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Lassen Sie sich eine detaillierte Aufstellung über Arbeitszeiten geben

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Von Günter Stein,

Macht ein Fahrer Ihres Unternehmens bei Ihnen die Vergütung von Überstunden geltend, kann er die Mehrarbeit nicht oder nur sehr eingeschränkt durch Tachoscheiben beweisen.

Die Bezahlung der Vergütung sollten Sie entsprechend einer aktuellen Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein (LAG) immer von detaillierten Angaben abhängig machen (31.5.2005, AZ: 5 Sa 38/05).

Im streitigen Fall war der Lkw eines Unternehmens mit 2 Fahrern besetzt. Nachdem eine Fahrerin gekündigt hatte, verlangte sie von ihrem Arbeitgeber die Vergütung von 2.300 Überstunden. Sie gab ihre Arbeitszeiten relativ pauschal, teilweise ohne Arbeitsbeginn, Arbeitsart etc. an. Als Beweis konnte sie nur die Tachoscheiben vorlegen. Die Arbeitgeberin bestritt die Überstunden und bekam sowohl vor dem Arbeitsgericht als auch vor dem LAG Recht. Die Mitarbeiterin habe – so das Gericht – die Überstunden nicht schlüssig dargelegt.

Bestehen Sie zumindest auf detaillierte Aufzeichnungen
Vor allem, wenn ein Fahrzeug Ihres Unternehmens mit 2 Fahrern besetzt ist, die sich abwechseln, geben Tachoscheiben, die nur Fahrtbeginn und -ende sowie evtl. Haltezeiten erkennen lassen, wenig Aufschluss über geleistete Überstunden. In solch einem Fall sollten Sie die Vergütung zumindest von einer ganz detaillierten Aufstellung der Arbeitszeiten abhängig machen.

Bestehen Sie mindestens auf eine lückenlose Darstellung folgender Punkte:

  • Arbeitsbeginn
  • Fahrtbeginn, Fahrtziel, Fahrstrecke und fahrzeitverlängernde Vorkommnisse (Ruhezeiten, Stau, Ladezeiten)
  • Übernahme der Fahrt durch Beifahrer
  • Ankunftsort
  • Ankunftszeit
  • Anschlusstätigkeiten (Entladen, Wartezeiten beim Kunden) Verlangen Sie hier auch eventuell vorhandene Quittungen als Beleg.
    So behandeln Sie Überstundenvergütungen im Lohnbüro
    Überstunden sind laufendes Arbeitsentgelt, das Sie in dem Monat für die Beitragsberechnung heranziehen müssen, in dem es gezahlt wird.

    Bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts insbesondere im Zusammenhang mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze müssen Sie Überstundenvergütungen aber als unregelmäßig gezahltes Arbeitsentgelt unberücksichtigt lassen. Das gilt allerdings nicht, wenn die Überstunden pauschal vergütet werden. Bei Ermittlung des Regelentgelts für die Berechnung des Krankengeldes berücksichtigen Sie Überstunden, wenn sie in den letzten 3 Monaten regelmäßig geleistet wurden.

 

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