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Ausbildung: So halten Sie die besten Bewerber bei Laune - bis zum 1. August bzw. 1. September

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Sie sind ein angesehenes Ausbildungsunternehmen in Ihrer Region? Sie gelten als guter Arbeitgeber? Sie haben sich mit Recht darauf verlassen, dass Sie nicht nur gute Bewerbungen erhalten, sondern dass die letztlich auch zu einem Ausbildungsvertrag führen?

Dann haben Sie bislang auf die richtige Karte gesetzt. Wichtig ist allerdings die Information: Der Wind hat sich gedreht – in einigen Regionen Deutschlands sogar bereits massiv und um 180 Grad.

Ausbildung: Unternehmen konkurrieren um neue Azubis

Über viele Jahre waren Bewerber in einer bittenden Position: Sie wollten eine Lehrstelle und kämpften darum. Und Sie als Ausbildungsunternehmen sondierten die Besten und gaben anschließend Ihr O.k. Von dieser Denkweise müssen sich ausbildende Unternehmen künftig verabschieden. Es gibt viele konkurrierende Unternehmen, die genau dieselben Schulabgänger als Auszubildende einstellen wollen wie Sie. Auch bei Ihren Wettbewerbern sind die Top-Bewerber aktiv. Sie sollten daher als Ausbildungsbetrieb schon vor der Ausbildung besser sein als Ihre Mitbewerber. Ergreifen Sie entsprechende Maßnahmen:

Ausbildung: Welche Maßnahmen Sie jetzt ergreifen sollten

Maßnahme 1: Informieren Sie im Vorstellungsgespräch umfassend (und positiv) über die Ausbildung in Ihrem Hause

Was haben Sie, das andere nicht haben? Diese Frage sollten Sie gewissenhaft klären. Als Antwort könnte auf Ihrer Habenseite stehen:

  • starke Technologieorientierung
  • gute Geschäftszahlen
  • moderne Ausbildungsberufe
  • umfassende Altersversorgung
  • überdurchschnittliche Löhne und Gehälter
  • junges und sympathisches Ausbildungsteam
  • individuellen Zusatzunterricht
  • überdurchschnittliche Prüfungsergebnisse.

Scheuen Sie sich nicht, für sich und Ihr Unternehmen sympathisch werben. Nutzen Sie das Vorstellungsgespräch, um sich attraktiv vorzustellen!

Maßnahme 2: Erzählen Sie nichts über „Karriere mit Lehre“, sondern stellen Sie konkrete Beispiele vor

Nutzen Sie die gemeinsamen Termine im Auswahlverfahren auch dazu, um die Perspektiven nach der Ausbildung überzeugend aufzuzeigen. Gewinnen Sie hierzu Referenten aus Ihrem Unternehmen, die als Person positive, lebende Beispiele darstellen. Bitten Sie darum, dass diese Kollegen den Bewerbern kurz ihren Werdegang vorstellen (natürlich angefangen bei der Ausbildung, ggf. sogar mit dem Schulabschluss) und ihren momentanen Verantwortungsbereich skizzieren. Es müssen nicht immer die ganz tollen Karrieren sein, die vorgestellt werden. In jedem Falle sollte es sich allerdings um attraktive Jobs handeln.

Maßnahme 3: Bleiben Sie in Kontakt - auch nach der Vertragsunterschrift

Bezüglich der Vertragstreue hat sich die Moral in den letzten Jahren verschlechtert. Zu viele Verträge werden gebrochen und dienen, da keine Konsequenzen drohen, als schlechtes Vorbild. Selbst Fußball-Bundesliga-Profis unterschreiben manchmal bei mehreren Vereinen. Ausbildungsbewerber machen das zunehmend auch. Handeln Sie rechtzeitig, damit Sie am Ende nicht der Leidtragende sind. Ist die Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag erst einmal erfolgt, dann können noch Wochen oder Monate vergehen, bis die Ausbildung beginnt. Während dieser Zeit können Sie davon ausgehen: Ihre Konkurrenz bemüht sich weiter um die besten Bewerber. Sie sollten daher den positiven Kontakt weiterpflegen, um Ihren künftigen Azubi gegen weitere Angebote immun zu machen.

Anlässe für eine mögliche Kontaktpflege: Senden Sie Ihrem neuen Azubi gut aufbereitete und für die Ausbildung relevante Informationen, z. B. den Ausbildungsplan für die ersten Monate, einen Gruß und eine Kurzvorstellung der Jugend- und Auszubildendenvertretung bzw. des Betriebsrats, einen Glückwunsch zum Geburtstag, falls sich das terminlich ergibt oder einen Willkommensbrief der Geschäftsführung.

Tipp: Die Zusendung einer Mitarbeiterzeitung (falls vom Inhalt her auch für Noch-Externe geeignet) entfaltet besonders bindende Wirkung.

Wenn es dann im August oder September losgeht, dann hoffentlich unter dem Motto: Alle Mann an Bord!

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