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Sozialversicherung: Wie Sie mit den Beitragsbemessungsgrenzen richtig rechnen

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Von Günter Stein,

„Die Beitragsbemessungsgrenzen der jeweiligen Versicherungszweige sind die Höchstbeträge, bis zu denen Sie die Sozialabgaben berechnen. Alle darüber hinaus erzielten Arbeitsentgelte sind beitragsfrei.“ Soweit die Theorie. Und die Praxis?

Dafür zunächst ein Blick auf die Beitragsbemessungsgrenzen 2010:

Kranken- und Pflegeversicherung 2010:

45.000 € /Jahr (= 3.750 € Monat) (in allen Bundesländern)

Renten- und Arbeitslosenversicherung 2010:

Alte Bundesländer: 66.000 €/Jahr (=5.500 €/Monat)

Neue Bundesländer: 55.800 €/Jahr (= 4.650 €/Monat)

Sozialversicherung: Was Sie bei der Beitragsberechnung beachten müssen

Abhängig von der Zahlungsweise des Arbeitsentgelts beachten Sie bei der Beitragsberechnung für

  • laufende Arbeitsentgelte die monatliche Beitragsbemessungsgrenze und
  • Einmalzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) die Beitragsbemessungsgrenzen für mehrere Monate.

Der Beitragsanspruch der Sozialversicherungsträger entsteht immer dann, wenn der Entgeltanspruch entstanden ist oder die Einmalzahlung ausgezahlt wird. Die Sozialabgaben zahlen Sie zum Fälligkeitstag bei der Einzugsstelle der Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkasse oder Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See) ein. Beiträge werden für den Monat berechnet, in dem das Arbeitsentgelt vom Mitarbeiter erzielt wurde. Auch wenn Teile des Arbeitsentgelts zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt werden, kommt es für die Fälligkeit der Sozialabgaben auf den Zeitpunkt des Entgeltanspruchs an.

Sozialversicherung: Beitragsbemessungsgrenze im Fälligkeitsmonat

Für Sie und Ihre Entgeltabrechnung bedeutet das auch, dass die Beitragsbemessungsgrenze im Fälligkeitsmonat des Entgeltanspruchs zu berücksichtigen ist.

Beispiel: Ihr Mitarbeiter Peter Blau erzielt monatlich Arbeitsentgelte in unterschiedlicher Höhe. Im Mai 2010 wurden irrtümlich bei der Entgeltabrechnung nur 3.600 € berücksichtigt. Tatsächlich hatte Herr Blau ein Arbeitsentgelt von 4.000 € erzielt. Der Fehler fällt Ihrem Mitarbeiter natürlich auf. So zahlten Sie Herrn Blau im Juni 2010 neben seinem in diesem Monat erzielten Arbeitsentgelt von 4.100 € auch die Mai-Differenz von 400 € aus.

So berücksichtigen Sie die Beitragsbemessungsgrenzen: In der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die monatliche Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2010 genau 3.750 Euro. Die Sozialabgaben dieser Versicherungszweige berechnen Sie im Juni von diesem Betrag. Der übersteigende Betrag des Juni-Entgelts ist beitragsfrei.

Die Beitragsberechnung für Mai ist zu berichtigen: Für diesen Monat wurde die Beitragsbemessungsgrenze noch nicht erreicht. Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sind zusätzlich noch von (3.750 € – 3.600 €=) 150 € zu berechnen.

Bei der Entgeltabrechnung im Juni sind zur Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge also (3.750 € + 150 € =) 3.900 € zu berücksichtigen.

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung sind die Arbeitsentgelte vollständig beitragspflichtig, da die Beitragsbemessungsgrenze (5.500 € Wert West) nicht erreicht wird.

Sozialversicherung: Beitragsbemessungsgrenze für kompletten Zeitraum

Die Beitragsbemessungsgrenzen gelten jeweils für den kompletten Entgeltabrechnungszeitraum. Arbeiten die Mitarbeiter lediglich an einigen Tagen des Monats, dürfen Sie auch nur die Beitragsbemessungsgrenze für die Zeit zugrunde legen, für die Arbeitsentgelt gezahlt wird.

Anteilige Beitragsbemessungsgrenzen sind bei folgenden Sachverhalten zu berücksichtigen:

  • Das Beschäftigungsverhältnis beginnt oder endet im Laufe des Monats.
  • Ihr Mitarbeiter bezieht eine Entgeltersatzleistung, wie z. B. Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld, von einem Sozialversicherungsträger oder
  • Ihr Mitarbeiter leistet seinen Wehr- bzw. Zivildienst.

Bezieht ein Mitarbeiter eine Entgeltersatzleistung (beispielsweise Krankengeld), handelt es sich grundsätzlich während der Bezugszeit um eine beitragsfreie Zeit. Aus diesem Grund wird die Beitragsbemessungsgrenze für den Teilmonat berechnet. Das bedeutet aber nicht, dass generell alle zusätzlich von Ihnen gezahlten Arbeitsentgelte beitragsfrei sind. Zahlen Sie Teile des laufenden Arbeitsentgelts, wie etwa Sachbezüge oder vermögenswirksame Leistungen, während des Bezugs einer Entgeltersatzleistung weiter, sind diese Teilentgelte beitragsfrei. Auch Zuschüsse zur Entgeltersatzleistung sind beitragsfrei, solange die Bezüge insgesamt das bisherige Nettoarbeitsentgelt nicht übersteigen.

Einmalzahlungen sind hingegen beitragspflichtig: Werden Einmalzahlungen beispielsweise während eines Krankengeldbezugs ausgezahlt, kann es zur Beitragsfälligkeit kommen. Und: In keinem Fall dürfen Sie bei unbezahltem Urlaub die Beitragsbemessungsgrenze für einen Teilentgeltzahlungszeitraum, also einen Berechnungszeitraum für nur wenige Tage des Monats, ermitteln. Die Zeit des unbezahlten Urlaubs ist keine beitragsfreie Zeit. Es sind grundsätzlich auch für die Zeit des unbezahlten Urlaubs Sozialabgaben zu berechnen. Da während des unbezahlten Urlaubs aber kein Arbeitsentgelt gezahlt wird, fallen in dieser grundsätzlich beitragspflichtigen Zeit auch keine Sozialabgaben an. Besteht das Beschäftigungsverhältnis im gesamten Monat, ist auch die Beitragsbemessungsgrenze für den ganzen Kalendermonat zu berücksichtigen. Während des Wehr- oder Zivildienstes wird grundsätzlich auch kein Arbeitsentgelt gezahlt, sodass es nicht zu einer Beitragsberechnung kommt. Im Hinblick auf Einmalzahlungen ist wie beim Bezug von Entgeltersatzleistungen zu verfahren.

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