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Sommeraushilfen bei Weiterbeschäftigung

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Versicherung
Urheber: madgooch | Fotolia

Von Britta Schwalm,

Hat sich eine kurzfristig beschäftigte Sommeraushilfe als Glücksgriff erwiesen, den die Unternehmensleitung gern dauerhaft einstellen würde? Das ist grundsätzlich zu begrüßen, allerdings wird die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter damit rückwirkend versicherungspflichtig und damit teurer. Darauf sollten Sie die Unternehmensleitung hinweisen.

Benötigt Ihr Unternehmen 2017 günstige Aushilfen - etwa für die Urlaubszeit, für bestimmte Saisontätigkeiten oder als Vertretung -, sind kurzfristig Beschäftigte eine besonders vorteilhafte Lösung. Für diese Mitarbeiter zahlt Ihr Unternehmen keinen Cent an Sozialversicherungsbeiträgen.

Das gilt allerdings nur, wenn die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf maximal 70 Arbeitstage oder 3 Monate begrenzt ist. Überschreitet die Beschäftigung diese Grenze, ist sie versicherungspflichtig.

Achtung! Der Mitarbeiter darf neben seiner kurzfristigen Beschäftigung eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung oder einen Minijob auf 450-€-Basis ausüben, ohne dass dies zur Sozialversicherungspflicht seiner kurzfristigen Beschäftigung führt. Das gilt allerdings nicht, wenn er diese Hauptbeschäftigung in Ihrem Unternehmen ausübt. Mehrere Tätigkeiten bei ein und demselben Arbeitgeber werden grundsätzlich zusammengerechnet. Führt dies zur Überschreitung der Zeitgrenzen, besteht Versicherungspflicht.

Wenn die Aushilfe dennoch weiterarbeiten soll, muss das "ungeplant" geschehen

Für die Frage, ab welchem Zeitpunkt eine kurzfristig beschäftigte Aushilfe sozialversicherungspflichtig und damit erheblich "teurer" wird, spielt es eine große Rolle, ab welchem Zeitpunkt man in Ihrem Unternehmen beschlossen hat, dass die Beschäftigung über die Kurzfristigkeit hinaus ausgedehnt wird:

  1. Grundsätzlich tritt erst ab dem Tag, an dem eine kurzfristig beschäftigte Aushilfe über die Zeitgrenze hinaus arbeitet, Sozialversicherungspflicht ein.
  2. War die Beschäftigungsdauer von vornherein auf mehr als 3 Monate/ 70 Arbeitstage angelegt, besteht Versicherungspflicht vom ersten Tag an.
  3. Stellt sich dagegen erst im Laufe der Beschäftigung heraus, dass sie die Zeitgrenzen überschreiten wird, liegt eine kurzfristige Beschäftigung ab dem Tage nicht mehr vor, an dem das Überschreiten der Zeitdauer erkennbar wird. Die Versicherungspflicht tritt in diesem Fall nicht erst nach Ablauf der 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage ein. Für die davor liegende Zeit bleibt es aber bei der Versicherungsfreiheit.

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Tipp: Der Vertrag einer kurzfristig beschäftigten Aushilfe sollte immer zunächst auf 3 Monate/70 Arbeitstage begrenzt werden. Eine mögliche Verlängerung kann Ihr Unternehmen vereinbaren, wenn das Beschäftigungsverhältnis ausläuft. Auf diese Weise verhindern Sie, dass die Sozialversicherungspflicht von vornherein gilt. Auch ein Prüfer kann dann nicht unterstellen, dass eine Verlängerung von vornherein geplant war. Sie sollten aber damit rechnen, dass der Prüfer sich genau erkundigt, warum die Verlängerung erst "auf den letzten Drücker" abzusehen war.

Ist das kurzfristige Beschäftigungsverhältnis nach den oben angeführten Kriterien ausgestaltet, spart Ihr Unternehmen den kompletten Sozialversicherungsbeitrag für den Beschäftigten.

Einige Abgaben wie beispielsweise

  • die Umlagen U1 und U2

  • sowie die Insolvenzgeldumlage

fallen aber auch für kurzfristig beschäftigte Minijobber an.

Achtung: Bei Beschäftigung über den Jahreswechsel hinaus dürfen Sie die Kurzfristigkeitsgrenze nicht 2-mal anwenden

Möglicherweise ist in Ihrem Unternehmen die Personalplanung für die Weihnachtssaison im vollen Gange. Kurzfristig beschäftigte Aushilfen sind auch in der Wintersaison eine beliebte Lösung für Unternehmen, wenn die Stammbelegschaft im Winterurlaub oder krank ist.

Dann sollten Sie als Entgeltabrechner auf Folgendes hinweisen: Es ist nicht möglich, Aushilfen über den Jahreswechsel hinaus für 6 Monate oder 140 Arbeitstage zu beschäftigen und die Zeitgrenze auf die beiden Jahre zu verteilen.

Die Geringfügigkeitsrichtlinien der Sozialversicherungsträger schieben hier einen Riegel vor.

Es gilt nach Nr. 2.3.2 der Geringfügigkeitsrichtlinien Folgendes:

  1. Eine Aushilfstätigkeit, die über den Jahreswechsel hinausgeht, ist eine einheitliche Aushilfstätigkeit.
  2. Auf diese darf die Grenze nur einmal angewendet werden.
  3. Wird die Zeitgrenze von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten, ist die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig.

Das gilt auch, wenn die zu beurteilende Beschäftigung in das neue Kalenderjahr hineinreicht.

Wird die Dauer von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen in einer für sich betrachtet kalenderjahrüberschreitenden kurzfristigen Beschäftigung bei ihrem Beginn zusammen mit Vorbeschäftigungen im laufenden Kalenderjahr hingegen nicht überschritten, bleibt die Beschäftigung für die gesamte Dauer kurzfristig.

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