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Krank ist krank – und Zweifeln erlaubt

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Von Günter Stein,

Die Frage: Ein Mitarbeiter hat sich beim Fußball den kleinen Finger verletzt. Aus der eher scherzhaften Verletzung wurde nun ein Krankenschein über 14 Tage noch dazu eine ärztliche Bescheinigung der ambulanten Behandlung für den ersten Tag, an dem der Mitarbeiter eigentlich Urlaub hatte.

Jetzt bewegen mich zwei konkrete Fragen:

  1. Muss der Arbeitgeber die Krankheit bezahlen?
  2. Zählt auch die obige Bescheinigung – 6 Stunden – als Krankentag, den der Arbeitgeber erstatten muss, oder kann es bei dem schon beantragten und bestätigten Urlaub bleiben?

Die Antwort: Auch wenn Sie es jetzt nicht gerne hören. Ob eine Krankschreibung im Urlaub erfolgt, oder nicht, ist erst einmal egal. Der Arbeitnehmer ist jetzt krankgeschrieben und hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall – und darauf, dass Sie ihm den Urlaubstag wieder gut schreiben.

Da Sie aber erhebliche Zweifel an der Krankschreibung haben, könnten Sie natürlich nachforschen und den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Aber wie das so ist im Leben. In der Theorie funktioniert dieser Tipp gut – in der Praxis wird der Medizinische Dienst meist erst dann tätig, wenn der Mitarbeiter wieder gesund ist und alle Krankheiten ausgeheilt sind. Trotzdem sollten Sie es versuchen.

Und auch das sollten Sie tun:

Führen Sie mit dem Arbeitnehmer ein Rückkehrergespräch, wenn er wieder ins Unternehmen zurückkehrt. Drücken Sie Ihre Besorgnis darüber aus, dass sich eine so kleine Verletzung so gravierend auswirkt, weil dies ja auf weiterreichende gesundheitliche Störungen hinweist, die möglicherweise dazu führen, dass der Arbeitnehmer eines Tages nicht mehr an seinem bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren kann. Bitten Sie ihn, sich auch Gedanken darüber zu machen, wo man ihn denn im Unternehmen einsetzen könne, falls sich solche Krankheitsbilder wiederholen und bieten Sie ihm an, einen Gesundheitscheck beim Betriebsarzt machen zu lassen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass solche Gespräche Wunder bewirken – und auch die Gefahr des Nachmachens damit meist gebannt ist.

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