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Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

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Gleitzone & Sozialversicherung

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Gleitzonenrechner

Von Günter Stein,

Sie müssen für Ihre Mitarbeiter, die mehr als 400 €, aber nicht mehr als 800 € verdienen, eine besondere Art der Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung durchführen. Es geht dabei um die so genannte Gleitzonenberechnung. Hier sind zum wichtige Änderungen eingetreten.

Sie müssen für Ihre Mitarbeiter, die mehr als 400 €, aber nicht mehr als 800 € verdienen, eine besondere Art der Berechnung der Beiträge zur Sozialversicherung durchführen. Es geht dabei um die so genannte Gleitzonenberechnung. Hier sind seit dem 1.1.2006 wichtige Änderungen eingetreten. Wie Sie damit rechtssicher umgehen, Beanstandungen der Betriebsprüfer und etwaige Beitragsnachforderungen vermeiden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die wichtigsten Änderungen

Die Regelungen über die Gleitzone sind in letzter Zeit mehrfach geändert worden. Die Berechnung der Gleitzonenformel hängt weitgehend von der Höhe der Beitragssätze zu den einzelnen Sozialversicherungszweigen ab. Zum 1.1.2007 ändern sich die Beiträge

  • zur Rentenversicherung und
  • zur Arbeitslosenversicherung.

In der Rentenversicherung tritt eine Erhöhung von 19,5 % auf 19,9 % des Bruttoarbeitsentgeltes und in der Arbeitslosenversicherung eine Änderung von 6,5% auf 4,2% ein.

Auch die durch die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger erstellte, vereinfachte Formel, hängt von der Höhe der Beitragssätze ab. Die Grundsätze der Gleitzonenberechnung, vor allem das Schema zum Errechnen des Arbeitnehmeranteil wurden allerdings nicht verändert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die so genannte Geringfügigkeitsgrenze nach wie vor bei 400 € liegt. Es gibt auch keine Anzeichen, dass hier eine Änderung eintreten soll.

Wann eine Beschäftigung in der Gleitzone vorliegt

Mit der Gleitzonenregelung soll die so genannte Niedriglohnschwelle abgefedert werden, die sonst in geringfügig vergüteten Beschäftigungsverhältnissen bei Überschreiten der 400-€-Grenze zu einem abrupten Anstieg auf den vollen Sozialversicherungsbeitrag führen würde.

Ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone liegt dann vor, wenn das in dieser Beschäftigung erzielte Arbeitsentgelt zwischen 400,01 € und 800,00 € liegt und die Grenze von 800,00 € im Monat nicht überschritten wird.

Ein Gleitzonenfall ist dagegen ausgeschlossen, wenn lediglich Teilarbeitsentgelte aus einer mehr als geringfügigen Beschäftigung innerhalb der Gleitzone liegen (z. B. bei Ablauf der Entgeltfortzahlung wegen Arbeitsunfähigkeit oder bei Beginn bzw. Ende der Beschäftigung im Laufe eines Kalendermonats), das regelmäßige Arbeitsentgelt also oberhalb der Gleitzone liegt.

Beachten Sie unbedingt weitere Beschäftigungsverhältnisse Ihres Arbeitnehmers!

Gibt es neben dem Beschäftigungsverhältnis bei Ihnen noch weitere Beschäftigungsverhältnisse, gelten die besonderen Regelungen zur Gleitzone nur dann, wenn das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt noch innerhalb der Gleitzone liegt.

Beispiel: Ihr Arbeitnehmer bekommt bei Ihnen ein monatliches Arbeitsentgelt von 250 €. Er ist aber noch bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt. Aus diesem Beschäftigungsverhältnis erhält er ein Entgelt von 350 €.

Ergebnis: Sowohl das Beschäftigungsverhältnis bei Ihnen als auch das bei dem anderen Arbeitgeber ist versicherungspflichtig, da die Geringfügigkeitsgrenze von 400 € zusammengerechnet überschritten wird. Die monatlichen Arbeitsentgelte der beiden geringfügigen Beschäftigungen liegen zwar jeweils für sich betrachtet unterhalb der Gleitzone. Die Summe beider Entgelte (600 €) liegt jedoch innerhalb der Gleitzone. Deshalb finden die besonderen Regelungen für die Gleitzone Anwendung.

Würden Sie Ihrem Arbeitnehmer beispielsweise 400 € zahlen und der andere Arbeitgeber 450 €, würden die besonderen Regelungen zur Gleitzone keine Anwendung finden. Die Summe der beiden monatlichen Entgelte läge dann nämlich mit 850 € über der Gleitzonengrenze.

