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Lohnzuschüsse der Arbeitsagentur

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Sozialversicherung

Von Günter Stein,

Lohnzuschüsse der Arbeitsagentur können die Einstellung eines neuen Mitarbeiters zumindest in finanzieller Hinsicht erleichtern. Hier ein Überblick über die wichtigsten Förderprogramme und welche Spielregeln dabei zu berücksichtigen sind.

Überblick

Arbeitgeber können mit Lohnzuschüssen der Arbeitsagentur vor allem dann rechnen, wenn sie einen Mitarbeiter einstellen, der sonst nur schwer eine Stelle gefunden hätte. Die Förderprogramme beziehen sich daher vor allem auf Langzeitarbeitslose, Schwerbehinderte, ältere oder jüngere Arbeitnehmer. Hier ein Überblick darüber, für welchen neuen Mitarbeiter welche Förderung möglich ist.

Wer wird gefördert? Fördervolumen
Mitarbeiter, deren Vermittlung erschwert ist, insbesondere Geringqualifizierte, junge Arbeitnehmer nach außerbetrieblicher Ausbildung, Berufsrückkehrer, Langzeitarbeitslose und Behinderte (§§ 217, 218 SGB III) bis zu 50 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für höchstens 12 Monate;
Behinderte: bis zu 70 % für höchstens 24 Monate
Besonders betroffene Schwerbehinderte (§ 219 SGB III) bis zu 70 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für höchstens 36 Monate;

Schwerbehinderte ab 50 Jahren bis zu 60 Monate, ab 55 Jahren bis zu 96 Monate
Mitarbeiter, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, sofern die Einstellung für mindestens 1 Jahr erfolgt und der Mitarbeiter zuvor mindestens 6 Monate arbeitslos war, Transferkurzarbeitergeld bezogen hat oder an einer geförderten Weiterbildungs- oder Beschäftigungsmaßnahme teilgenommen hat (§ 421f SGB III). 30 bis 50 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für 12 bis 36 Monate;

besonders betroffene Schwerbehinderte: bis 70 % für höchstens 60 Monate (ab 55-Jährige: für höchstens 96 Monate)
Unter 25-Jährige, die zuvor mindestens 6 Monate arbeitslos waren (§§ 421o, 421p SGB III)

25 bis 50 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts (höchstens von 1.000 €) für bis zu 12 Monate;

für Mitarbeiter ohne Berufsabschluss gibt es 50 %, wovon 15 Prozentpunkte für die Qualifizierung des Mitarbeiters genutzt werden müssen

Langzeitarbeitslose ab 25 Jahren mit mehreren Vermittlungshemmnissen (z. B. gesundheitliche Einschränkungen und Migrationshintergrund), die in den letzten 6 Monaten trotz Eingliederungsvereinbarung keine ungeförderte Stelle finden konnte und voraussichtlich in den nächsten 24 Monaten nicht finden werden (§ 16e SGB II) bis zu 75 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts für bis zu 24 Monate (kann wiederholt werden)
Einstiegsqualifizierung für Ausbildungsbewerber oder Auszubildende, die noch nicht über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen (§ 235b SGB III) 212 €/Monat zuzüglich 106 €/Monat als pauschalierter Anteil am Sozialversicherungsbeitrag für 6 bis 12 Monate; vermittelte Kenntnisse und Fertigkeiten sind vom Betrieb zu bescheinigen
Ausbildungsbonus für Auszubildende, die im Vorjahr vergeblich einen Ausbildungsplatz gesucht haben und höchstens einen Hauptschulabschluss haben, lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind

Die Förderung kann auch für Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss gewährt werden, die sich schon länger vergeblich um einen Ausbildungsplatz bemüht haben (§ 421r SGB III)

Fördervoraussetzung: Es handelt sich um einen zusätzlichen Ausbildungsplatz, d. h. die Anzahl der Ausbildungsplätze im Durchschnitt der letzten 3 Jahre muss überschritten werden.

Die Förderung ist auch möglich, wenn der Auszubildende bereits eine Einstiegsqualifizierung im Unternehmen durchlaufen hat. Allerdings wird die Einstiegsqualifizierung dann auf den Ausbildungsbonus angerechnet.

Der Ausbildungsbonus ist gestaffelt nach der Ausbildungsvergütung für das 1. Ausbildungsjahr:

Ausbildungsbonus Ausbildungsvergütung
4.000 € Unter 500 €/Monat
5.000 € 500–750 €/Monat
6.000€ Über 750 €/Monat

Bei behinderten Auszubildenden erhöht sich die Förderung um 30 %.

Die Hälfte des Ausbildungsbonus wird nach Ablauf der Probezeit bezahlt, die andere Hälfte nach Anmeldung des Auszubildenden zur Abschlussprüfung.

 

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