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Sozialversicherung: Wie Sie bei einer kurzfristigen Beschäftigung Kosten sparen

5 1 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Eine kurzfristige Beschäftigung im sozialversicherungsrechtlichen Sinne liegt vor, wenn die Beschäftigung nur auf eine gewisse Zeitdauer angelegt ist. Sie muss im Laufe eines Kalenderjahrs im Voraus auf nicht mehr als zwei Monate (= 60 Kalendertage) oder 50 Arbeitstage befristet sein.

Tipp: Sie gehen immer dann von einem Zweimonatszeitraum aus, wenn der Mitarbeiter die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausübt. Ansonsten gilt die 50-Arbeitstage-Regelung.

Kurzfristige Beschäftigung innerhalb der Grenzen sozialversicherungsfrei

Der erhebliche finanzielle Vorteil einer solchen kurzzeitigen Beschäftigung ist: Bleibt die Beschäftigungszeit unterhalb dieser Zeitgrenzen, ist die Beschäftigung sozialversicherungsfrei. Es sind weder Arbeitnehmer- noch Arbeitgeberanteile zur Kranken- und Pflege- sowie Renten- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten. Darüber hinaus fallen hier für den Arbeitgeber auch keine Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung an.

Doch Achtung: Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Vorliegen der Versicherungsfreiheit ist, dass die kurzfristige Beschäftigung für Ihren Mitarbeiter nicht berufsmäßig ist. Berufsmäßig wird eine Beschäftigung durch den Mitarbeiter dann ausgeübt, wenn

  • sie für den Mitarbeiter nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist und
  • das monatliche Entgelt mehr als 400 Euro beträgt.

Tipp: Bei einem Mitarbeiter, der sich zwischen Abitur und beabsichtigtem Studium befindet, ist die Tätigkeit grundsätzlich von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung und nicht berufsmäßig. Berufsmäßigkeit liegt hingegen vor, wenn der Mitarbeiter Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit erhält und dort als arbeitsuchend gemeldet ist.

Wann Sie keinen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung zahlen müssen

Sozialversicherungsfreiheit: Bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen zahlen Sie keinen Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung. Auch für den Mitarbeiter fallen keine Beiträge an. Allerdings unterliegt das Arbeitsentgelt aus einer kurzfristigen Beschäftigung der Lohnsteuerpflicht.

Lohnsteuerpflicht: Hinsichtlich der Lohnsteuerpflicht haben Sie und Ihr Arbeitnehmer zwei Möglichkeiten:

1. Der Mitarbeiter legt Ihnen eine Lohnsteuerkarte vor: Legt Ihnen der Mitarbeiter eine Lohnsteuerkarte vor, richtet sich der Lohnsteuerabzug nach den individuellen Merkmalen des jeweiligen Arbeitnehmers. Diese ergeben sich für Sie aus der vorgelegten Lohnsteuerkarte. Dies ist für den Arbeitgeber der günstigste Fall! Sie zahlen weder Sozialversicherungsbeiträge, noch sind Sie mit pauschaler Lohnsteuer belastet. Die Steuerkosten für den Mitarbeiter richten sich nach seinen individuellen Merkmalen: Möglicherweise werden ihm die Steuern im Rahmen seines Jahresausgleichs erstattet.

2. Der Mitarbeiter legt Ihnen keine Lohnsteuerkarte vor: Kann der Mitarbeiter Ihnen keine Lohnsteuerkarte vorlegen, ist es für den Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen möglich, das Arbeitsentgelt pauschal mit 25 % zu besteuern. Voraussetzungen für die Anwendung der Pauschalbesteuerung sind, dass

  • die Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt und
  • das tägliche Arbeitsentgelt während der Beschäftigungsdauer 62 Euro durchschnittlich nicht übersteigt und
  • das durchschnittliche Arbeitsentgelt je Arbeitsstunde 12 Euro nicht übersteigt oder
  • die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird.

Sozialversicherung: Wenn der Mitarbeiter keine Lohnsteuerkarte vorlegt

Beispiel: Für die Inventur am Jahresanfang benötigen Sie für einen Zeitraum von 14 Tagen zusätzliches Personal. Dafür wird Herr Walter Sauer für die Zeit vom 1.6. bis zum 15.6. als kurzfristig Beschäftigten eingestellt. Sein Stundenentgelt beträgt 10 Euro brutto. Er arbeitet fünf Stunden täglich. Eine Lohnsteuerkarte legt er Ihnen nicht vor.

Folge 1: Im gesamten Zeitraum der Beschäftigung erzielt Herr Sauer ein Bruttoarbeitsentgelt von 650 Euro (= 13 Tage x 5 Stunden x 10 Euro). Es liegt keine Sozialversicherungspflicht vor. Die pauschale Lohnsteuer berechnen Sie wie folgt:

25 % von 650 Euro 162,50 Euro

zuzüglich Solidaritätszuschlag 5,5 % 8,93 Euro

zuzüglich Kirchensteuer 7 % (z.B. NRW) 11,37 Euro

Gesamtbelastung 182,80 Euro

Die Belastung des Arbeitgebers durch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer beträgt insgesamt 28,12 %.

Folge 2: Eine Beschäftigung innerhalb der Gleitzone oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wäre für den Arbeitgeber günstiger. Vorteil an dieser Art der kurzfristigen Beschäftigung ist allerdings, dass der Mitarbeiter das Entgelt brutto für netto erhält.

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