Was zum Arbeitsentgelt gehört

Bei Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt in der Gleitzone liegt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. In diesem Fall gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen.

Wichtig: Mindestens ist auf das Entgelt abzustellen, auf das Ihr Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat. Dieser Anspruch kann sich aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache ergeben.

Es kommt also nicht auf das tatsächlich gezahlte Arbeitsentgelt an. Das der Berechnung zu Grunde liegende Arbeitsentgelt wird allerdings durch einen arbeitsrechtlich zulässigen schriftlichen Verzicht auf künftig entstehende Entgeltansprüche gemindert.

Bei der Ermittlung des Arbeitsentgelts für die Gleitzonenberechnung sind zudem Einmalzahlungen zu berücksichtigen, wenn deren Gewährung mit hinreichender Sicherheit mindestens einmal jährlich zu erwarten ist. Das ist beispielsweise bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Fall.

Die „hinreichende Sicherheit“ kann z.B. auf Grund eines für allgemein verbindlich erklärten Tarifvertrags oder einer betrieblichen Übung gewährleistet sein.

Beispiel: Sie gewähren Ihrem Arbeitnehmer anlässlich seiner zehnjährigen Betriebszugehörigkeit eine Jubiläumszuwendung. Diese Zuwendung zählt nicht zum regelmäßigen Arbeitsentgelt, da es sich hierbei nicht um eine jährlich wiederkehrende Leistung handelt.

Es muss sich um Arbeitsentgelt im Sinne des Sozialversicherungsrechts handeln, das im Wesentlichen mit dem steuerrechtlichen Entgelt übereinstimmt. Bei schwankendem Arbeitsentgelt muss dessen maßgebliche Höhe geschätzt werden.Das gilt auch dann, wenn im Rahmen eines Dauerarbeitsverhältnisses saisonbedingt unterschiedliche Arbeitsentgelte erzielt werden.

Die einmal im Wege der Schätzung getroffene Feststellung bleibt für die Vergangenheit selbst dann verbindlich, wenn sie infolge nicht sicher voraussehbarer Umstände mit den tatsächlichen Arbeitsentgelten aus der Beschäftigung nicht übereinstimmt.

Tipp: Nehmen Sie die Unterlagen zu Ihrer Schätzung unbedingt zu den Entgeltunterlagen. Damit ersparen Sie sich bei der nächsten Betriebsprüfung Rückfragen des Prüfers.

Wie Sie die Beiträge in der Gleitzone berechnen müssen

Liegt das Entgelt Ihres Arbeitnehmers in der Gleitzone, gelten sowohl für die Berechnung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags als auch des Arbeitnehmeranteils besondere Regelungen.

Wichtig: Die Berechnung des Arbeitgeberanteils erfolgt nach den üblichen Grundsätzen. Ihr Arbeitnehmer trägt nur einen reduzierten Beitragsanteil, der am Beginn der Gleitzone bei 400,01 € etwa 3,5 % des tatsächlichen Arbeitsentgelts beträgt und bis zum Ende der Gleitzone bei 800,00 € auf den vollen Beitragsanteil – das sind etwa 18,5 % des tatsächlichen Arbeitsentgelts – progressiv ansteigt. Erreicht wird das Ergebnis, indem das Arbeitsentgelt rechnerisch auf eine verminderte beitragspflichtige Einnahme reduziert wird.

Die besondere Gleitzonenformel dient der Berechnung des Arbeitsentgelts, das Grundlage für die Beitragshöhe ist. Die Gleitzonenformel enthält als wichtigsten Faktor den Faktor F, der seit dem 1.1.2007 den Wert 0,7673 hatte.

Da die Formel zur Berechnung des verminderten Arbeitsentgelts sehr kompliziert ist, haben die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger eine vereinfachte Formel entwickelt.

Sie lautet für die Zeit ab 1.1.2007: 1,2327 x Arbeitsentgelt – 186,16

Beispiel: Sie zahlen Ihrem Arbeitnehmer ein monatliches Arbeitsentgelt von 600 €. Die beitragspflichtigen Einnahmen zur Ermittlung des Arbeitnehmeranteils errechnen sich wie folgt: 1,2327 x 600 € – 186,16 € = 553,46 €

In den Fällen, in denen nur ein Teilarbeitsentgelt gezahlt wird, ist – ausgehend von der monatlichen beitragspflichtigen Einnahme – die anteilige beitragspflichtige Einnahme zu berechnen.

