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Wann Sie Ihren Mitarbeitern nach einer Schlägerei Entgeltfortzahlung leisten müssen

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Von Günter Stein,

Einen sicher nicht seltenen, dennoch pikanten Fall hatte das Landesarbeitgericht Köln zu entscheiden (Urteil vom 14. 2. 2006; Aktenzeichen: 9 Sa 1303/05).

Einen sicher nicht seltenen, dennoch pikanten Fall hatte das Landesarbeitgericht Köln zu entscheiden (Urteil vom 14. 2. 2006; Aktenzeichen: 9 Sa 1303/05): Eine Arbeitnehmerin wurde von ihrem früheren Ehemann so verletzt, dass sie arbeitsunfähig war. Der die Verletzung verursachenden Tätlichkeit des Ex-Ehemanns gingen beiderseitige Provokationen voraus.

Diese Tatsache veranlasste den Arbeitgeber der arbeitsunfähigen Mitarbeiterin, die Entgeltfortzahlung zu verweigern. Begründet wurde die Verweigerung des Entgelts damit, dass die Mitarbeiterin an der Verletzung ein Verschulden treffe. Statt dem Streit aus dem Wege zu gehen, habe sie ihn vielmehr erheblich mit provoziert.

Der Arbeitgeber wurde vom Landesarbeitsgericht Köln schließlich verurteilt, der Mitarbeiterin das Entgelt für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit fortzuzahlen. Bei der Würdigung der jeweiligen Darstellungen des Streithergangs gingen die Richter von einer angemessenen Reaktion der Arbeitnehmerin aus.

Für Sie wichtige Erkenntnis: Ein Verschulden Ihres Arbeitnehmers im Sinne des Entgeltfortzahlungsgesetzes (§ 3 EFZG) liegt nur dann vor, wenn der Geschädigte grob gegen das von einem verständigen Menschen im eigenen Interesse zu erwartende Verhalten verstößt.

Dafür reicht allein die Verwicklung in eine Schlägerei nicht aus. Es kommt für die Frage, ob Sie das Entgelt fortzahlen müssen oder nicht, darauf an, ob die Auseinandersetzung selbst begonnen oder aber provoziert wurde.

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