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Sozialabgabenfreie Leistungen: So senken Sie Ihre Kosten – und Ihre Mitarbeiter haben netto mehr!

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Von Günter Stein,

2007 sind sie wieder das Salz in der Gehalts-Suppe Ihrer Arbeitnehmer – aber auch im Hinblick auf die Personalkosten im Unternehmen: die steuer- und sozialabgabenfreien Leistungen, die Sie einem Mitarbeiter (statt einer Gehaltserhöhung) gewähren können.

Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Der Mitarbeiter behält netto mehr übrig. Und Sie als Unternehmer oder Geschäftsführer sparen den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung.

Doch gerade was diese Leistungen betrifft, zeigt sich der Gesetzgeber Jahr für Jahr sehr veränderungsfreudig. Bewährte Leistungen werden gestrichen – neue kommen hinzu.

So müssen Sie jetzt vor allem auf eine teure Beitragsfalle achten, die vielen Unternehmern noch gar nicht bewusst ist:

Seit 01.01.2007 können Arbeitnehmer für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die ersten 20 Kilometer nicht mehr als Werbungskosten geltend machen. Davon betroffen sind auch die Fahrtkostenzuschüsse, die Ihr Unternehmen zahlt, oder Jobtickets, Jobtickets, die es gegen entsprechende Pauschalversteuerung den Arbeitnehmern zahlt!

Auch hier gilt jetzt die 20-Kilometer-Grenze: Das heißt im Klartext, die Kosten für die ersten 20 Kilometer können Sie auf keinen Fall mehr steuer- und abgabenfrei erstatten. Diese Zahlung stellt ab sofort immer lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtigen Lohn dar.

Achtung 400-€-Jobber

Wenn Sie Ihren 400-€-Kräften Fahrtkostenzuschüsse zahlen, rutschen diese damit möglicherweise in die Gleitzone. Dann nämlich, wenn durch diese Zahlung die 400-€-Grenze überschritten wird. Für Sie als Arbeitgeber hat das finanziell betrachtet sogar Vorteile (siehe Ausgabe 12/06) – allerdings können für Ihren Mitarbeiter damit steuerliche Probleme verbunden sein. Deshalb unbedingt VOR der nächsten Gehaltszahlung prüfen! Doch auch wenn Sie Jobtickets und/oder Fahrtkostenerstattungen kaum noch leisten können ... ... gibt es für Ihre Mitarbeiter und Sie dennoch auch in diesem Jahr noch zahlreiche Möglichkeiten zur Umsetzung der Formel Gehalt brutto für netto:

Aufmerksamkeiten (z. B. Geburtstagsgeschenk): Aufmerksamkeiten sind auch 2007 steuer- und beitragsfrei bis zum Höchstbetrag von 40 €. Wichtig: Es muss sich um Sachzuwendungen handeln. Geldgeschenke sind ausgeschlossen. Der Betrag von 40 € darf zudem nicht überschritten werden, sonst ist der Gesamtwert (und nicht nur der übersteigende Betrag) steuer- und beitragspflichtig.

Betriebliche Altersversorgung (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds):

  • Steuerfrei bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung (RV), bei Zusagen ab 01.01.2005 zusätzlich 1.800 €/Jahr

Beitragsfrei bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze RV, jährlich 2.520 €, bei Entgeltumwandlung volle Beitragspflicht ab 01.01.2009

  • Vor dem 01.01.2005 geschlossene Direktversicherungsverträge können weiterhin mit 20 % pauschal versteuert werden, wenn der Mitarbeiter das bis 30.06.2005 so festgelegt hat.

Betriebliche Altersversorgung (Direktzusage, Unterstützungskasse):

  • Steuerfrei
  • Beitragsfrei; bei Entgeltumwandlung jedoch nur 4 % der Beitragsbemessungsgrenze RV, jährlich 2.520 €, ab 01.01.2009 volle Beitragspflicht

Darlehen (zinslos oder verbilligt): Arbeitgeberdarlehen sind auch in 2007 steuer- und beitragsfrei, wenn die Darlehenssumme maximal 2.600 € beträgt. Der vom Arbeitnehmer zu zahlende Effektivzins muss aber mindestens 5 % betragen.