Beispiel: Das bei Ihnen erzielte monatliche Arbeitsentgelt beträgt 600,00 €. Da die Beschäftigung Ihres Arbeitnehmers am 14.4.2007 endet, beläuft sich das April-Arbeitsentgelt auf 280 €.

Die monatliche beitragspflichtige Einnahme wird wie folgt berechnet: 1,2327 x 600,00 € – 186,16 € = 553,46 €.

Zur Beitragsberechnung ist aber die anteilige beitragspflichtige Einnahme für die Zeit vom 1.4. bis 14.4.2007 erforderlich: 553,46 € x 12 : 30 = 221,38 €

Berechnung bei Einmalzahlungen

Laufendes Arbeitsentgelt + Einmalzahlung = Berechnungsgrundlage Erhält Ihr Arbeitnehmer im Juli 2007 eine Einmalzahlung in Höhe von 100 €, werden die monatlichen beitragspflichtigen Einnahmen unter Berücksichtigung der vorstehenden Angaben wie folgt berechnet: 1,2327 x (600,00 € + 100,00 €) – 186,16 € = 676,73 €

Die anteilige beitragspflichtige Einnahme errechnet sich wie nachstehend aufgeführt: 676,73 € x 12 : 30 = 270,69 €

Der Arbeitnehmeranteil wird nicht – wie der Arbeitgeberanteil – aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt, sondern aus dem reduzierten beitragspflichtigen Entgelt berechnet.

Die Formel lautet hier: Arbeitnehmerbeitragsanteil = reduzierte beitragspflichtige Einnahmen x halber Beitragssatz x 2 – Arbeitgeberbeitragsanteil

Die Berechnung mit dem halben Beitragssatz ist von den Spitzenverbänden der Sozialversicherungsträger empfohlen worden. Wenn der Einfachheit halber der volle Beitragssatz zur Berechnung genommen wird, können Rundungsdifferenzen auftreten.

Summedavon AGdavon AN
KV13,36,656,65
KV-Zusatz0,900,000,90
PV *)1,700,850,85
PV-Zusatz0,250,000,25
RV19,909,959,95
AV4,202,102,10
Summe (max.)40,2519,5520,70

Ein Sonderfall stellt hier das Bundesland Sachsen dar. Beachten Sie dazu die Ausführungen auf Seite 13. In der Krankenversicherung gibt es je nach Krankenkasse unterschiedliche Beiträgssätze.

Wichtiger Hinweis: Zum 1.1.2007 ist der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung von 6,5 auf 4,2 % gesenkt worden.

Die Umlagebeträge zur Entgeltausgleichsversicherung müssen Sie auch vom verminderten Arbeitsentgelt berechnen. Sie gehören mit Ihrem Betrieb auf jeden Fall der Ausgleichsversicherung U 2 (Erstattung der Aufwendungen anlässlich Schwanger- und Mutterschaft), unter Umständen aber auch der Umlageversicherung U 1 (Erstattung der Aufwendungen wegen Entgeltfortzahlung bei Krankheit) an. Hier ist die Größe Ihres Betriebs maßgebend.

Den zusätzlichen Beitrag zur Krankenversicherung von 0,9% und den Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose von 0,25% müssen Sie unter Berücksichtigung der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme ermitteln.

Beispiel (Krankenversicherung):
monatliches Arbeitsentgelt = 600,00 € beitragspflichtige Einnahme (1,2327 x 600 € – 186,16 €) = 553,46 € allgemeiner Beitragssatz = 13,3 % zusätzlicher Beitrag = 0,9 %
Krankenversicherungsbeitrag (ohne Zusatzbeitrag) (553,46 € x 6,65 % x 2) = 73,61 € abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (600 € x 6,65 %) = –39,90 €
Arbeitnehmerbeitragsanteil = 33,71 € zusätzlicher Beitrag Krankenversicherung (553,46 € x 0,9 %) = 4,98 €

Arbeitnehmerbeitragsanteil (insgesamt) = 38,69 €

Beispiel (Pflegeversicherung):
Fortsetzung des Beispiels mit der Beitragsberechnung zur Pflegeversicherung: Pflegeversicherungsbeitrag (553,46 € x 0,85 % x 2) = 9,41 € abzüglich
Arbeitgeberbeitragsanteil (600 € x 0,85 %) = – 5,10 € Arbeitnehmerbeitragsanteil = 4,31 € Beitragszuschlag Pflegeversicherung (553,46 € x 0,25 %) = + 1,38 €
Arbeitnehmerbeitragsanteil (insgesamt) = 5,69 €

Eine Sonderregelung gilt für das Bundesland Sachsen. Dort beträgt der Beitragssatz für den Arbeitgeberanteil ohne Zuschlag lediglich 0,35 %, da bei Einführung der Pflegeversicherung der Buß- und Bettag als Feiertag nicht abgeschafft worden ist. Der Arbeitnehmerbeitragsanteil beträgt daher – ohne Zuschlag – 1,35 %. Handelt es sich um einen kinderlosen Arbeitnehmer, erhöht sich sein Anteil auf 1,60 %.

