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Unfallversicherung für Ihre Mitarbeiter: pauschal versteuert oder steuerfrei

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Unfallversicherung

Von Günter Stein,

Finanzieren Sie einem Mitarbeiter eine freiwillige Unfallversicherung, auf die er einen unmittelbaren Rechtsanspruch hat, gehören die Beiträge in jedem Fall zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Gruppenunfallversicherungen mit einem Durchschnittsbeitrag von höchstens 62 € pro Mitarbeiter und Jahr können Sie jedoch mit 20 % pauschal versteuert und beitragsfrei gewähren.

Alternativ können Sie die Unfallversicherung so gestalten, dass der Mitarbeiter nach einem Unfall keinen eigenen Rechtsanspruch gegen die Versicherung hat und Sie die Versicherungsleistung geltend machen. Dann sind die eingezahlten Beiträge zunächst lohnsteuer- und beitragsfrei. Erst wenn die Versicherungssumme nach einem Unfall ausgezahlt wird, werden die für den Arbeitnehmer gezahlten Beiträge zu steuerpflichtigem Arbeitslohn (BMF-Schreiben vom 28.10.2009, IV C 5 – S 2332/09 10004).

So berechnen Sie die Lohnsteuer für eine Unfallversicherung ohne Rechtsanspruch des Mitarbeiters

Lohnsteuer wird erst fällig, wenn der Mitarbeiter nach einem Unfall

  • Versicherungsleistungen erhalten hat. Ob sich der Unfall bei einer beruflichen oder privaten Tätigkeit ereignete und ob es sich um eine Einzel- oder Gruppenunfallversicherung handelt, spielt keine Rolle.
  • Die ausgezahlte Versicherungssumme ist steuerfrei. Steuerpflichtig sind jedoch die bis zur Auszahlung der Versicherungsleistung gezahlten Beiträge, maximal die dem Mitarbeiter ausgezahlte Versicherungssumme.
  • Dabei müssen Sie alle seit Bestehen des Arbeitsverhältnisses gezahlten Beiträge berücksichtigen – auch wenn es sich um verschiedene Versicherungsverträge handelt oder wenn der Versicherungsschutz zwischenzeitlich unterbrochen wurde. Von einem früheren Arbeitgeber gezahlte Beiträge brauchen Sie jedoch nicht zu berücksichtigen. Das gilt selbst dann, wenn Sie die Versicherung fortführen.
  • Aus Vereinfachungsgründen können Sie die gezahlten Beiträge anhand des letzten Versicherungsbeitrags und der Beschäftigungsdauer hochrechnen.
  • Eine Aufzinsung der Beiträge erfolgt nicht.
  • Bei einer Gruppenunfallversicherung müssen Sie den auf den einzelnen Arbeitnehmer entfallenden Teil der Beiträge gegebenenfalls schätzen.
  • Soweit die Beiträge zur Absicherung von Unfällen bei einer Auswärtstätigkeit dienen, gelten sie als Reisekostenerstattung und sind damit steuerfrei. Aus Vereinfachungsgründen können Sie hierfür 40 % der Beiträge ansetzen.
  • Die steuerpflichtigen Beiträge können als Vergütung für mehrjährige Tätigkeit (§ 34 EStG) ermäßigt besteuert werden.

Beachten Sie: Eine Versicherung ohne Rechtsanspruch des Mitarbeiters liegt nicht vor, wenn die Versicherungssumme nach den Unfallversicherungsbedingungen in jedem Fall direkt an den Mitarbeiter ausgezahlt wird.

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