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Freie Mitarbeiter: Die falsche Bezeichnung kann teuer werden

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Von Günter Stein,

Besonders bei Aushilfen, die nur sporadisch für Ihr Unternehmen tätig werden, ist es für Sie häufig schwer zu beurteilen, ob es sich um freie oder um abhängig beschäftigte (und damit in der Regel sozialversicherungspflichtige) Mitarbeiter handelt.

Stufen Sie einen Mitarbeiter dabei fälschlicherweise als selbstständig ein, drohen Ihnen hohe Nachzahlungen. Ein aktuelles Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Nürnberg zeigt: Schon die falsche Bezeichnung kann dazu führen, dass ein Mitarbeiter seinen Selbstständigen- Status verliert (Beschluss vom 12.12.2007, AZ: 7 Ta 208/07).

Im Streitfall, in dem es um die Frage ging, ob die Arbeitsgerichte zuständig sind (dies ist nur bei abhängig beschäftigten Arbeitnehmern der Fall), erfüllte ein Mitarbeiter an sich die Kriterien eines Selbstständigen. Der Arbeitgeber gab aber gegenüber einer Behörde an, der Mitarbeiter sei bei ihm „in hauptberuflicher Tätigkeit angestellt“. Das brach ihm sozusagen das Genick: Der Beschäftigte konnte sich allein auf Grund dieser Bezeichnung den Arbeitnehmerstatus erstreiten.

Das bedeutet für Sie:

  1. Sie haben zwar einerseits nicht die Möglichkeit, aus einem fest angestellten Mitarbeiter einen Selbstständigen zu machen, indem Sie ihn als „freien Mitarbeiter“ bezeichnen. Da in diesem Fall die Gefahr besteht, dass Sie einfach nur arbeitsrechtliche (oder sozialversicherungsrechtliche) Vorschriften umgehen wollen, beurteilen die Behörden, Arbeitsgerichte etc. in dem Fall die tatsächlichen Verhältnisse und messen der Bezeichnung keine Bedeutung bei.
  2. Andererseits können Sie aber einem freien Mitarbeiter den Status eines Arbeitnehmers verleihen, indem Sie ihn offiziell entsprechend bezeichnen. Hier kann es Ihnen passieren, dass die Behörden, Arbeitsgerichte etc. den tatsächlichen Verhältnissen keine Beachtung schenken, sondern allein auf Ihre Bezeichnung abstellen.

Sie sollten also sehr darauf achten, wie Sie einen freien Mitarbeiter in seinem Vertrag oder gegenüber Behörden in Formularen etc. bezeichnen. Mit „Freier Mitarbeiter“ oder „Selbstständiger Unternehmer“ sind Sie auf der sicheren Seite.

Warum „frei“ günstiger ist

Die – finanziellen und organisatorischen – Unterschiede zwischen einem freien und einem festangestellten Mitarbeiter sind für Sie als Arbeitgeber gewaltig:

  1. Abhängig beschäftigte Mitarbeiter genießen zunächst zahlreiche arbeitsrechtliche Schutzvorschriften. Beispiele: Die Mitarbeiter haben – bei Vorliegen aller Voraussetzungen – einen gesetzlichen Kündigungsschutz, der es Ihnen erschwert, das Arbeitsverhältnis aufzulösen. Wann Sie den Vertrag mit einem freien Mitarbeiter beenden, hängt allein von der Vereinbarung ab, die Sie mit diesem getroffen haben. Abhängig Beschäftigte haben im Gegensatz zu Selbstständigen außerdem Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder bei Urlaub.
  2. Für Selbstständige, die für Sie arbeiten, müssen Sie keine Sozialversicherungsbeiträge und keine Lohnsteuer abführen. Sie schulden diesen Mitarbeitern nur das vereinbarte Honorar. Auch Meldungen müssen Sie für diese Mitarbeiter keine erstatten. Für Künstler und Publizisten müssen Sie allerdings eine Abgabe an die Künstlersozialkasse zahlen.

Haben Sie also – gerade bei Aushilfstätigkeiten, für die es auf die Eingliederung ins Unternehmen nicht unbedingt ankommt – die Möglichkeit, freie statt festangestellte Mitarbeiter zu beschäftigen, sollten Sie dies unbedingt tun.

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