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Sozialversicherung: Auf Forderungen der Künstlersozialkasse vorbereiten

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Von Günter Stein,

Die Kosten steigen an allen Ecken und Enden … jetzt werden Sie auch noch von der Künstlersozialkasse (KSK) zur Kasse gebeten. Moment mal, werden Sie sagen, was habe ich denn mit der zu tun?

Mehr, als Sie denken, nur wurde die Abgabepflicht bisher nicht gezielt geprüft. Das hat sich nun gravierend geändert … da gilt es, gut vorbereitet zu sein. Deshalb gerät Ihr Betrieb ins Visier der Prüfer Zuständig für die Abgabepflicht ist die Deutsche Rentenversicherung. Und die macht jetzt mit der flächendeckenden Erfassung und Überprüfung abgabepflichtiger Unternehmen Ernst. Seit Kurzem werden auch Gastronomiebetriebe im Rahmen der üblichen Sozialversicherungsprüfung kontrolliert. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie schriftlich aufgefordert werden, Angaben über Aufträge an Künstler und Publizisten zu machen. Und bei der nächsten Außenprüfung bei Ihnen wird sicher nach der Abgabepflicht gezielt geforscht.

Sozialversicherung: Dann sind Sie für die Künstlersozialkasse abgabepflichtig

Die Abgabepflicht entsteht schneller, als Sie denken. Dafür sorgt die „Generalklausel“ in § 24 Abs. 2 Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG). Danach muss jedes Unternehmen (gleich welcher Rechtsform) zahlen, wenn es nicht nur gelegentlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilt, um deren Werke oder Leistungen für eigene Zwecke wirtschaftlich zu nutzen. In der Praxis bedeutet das: Sie werden abgabepflichtig, wenn Sie regelmäßig

  • Musiker oder Sänger engagieren (Alleinunterhalter, Pianist, Tanzkapelle, Band etc.),
  • Musik von einem DJ auflegen lassen, der nicht nur Musikstücke nacheinander abspielt, sondern neue daraus mixt,
  • Literaturlesungen, Kabarett- Abende, Comedy-Events und Ähnliches anbieten,
  • Kunstwerke ausstellen (z. B. Malereien oder Fotografien) und dem Künstler dafür etwas zahlen oder am Verkaufserlös beteiligt sind,
  • für Ihre Werbeplakate, Print-Anzeigen, Flyer, Visitenkarten, Logos, Speise- und Getränkekarten, Internetseiten etc. einen selbstständigen Grafiker, (Web-)Desinger und/oder Texter engagieren,
  • einen freien Journalisten mit der Pressearbeit für Ihren Betrieb beauftragen.

Beachten Sie: Ob der Künstler oder Publizist selbst in der Künstlersozialkasse ist oder ob er seine Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausübt, spielt für die Abgabepflicht keine Rolle. Die entsteht in jedem Fall.

Sozialversicherung: So berechnen Sie die Abgabe an die Künstlersozialkasse

Sie rechnen alle Zahlungen eines Jahres an Künstler und Publizisten zusammen und multiplizieren die Summe mit dem KSK-Abgabesatz. Dieser wird jedes Jahr neu festgesetzt und liegt 2008 bei 4,9 % (2007: 5,1 %, 2006: 5,5 %, 2005: 5,8 %, 2004: 4,3 %, 2003: 3,8 %).

  • Zu den Zahlungen gehören auch Auslagen und Nebenkosten, die Sie erstatten, wie Material-, Transport-, Telefonkosten sowie nicht künstlerische Nebenleistungen, die Ihnen in Rechnung gestellt werden (beispielsweise Druckkosten).
  • Nicht dazu zählen hingegen die Umsatzsteuer, steuerfreie Aufwandsentschädigungen wie Reise- und Bewirtungskosten im Rahmen der steuerlichen Grenzen, die sogenannte „Übungsleiterpauschale“ nach § 3 Nr. 26 Einkommensteuergesetz sowie Zahlungen an urheberrechtliche Verwertungsgesellschaften (wie die Gema).

Vorsicht vor Bußgeldern und Nachzahlungen! Die Höhe der Abgabe für ein Kalenderjahr müssen Sie bis zum 31. März des Folgejahres melden. Dafür verwenden Sie den offiziellen KSKErhebungsbogen (www.kuenstlersozialkasse.de, dann links auf „Informationen und Vordrucke“, „Download“ und „Informationsschriften für Unternehmen und Verwerter“ klicken und „Erhebungsbogen zur Prüfung der Abgabepflicht nach dem KSVG“ auswählen). Machen Sie die Meldung nicht, kann erstens die Abgabenhöhe geschätzt und zweitens nach § 36 KSVG ein Bußgeld bis zu 25.000 € gegen Sie verhängt werden. Mit einem Bußgeld bis zu 50.000 € müssen Sie rechnen, wenn Sie die Zahlungen an Ihre Künstler und Publizisten nicht korrekt fortlaufend aufzeichnen (mit Namen der beauftragten Künstler, Art und Dauer der Leistung, Verträgen, Geschäftsbüchern, Nachweisen über gezahlte Entgelte).

Sozialversicherung: Vorsicht vor Nachzahlungen an die Künstlersozialkasse!

Abgaben können für die letzten 5 Jahre nachgefordert werden! Doch es gibt ein Schlupfloch: § 24 Abs. 2 KSVG begrenzt die Künstlersozialabgabe auf Aufträge, die Sie „nicht nur gelegentlich“ erteilen. Richten Sie nicht mehr als insgesamt drei Veranstaltungen im Jahr aus, bei denen Sie einen oder mehrere Künstler beauftragen, so zahlen Sie dafür keine Abgabe. Vereinbaren Sie, dass je Künstler höchstens zweimal pro Jahr für seine Leistungen abgerechnet wird. Denn ob Sie abgabepflichtig sind oder nicht, hängt nur von der Häufigkeit der Aufträge ab – nicht von deren Höhe. Also lieber seltener zahlen, dafür dann aber mehr.

  • Versuchen Sie außerdem nach Möglichkeit, Musiker öfter zu wechseln. Fragen Sie nach, ob auch mal über ein Bandmitglied oder einen Kollegen abgerechnet werden kann.
  • Treten Sie bei regelmäßigen Veranstaltungen nicht selbst als Veranstalter auf, sondern stellen Sie nur Ihre Räume zur Verfügung. Veranstalter kann z. B. Der Künstler selbst sein.
  • Stellen Sie einen regelmäßig auftretenden Künstler einfach als Minijobber ein (kurzfristig oder auf 400-€-Basis).
  • Beauftragen Sie juristische Personen (wie eine GmbH oder AG), z. B. Eine Musikervermittlungs- GmbH oder eine Agentur für Grafikdesign, die eine GmbH ist. Dann zahlen Sie keine Künstlersozialabgabe – egal, wie oft Sie Aufträge vergeben. Oder fragen Sie die Künstler, ob sie über eine GmbH abrechnen können.

 

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