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Arbeitsrecht: Frage nach Krankheit - Erlaubt oder nicht?

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Arbeitsrecht Krankheit

Von Günter Stein,

Die Frage: Der Betriebsrat machte uns aufgrund der Beschwerde einer Bewerberin darauf aufmerksam, dass Fragen nach bestehenden Krankheiten im Vorstellungsgespräch verboten seien. Stimmt das wirklich? Der Betriebsrat meinte, das Bundesarbeitsgericht hätte das kürzlich so entschieden.

Die Frage: Der Betriebsrat machte uns aufgrund der Beschwerde einer Bewerberin darauf aufmerksam, dass Fragen nach bestehenden Krankheiten im Vorstellungsgespräch verboten seien. Stimmt das wirklich? Der Betriebsrat meinte, das Bundesarbeitsgericht hätte das kürzlich so entschieden.

Arbeitgeber fragte einen Bewerber nach chronischen Krankheiten

Die Antwort: Ich nehme an, Ihr Betriebsrat spielt auf das Urteil des BAG vom 17.12.2009 an (Az. 8 AZR 670/08). Da ging es um folgenden Fall: Ein Arzt war Inhaber einer in der Forschung tätigen Firma. Über die Bundesagentur für Arbeit hatte er einen Biologen bzw. Tierarzt mit akademischem Titel zur Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien und in der klinischen Forschung gesucht. Daraufhin bewarb sich ein promovierter Diplom-Biologe. Im Bewerbungsgespräch fragte der Arzt den Kandidaten dann, ob dieser psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt würde. Er sollte sogar unterschreiben, dass dies nicht der Fall war. Zudem äußerte der Arzt den Verdacht, dass der Bewerber Morbus Bechterew (eine chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung) haben könnte. Der Bewerber ließ sich das nicht bieten und klagte eine Entschädigung nach dem AGG ein.

Gezielte Erkundigungen nach dem Gesundheitszustand sind unzulässig

Und er hatte Erfolg: Der Arzt wurde verurteilt! Er hatte sich im Bewerbungsgespräch gezielt nach näher bezeichneten gesundheitlichen Beeinträchtigungen erkundigt. Daraus kann man auf die Frage nach einer Behinderung schließen – und die ist diskriminierend. Es kommt dabei übrigens nicht darauf an, ob wirklich eine Behinderung vorliegt. Allein schon der geäußerte Verdacht reicht für eine Diskriminierung aus.

Fazit: Vermeiden Sie deshalb im Bewerbungsgespräch Fragen nach einer Krankheit. Stellen Sie diese Frage nur, wenn eine Tätigkeit bei einer bestimmten Erkrankung nicht aufgenommen werden kann (Beispiel: Mehlallergie bei einem Bäcker). Dann aber ist sie erlaubt!

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