Beispiel (Bundesland Sachsen – mit Zuschlag):
Pflegeversicherungsbeitrag (553,46 € x 0,85 % x 2) = 9,41 € abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (600 €x 0,35 %) = – 2,10 € Arbeitnehmerbeitragsanteil = 7,31 €
Beitragszuschlag Pflegeversicherung (553,46 € x 0,25 %) = + 1,38 €
Arbeitnehmerbeitragsanteil (insgesamt) = 8,69 €

In den anderen Versicherungszweigen ist die Beitragsberechnung wie folgt vorzunehmen:

Rentenversicherung Arbeitnehmerbeitrag 553,46 € x 9,95 % x 2= 110,14 € (Gesamtbeitrag) abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (600 € x 9,95 %) = – 59,70 € Arbeitnehmerbeitragsanteil = 50,44 €

Arbeitslosenversicherung Arbeitnehmerbeitrag 553,46 € x 2,10 % x 2 = 23,25 € abzüglich Arbeitgeberbeitragsanteil (600 € x 2,10 %) = – 12,60 € Arbeitnehmerbeitragsanteil = 10,65 €

Ihr Arbeitnehmer hat demnach (ohne Bundesland Sachsen) insgesamt 93,72 € zu übernehmen. Hat der Arbeitnehmer mindestens ein Kind, braucht er den Zuschlag in der Pflegeversicherung nicht zu zahlen. Das bedeutet, dass sich sein Gesamtanteil auf 114,16 € ermäßigt. Ihr Anteil beläuft sich insgesamt auf 119,40 €. Dies gilt nicht im Bundesland Sachsen.

Übt ein Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungen aus, die durch Zusammenrechnung versicherungspflichtig werden, deren Arbeitsentgelte in der Summe jedoch innerhalb der Gleitzone liegen, ist eine anteilige Berechnung vorzunehmen. Die reduzierten Einnahmen müssen anteilig auf beide Beschäftigungen verteilt werden. Dabei können Sie 2007 nach folgender Formel vorgehen:

(1,2327 x Gesamtentgelt – 186,16 € x Einzelarbeitsentgelt) ÷ Gesamtarbeitsentgelt

Nehmen Sie bei der Berechnung die üblichen Rundungen vor.

Wichtig: Ihr Arbeitnehmer ist verpflichtet, Ihnen und allen anderen Arbeitgebern die für die Beitragsberechnung erforderlichen Angaben über die Höhe der jeweils erzielten Entgelte zu machen. Nehmen Sie diese Erklärung zu den Lohnunterlagen.

Wenn Arbeitsentgelt außerhalb der Gleitzone liegt

Schwankt das Arbeitsentgelt Ihres Arbeitnehmers oder werden Einmalzahlungen geleistet, liegt das Arbeitsentgelt außerhalb der Gleitzone. Allerdings liegt das regelmäßige Arbeitsentgelt weiterhin innerhalb der Gleitzone. Da das tatsächliche Entgelt die Gleitzonenregelungen aber über- oder unterschreitet, sind besondere Regelungen zu beachten: Bei Unterschreiten der unteren Gleitzone ist für die Berechnung der beitragspflichtigen Einnahme das tatsächliche Arbeitsentgelt mit dem Faktor F zu multiplizieren.

Beispiel: Die Beschäftigung bei Ihnen erfolgt in der Zeit vom 1.4. bis 31.12. Das monatliche Arbeitsentgelt Ihres Arbeitnehmers beträgt 550 €. Es wird jedoch durch eine arbeitsvertragliche Vereinbarung in den Monaten Juli und August auf jeweils 300 € ermäßigt.
Ergebnis: Das regelmäßige Arbeitsentgelt beläuft sich auf
(550 € x 7 + 300 € x 2) : 9 = 494,44 €.
Es handelt sich hierbei also um einen Gleitzonenfall. Die Berechnung des Beitrags ist wie oben geschildert vorzunehmen.

