Gratis-Download

Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

Jetzt downloaden

Sozialversicherung: Vorsicht vor anschwellenden Pensionsverpflichtungen

0 Beurteilungen
Lohn Gehalt Sozialversicherung

Von Günter Stein,

Sind Sie in Ihrem Unternehmen Pensionsverpflichtungen eingegangen? Dann sollten Sie sich um die unbedingt noch einmal kümmern. Denn das neue Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) lässt die mit großer Wahrscheinlichkeit anschwellen.

Und damit werden wiederum deutlich höhere Pensionsrückstellungen nötig, erwarten Experten.

Sozialversicherung: So werden Pensionsrückstellungen bewertet

Bei der Bewertung reicht es nach dem BilMoG nun nicht mehr, wie zuvor zum Steuersatz von derzeit 6 % abzuzinsen. Stattdessen müssen Sie bei der Bewertung auch voraussichtliche Gehaltssteigerungen und Zinsänderungen einbeziehen und die Rückstellungen außerdem noch zusätzlich zum Durchschnittszins der vergangenen 7 Jahre abzinsen (Deutsche Bundesbank, derzeit 5,27 %).

Das bedeutet für Sie: Die Pensionsrückstellung werden Sie so wahrscheinlich dramatisch erhöhen müssen.

Sozialversicherung: Auslagerung als mögliche Lösung

Zwar haben Sie für die Anpassung bis zu 15 Jahre Zeit – auf diese Zeitspanne dürfen Sie den erstmaligen Zuführungsbeitrag nach dem BilMoG verteilen. Aber stellen Sie sich vor, Sie wollen oder müssen Ihr Unternehmen vorher verkaufen. Dann wären Sie womöglich deutlich unterfinanziert. Eine Lösung für dieses Problem ist die bilanzielle Auslagerung Ihrer Pensionsrückstellungen. Darüber sollten Sie zumindest nachdenken.

So funktioniert die bilanzielle Auslagerung: Indem Sie die Pensionsverpflichtung auf einen externen Träger übertragen. Dieser erbringt auch später im Versorgungsfall die entsprechenden Leistungen.

Diese 3 Vorteile hat eine Auslagerung:

  1. Verbesserung der Eigenkapitalquote, da die Bilanzsumme abnehmen wird,
  2. Bilanzsummenreduzierung, mit der eventuell ein Größenklassenwechsel einhergehen kann,
  3. Absicherung der Pensionszusage an einen Gesellschafter-Geschäftsführer, da diese ggf. nicht insolvenzfest ist, d. h., das die Versorgungsansprüche abdeckende Vermögen ist der Insolvenzmasse nicht entzogen.

Sozialversicherung: Diese zwei Möglichkeiten haben Sie für die Auslagerung

Möglichkeit 1: Die Unterstützungskasse

Eine Unterstützungskasse ist eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung, die in Form einer GmbH, eines eingetragenen Vereins oder einer Stiftung organisiert sein kann.

So funktioniert es: Ihre Pensionsverpflichtungen erfüllen Sie als Arbeitgeber über Zuwendungen an die Unterstützungskasse. Im Insolvenzfall springt der Pensionssicherungsverein ein.

Das gilt steuerlich: Der Nachteil einer Unterstützungskasse besteht darin, dass die Rückstellungsauflösung zu einem Ertrag führt und damit Steuern auslöst. Die Lösung: Ein solcher Ertrag könnte allerdings durch einen vorhandenen Verlustvortrag wieder kompensiert werden.

Möglichkeit 2: Der Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist eine versicherungsähnliche Einrichtung. Diese kann als Aktiengesellschaft oder als Pensionsfondsverein auf Gegenseitigkeit organisiert sein.

So funktioniert es: In den Pensionsfonds lagern Sie als Arbeitgeber die zugesagten Pensionsverpflichtungen als Sondervermögen aus.

Das gilt steuerlich: Das ist insoweit steuerlich begünstigt, als die Beiträge zur Übernahme bestehender Pensionsverpflichtungen durch den Pensionsfonds gemäß § 3 Nr. 66 EStG beim Arbeitnehmer nicht zur Lohnsteuerpflicht führen, wenn der Arbeitgeber diese Beiträge nicht in voller Höhe im Jahr der Zahlung als Betriebsausgaben geltend macht, sondern nach § 4e Abs. 3 EStG für den Teilbetrag, der die Höhe einer gleichzeitig aufzulösenden Pensionsrückstellung übersteigt, eine Verteilung auf die folgenden 10 Jahre vornimmt.

Nachteil: Fast immer tritt hierbei eine Finanzierungslücke auf, die zu einem nicht zu unterschätzenden Liquiditätsabfluss führt. In der Praxis ist das eine große Hürde!

Sozialversicherung: Kompromiss für kleinere Gesellschaften - Kombination beider Möglichkeiten

Falls Ihre Gesellschaft klein ist und womöglich nur eine Pensionszusage gemacht hat, etwa gegenüber dem Gesellschaftergeschäftsführer, dann kann es sinnvoll sein, Pensionsfonds und Unterstützungskasse zu kombinieren.

Der Vorteil: Diese Lösung verringert die Liquiditätsbelastung spürbar.

So funktioniert es: Eine Auslagerung auf einen Pensionsfonds erfolgt in diesem Fall nur in Höhe eines vorhandenen Deckungskapitals, z. B. in Höhe einer Rückdeckungsversicherung. Eine bestehende Lücke zur Pensionszusage deckt die Unterstützungskasse ab.

Das gilt steuerlich: Die Pensionsrückstellung, die Sie nicht auf den Pensionsfonds übertragen haben, ist für Sie ein steuerpflichtiger Ertrag.

Die Lösung: Haben Sie noch einen Verlustvortrag, dann können Sie damit eine Steuerzahlung aus der Rückstellungsauflösung vermeiden oder reduzieren.

Lohn und Gehaltsabrechnung aktuell

Vom Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung über Mutterschutz und Elternzeit bis hin zu Fragen zu Urlaubsgewährung, Überstunden und Sonderurlaub. Vereinfachen Sie jetzt Ihre Lohnabrechnung!

Datenschutz

Anzeige