Gratis-Download

Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

Jetzt downloaden

Gehalt: Firmenwagen und 1%-Regel

0 Beurteilungen
Alttext zum Bild

Von Günter Stein,

Frage: Ist die 1-%-Regel auch bei Mitarbeitern, die ausschließlich von zu Hause aus arbeiten, anzuwenden? Wenn ja, wie verhält es sich mit der maßgeblichen Wegstrecke, wenn ein Mitarbeiter aufgrund einer sehr weiten Wegstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einen 100%igen Heimarbeitsplatz erhält? Wird dann 1 % für die Privatnutzung gerechnet, aber zusätzlich 0,03 % von der langen Wegstrecke, die er tatsächlich gar nicht fährt?

Antwort: Überlassen Sie als Arbeitgeber aufgrund eines Dienstverhältnisses Ihrem Arbeitnehmer einen Firmenwagen unentgeltlich für Privatfahrten, muss der Mitarbeiter sich den geldwerten Vorteil mit 1 % vom – auf volle 100 € abgerundeten – Fahrzeuglistenpreis dem laufenden Gehalt hinzurechnen lassen.

Es ist dabei vollkommen unbedeutend, wo der Arbeitnehmer tätig wird, weil ausschließlich auf die private Nutzungsmöglichkeit abgestellt wird. Die 1-%-Regelung muss auch dann angewendet werden, wenn der Firmenwagen nur geringfügig privat genutzt wird.

Wenn ein Arbeitnehmer einen Firmenwagen unentgeltlich für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen kann, muss diese Nutzungsmöglichkeit mit monatlich 0,03 % des inländischen Listenpreises für jeden Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Sachbezug dem Gehalt hinzugerechnet werden.

Es ist unerheblich, ob und wie oft im Kalendermonat das Fahrzeug tatsächlich genutzt wird. Der Ansatz des pauschalen Nutzungswerts hängt allein davon ab, dass der Arbeitnehmer das Fahrzeug zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen kann.

Fährt also beispielsweise der Arbeitnehmer nur ein einziges Mal im Monat mit dem Firmenwagen in seine Firma, müsste trotzdem ein pauschaler Nutzungswert von 0,03 % für jeden Entfernungskilometer als Sachbezug versteuert werden.

Wird die Firma nachweislich nie aufgesucht, entfällt – nach unserer Auffassung – die Versteuerung mit 0,03 % pro Entfernungskilometer. Denn: Faktisch ist die Nutzung für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ausgeschlossen.

Hier kann es aber durchaus zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Sie sollten deshalb vorsorgen, damit Sie bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt keine Probleme bekommen. Wir empfehlen Ihnen, eine Anrufungsauskunft nach § 42e EStG an Ihr zuständiges Betriebsstättenfinanzamt zu richten.

Lassen Sie sich bestätigen, dass kein Sachbezug für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (0,03 % pro Entfernungskilometer) vorliegt, weil tatsächlich keine Fahrten durchgeführt werden, da Ihr Arbeitnehmer einen Heimarbeitsplatz hat und die Firma in keinem Monat aufsuchen muss.

Lohn und Gehaltsabrechnung aktuell

Vom Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung über Mutterschutz und Elternzeit bis hin zu Fragen zu Urlaubsgewährung, Überstunden und Sonderurlaub. Vereinfachen Sie jetzt Ihre Lohnabrechnung!

Datenschutz

Anzeige