Erholungsbeihilfen: Das ist kostenloses Urlaubsgeld für Ihre Mitarbeiter, wenn Sie als Arbeitgeber die Zahlung mit 25 % pauschal versteuern. Dann können Sie 2007 zahlen:

  • 156 € für den Arbeitnehmer,
  • 104 € für den Ehepartner und
  • 52 € für jedes Kind.

Wichtig: Der Mitarbeiter muss tatsächlich in Urlaub fahren. Und zwar zeitnah (6 Wochen) zur Zahlung. Es reicht, wenn Sie die Tickets oder Hotelrechnung zu den Lohnunterlagen nehmen!

So sparen Sie:

Beispiel: Mitarbeiter Müller, Frau, 2 Kinder, erhält von Ihnen eine Erholungsbeihilfe.

Sie können zahlen:

156 € + 104 € + 104 €. Also 364 €. Das Ganze kostet Sie 364 € plus 25 % Pauschalsteuer. Also 455 €. Für Herrn Müller entsprechen diese 364 € Lohn aber – je nach persönlicher Steuerklasse – in etwa einer Brutto-Lohnerhöhung von knapp 600 €.

Nun rechnen Sie gegen: Um Herrn Müller 600 € Lohnerhöhung brutto zu zahlen, müssen Sie inklusive Sozialabgaben in 2007 720 € hinlegen. Ihre Ersparnis: 720 € minus 455 € = 265 € – und bei Herrn Müller kommt doch dasselbe an!

Essensmarken: Essensmarken sind eigentlich steuerpflichtig. Aber auch hier gilt: Sie können aber eine Pauschalierung (25 %) vornehmen und dann den Mitarbeitern in 2007 täglich einen Zuschuss zum Mittagessen in Höhe von 2,64 € pro Mittagessen gewähren.

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: 0,30 €/Entfernungskilometer bzw. die tatsächlichen Kosten öffentlicher Verkehrsmittel können allerdings erst ab dem 21. Kilometer mit 15 % pauschal versteuert und beitragsfrei ausgezahlt werden.

Fehlgeldentschädigungen (Mankogelder): Wenn diese Zahlungen 16 €/Monat nicht überschreiten, sind sie steuer- und beitragsfrei für Ihre Mitarbeiter im Kassen- und Zähldienst.

Gruppenunfallversicherung: Beiträge bis durchschnittlich 62 € pro Mitarbeiter und Jahr können von Ihnen mit 20 % pauschal versteuert werden und sind dann beitragsfrei.

Kinderbetreuungskosten: Das ist ein echtes Plus für Ihre Mitarbeiter mit noch nicht schulpflichtigen Kindern! Denn als Arbeitgeber können Sie die Kosten für Kindergarten, Kinderkrippe oder Kinderhort und Tagesmutter in voller Höhe übernehmen. Für das Unternehmen handelt es sich hierbei um eine steuersenkende Betriebsausgabe – für den Arbeitnehmer um eine echte Entlastung der Haushaltskasse! Wichtig ist lediglich, dass Sie maximal die tatsächlichen Kosten erstatten – und dass die so unterstützten Kinder tatsächlich noch nicht im schulpflichtigen Alter sind.

So sparen Sie: Angenommen, der Kindergartenplatz kostet pro Monat 60 €. Dann zahlen Sie für ein Kind 720 € im Jahr. Das entspricht (je nach Steuerklasse Ihres Mitarbeiters) einer Lohnerhöhung von fast 1.300 € – würden Sie statt der Gestaltung „Kindergartenplatz“ die Variante Lohnerhöhung wählen! Ihre Ersparnis als Arbeitgeber: 580 €!

PC und Telekommunikation: Sie können Ihrem Mitarbeiter betriebliche PC und Telekommunikationsgeräte zur privaten Nutzung überlassen und die Kosten in voller Höhe (inklusive Verbindungsentgelten und sonstigen laufenden Kosten) steuer- und beitragsfrei übernehmen. Das gilt auch, wenn sich die Geräte in der Wohnung des Mitarbeiters befinden.

Rabatte auf Waren und Dienstleistungen des Arbeitgebers: Hier gilt 2007 die alte Grenze von 2006 weiter. Demnach sind Vergünstigungen bis 1.080 € im Jahr steuer- und beitragsfrei.

Fazit:

Auch 2007 gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten, statt teurer Gehaltserhöhungen lukrative Extras zu bieten. Sie und Ihr Mitarbeiter profitieren. Und eine Win-Win-Situation ist immer noch die beste von allen denkbaren Möglichkeiten.

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