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So setzen Sie die Befristung richtig ein, um Sozialabgaben zu sparen

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befristete Beschäftigung Befristung Sozialabgaben

Von Günter Stein,

Eine befristete Beschäftigung ist sozialversicherungsfrei, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind:Tipp:Beispiel:ABER:TIPP

 

  • Die Beschäftigung ist im Voraus zeitlich befristet und
  • die Befristung ist auf maximal zwei Monate (60 Kalendertage) oder
  • 50 Arbeitstage begrenzt und
  • die Grenzen der Befristung werden innerhalb eines Kalenderjahres nicht überschritten und
  • die Beschäftigung wird nicht berufsmäßig ausgeübt.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben bei einer derartigen Beschäftigung den Vorteil, dass für die Versicherungsfreiheit die Höhe des Arbeitsentgelts keine Rolle spielt.

Doch ein Arbeitgeber kann nicht mit jedem neuen Mitarbeiter zunächst eine zeitlich befristete sozialversicherungsfreie Beschäftigung eingehen. Denn: Der Arbeitnehmer darf grundsätzlich nicht oder nicht mehr im Berufsleben stehen, sodass die ausgeübte Beschäftigung lediglich von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Tipp:

Von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist auch eine zeitlich befristete Nebenbeschäftigung, die neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt wird. Der Lebensunterhalt wird also entweder durch die Hauptbeschäftigung oder anderweitig bestritten, jedoch nicht durch die Kurzzeitbeschäftigung.

Grundsätzlich können Sie ferner davon ausgehen, dass eine Beschäftigung von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist, wenn Ihre Aushilfe an nicht mehr als zwei Monaten innerhalb eines Kalenderjahrs beschäftigt wird.

In der Regel werden solche sozialversicherungsfreien Beschäftigungen von folgenden Personengruppen ausgeübt:

  • Hausfrauen
  • Rentner
  • Schüler
  • Personen, die einer Hauptbeschäftigung nachgehen
  • Personen in einer Beschäftigung zwischen Abitur und Studium
  • Personen in einer Beschäftigung zwischen Abitur und Grundwehrdienst bzw. Zivildienst

 

Befristete Beschäftigungen: Nutzen Sie den Vorteil

Bei sozialversicherungsfreien geringfügig entlohnten Teilzeitbeschäftigten (400-Euro-Kräften) dagegen zahlen Sie Pauschalbeiträge in Höhe von 12 % des Arbeitsentgelts für die Kranken- und in Höhe von 13 % für die Rentenversicherung. Gegebenenfalls wird noch eine Pauschalsteuer von 2 % des Arbeitsentgelts fällig.

Befristete Beschäftigungen: Was viele Arbeitgeber aber nicht wissen

Sie können aber durchaus auch mit Ihrer 400-Euro-Teilzeitkraft eine im Voraus befristete kurzfristige Beschäftigung vereinbaren. Sie können dann Kosten sparen, vorausgesetzt Sie planen vorausschauend. Denn zum einen darf durch die Addition mehrerer Beschäftigungszeiten die Frist von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen nicht überschritten werden. Sie können diese Aushilfskraft in Zukunft nicht noch einmal einsetzen. Eine kurzfristige Beschäftigung, die gleichzeitig geringfügig entlohnt ist, wird auch bei der Prüfung der Zweimonatsfrist weiterer Beschäftigungen angerechnet.

Zum anderen kann sich die beschriebene Ersparnis zur Kostenfalle entwickeln. Wie oben beschrieben, werden mehrere kurzfristige Beschäftigungen zusammengerechnet, wenn sie innerhalb eines Kalenderjahres ausgeübt werden.

Beispiel:

Sie schließen mit Michaela Stern einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag vom 8.6. bis zum 24.7.2010 (= 47 Kalendertage). Frau Stern arbeitet gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 350 €. Im gesamten Beschäftigungszeitraum sind das 548,33 €.

Hier sparen Sie die Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Pauschalsteuer (15 %, 18 %, 2 %) von insgesamt (548,33 € x 30 % =) 164,50 €.

Des Weiteren beschäftigen Sie Frau Stern vom 7.9. bis zum 30.10.2010 (54 Kalendertage) gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 1.200 €. Im gesamten Beschäftigungszeitraum sind das 2.160 €.

Da die zuerst ausgeübte Beschäftigung, obwohl auch die Merkmale einer geringfügig entlohnten Beschäftigung vorliegen, im Voraus zeitlich befristet war, wird sie bei der versicherungsrechtlichen Beurteilung der Folgebeschäftigung berücksichtigt. Die Beschäftigung vom 7.9. bis zum 30.10.2010 ist deshalb nicht versicherungsfrei. Zu Beginn steht fest, dass zusammen mit der ersten Beschäftigung die Grenze von zwei Monaten (60 Kalendertagen) überschritten wird. Damit ist die zweite Beschäftigung versicherungspflichtig. Sie zahlen vom 7.9. bis zum 30.10.2010 Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Diese Arbeitgeberbeitragsanteile werden fällig:

  • Krankenversicherung 151,20 €
  • Pflegeversicherung 21,06 €
  • Rentenversicherung 214,92 €
  • Arbeitslosenversicherung 30,24 €

ABER:

Hätten Sie die Beschäftigung vom 8.6. bis 24.7.2010 nicht im Voraus zeitlich befristet, wären Pauschalbeiträge in Höhe von 164,50 € fällig. Die weitere zeitliche Befristung wäre dann beitragsfrei. Die Sozialabgaben in Höhe von 417,42 wären nicht zu zahlen.

Im Klartext:

Für Sie bedeutet Ihre vorausschauende Planung eine Ersparnis von (417,42 €– 164,50 €=) 252,92 €.

TIPP

Bevor Sie eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Voraus befristen, sollten Sie gründlich überlegen, ob der Arbeitnehmer im Laufe des Jahres erneut beschäftigt wird. Wenn nicht, dann lohnt es sich, über die Einsparung der Pauschalbeiträge nachzudenken.

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