Bei Überschreiten der oberen Gleitzonengrenze von 800 € müssen Sie die Beitragsberechnung wie bei Arbeitnehmern, die sich außerhalb der Gleitzone befinden, vornehmen. Das bedeutet, Sie müssen das tatsächliche Arbeitsentgelt der Berechnung zu Grunde legen. Der Beitrag ist von Ihnen und Ihrem Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte zu tragen. Eine Überschreitung tritt aber nur ein, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt unter 800 € liegt.

Beispiel: Ein Arbeitnehmer ist bei Ihnen vom 1.4. bis 31.12. beschäftigt. Sein monatliches Entgelt beträgt 380 €. Im Dezember erhält er allerdings zusätzlich ein Weihnachtsgeld von 500 €.
Ergebnis: Das regelmäßige Arbeitsentgelt beträgt
(380 € x 9 + 500 €) : 9 = 435,56 €
Das bedeutet, dass Sie die Beitragsberechnung nach der oben geschilderten Gleitzonenregelung vornehmen müssen.

Ihr Arbeitnehmer kann auf die Reduzierung des Arbeitnehmerbeitrags verzichten

In der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidet die Beitragshöhe über die Höhe der späteren Rente. Das bedeutet, dass ein reduziertes Bemessungsentgelt zu einer niedrigeren Rente führt. Deshalb haben Ihre Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Entgelt in der Gleitzone befinden, das Recht, auf die Reduzierung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts zu verzichten. Ihr Arbeitnehmer zahlt dann den vollen Arbeitnehmerbeitrag.

Allerdings ist dafür Voraussetzung, dass Ihr Arbeitnehmer Ihnen eine schriftliche Erklärung abgibt. Aus dieser Erklärung muss hervorgehen, dass der Beitragsberechnung als beitragspflichtige Einnahme das tatsächliche Arbeitsentgelt zu Grunde gelegt werden soll. Die Erklärung kann jedoch lediglich für die Zukunft und bei mehreren Beschäftigungen nur einheitlich abgegeben werden. Für die Dauer der Beschäftigungen ist die Erklärung bindend. Nehmen Sie die Erklärung zu den Lohnunterlagen.

Muster einer Verzichtserklärung für die Rentenversicherung innerhalb der Gleitzone

Hermann Weiler Goethestraße 3 47111 Musterstadt

Firma Wilhelm Weber Sophienstraße 2 47111 Musterstadt

Arbeitsentgelt in der Gleitzone

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich erkläre, dass die Rentenversicherungsbeiträge aus meinem Arbeitsentgelt nicht nach den Berechnungsvorschriften der Gleitzone ermittelt werden dürfen. Vielmehr soll der Beitragsberechnung zur Rentenversicherung das tatsächliche Arbeitsentgelt zu Grunde gelegt werden.

Mir ist bekannt, dass diese Erklärung nur für die Zukunft (ab dem Arbeitsentgelt für den Monat März 2007) gilt und für die Dauer der Beschäftigung bindend bleibt.

Musterstadt, den 23.2.2007 (Unterschrift)

Wichtig: Denken Sie daran, dass der Verzicht nur für die Rentenversicherung gilt. Für die anderen Versicherungszweige bleibt es bei der besonderen Berechnungsmethode.


Bei Anwendung der Gleitzonenregelung müssen die Meldungen besonders gekennzeichnet sein. Das ist im Datensatz der seit dem 1.1.2006 in jedem Fall zu erstattenden maschinellen Meldung zu berücksichtigen.

Wichtig: Sie müssen nur das reduzierte Arbeitsentgelt eintragen.

Die Umlagen zur Entgeltfortzahlungsversicherung haben Sie für Ihre Gleitzonenmitarbeiter auch aus dem reduzierten Arbeitsentgelt zu berechnen. Hat Ihr Arbeitnehmer allerdings auf die reduzierte Berechnung zur Rentenversicherung verzichtet, ist das tatsächliche Entgelt der Berechnung zu Grunde zu legen. Keine Anwendung finden die Vorschriften über die Gleitzone bei:

  • zu ihrer Berufsausbildung beschäftigten Personen (beispielsweise Auszubildende, Praktikanten),
  • Vereinbarungen über flexible Arbeitszeiten, wenn lediglich das reduzierte Arbeitsentgelt in die Gleitzone fällt,
  • einer vorübergehenden Entgeltminderung wie etwa bei Kurzarbeit.

 

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