2006 sind in Klammern gesetzt):

Zeitraumalte Länder in €neue Länder in €
Jahr63.000,00(63.000,00)54.600,00(52.800,00)
Monat5.250,00(5.250,00)4.550,00(4.400,00)
Woche1.225,00(1.213,33)1.061,69(1.026,69)
Kalendertag175,00(173,33)151,67(146,67)
2 Wochen2.450,00(2.426,62)2.123,38(2.053,38)
4 Wochen4.900,00(4.853,24)4.246,76(4.106,76)
5 Wochen6.125,00(6.066,55)5.308,45(5.133,45)
Wichtig: Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gilt auch für die Umlagen zur Entgeltfortzahlungsversicherung. Zur Entgeltfortzahlungsversicherung U 2 ist die Umlage von Ihnen auf jeden Fall zu zahlen. Alle Betriebe gehören nämlich der Ausgleichsversicherung U 2 für die Aufwendungen aus Anlass von Schwanger- und Mutterschaft an. Die Umlage zur Ausgleichsversicherung U 1 müssen Sie aber nur zahlen, wenn Sie mit Ihrem Betrieb dieser Versicherung angehören.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenzen

Arbeitnehmer unterliegen in der Kranken- und Pflegeversicherung nur bis zur Höhe der so genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze der Versicherungspflicht. Allerdings werden hierbei zwei Jahresarbeitsentgeltgrenzen unterschieden.

Neben der allgemein geltenden Grenze gibt es noch eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze für Arbeitnehmer, die am 31.12.2002 wegen Überschreitens der an diesem Tag geltenden Grenze krankenversicherungsfrei waren. Außerdem mussten diese Personen privat krankenversichert gewesen sein. Allgemein wird dabei von Bestandsfällen gesprochen.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze gilt einheitlich im gesamten Bundesgebiet. Die allgemeine Grenze beläuft sich 2007 auf 47.700 €. 2006 waren 47.250 € maßgebend. Für Bestandsfälle gelten 2007 wie im Jahre 2006 42.750 €.

Ihre Teilzeitkräfte werden die Jahresarbeitsentgeltgrenze mit ihrem Entgelt in der Regel nur überschreiten, wenn sie noch bei anderen Arbeitgebern beschäftigt sind. Denn dann müssen Sie die einzelnen Verdienste zusammenrechnen.

Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie überschritten wird. Wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahrs an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt, gilt dies nicht. Bei rückwirkender Erhöhung des Entgelts endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist. Hat Ihr Arbeitnehmer also im Laufe des Jahres 2006 die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten und ist sein Entgelt auch 2007 höher als die dann geltende Grenze, scheidet er mit dem Jahresende 2006 aus der Versicherungspflicht aus.

Bezugsgröße

Die Bezugsgröße drückt das Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Jahr aus. Für die neuen und die alten Bundesländer gelten hierbei verschiedene Werte. Soweit es allerdings um die Kranken- und Pflegeversicherung geht, gelten die Westwerte auch in den neuen Bundesländern. 2007 (die Werte für 2006 sind in Klammern gesetzt):

Zeitraumalte Länder in €neue Länder in €
Jahr29.400(29.400)25.200(24.780)
Monat2.450(2.450)2.100(2.065)

Die Bezugsgröße ist Ausgangswert für verschiedene andere Grenzwerte, die beispielsweise im Leistungsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung eine wesentliche Rolle spielen. So ist die kostenfreie Familienversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung unter anderem davon abhängig, dass der mitversicherte Familienangehörige mit seinem Gesamteinkommen den Betrag von einem Siebtel der Bezugsgröße nicht überschreitet. 2007 sind das wie im Vorjahr 350 €.

Wichtig: Ist ein Familienangehöriger geringfügig beschäftigt, das heißt, hat er im Monat kein höheres Gesamteinkommen als 400 €, ist diese Grenze maßgebend. Er hat also trotz Überschreitung des Grenzwerts von 350 € weiterhin einen Anspruch aus der Familienversicherung (z. B. seines Ehegatten), wenn er zwar mehr als 350 €, jedoch nicht mehr als 400 € bezieht.

 

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