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Kopftuch bei der Arbeit – Ja oder nein?

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Von Günter Stein,

Die Frage: Eine unserer Mitarbeiterinnen im Sekretariat kommt mittlerweile mit Kopftuch zur Arbeit. Wir haben das Gefühl, dass sie uns lediglich provozieren will, sie gibt jedoch an, dieses aus religiösen Gründen zu tragen. Wie sollen wir uns verhalten? Womöglich kommt Sie demnächst mit einer Burka.

Die Frage: Eine unserer Mitarbeiterinnen im Sekretariat kommt mittlerweile mit Kopftuch zur Arbeit. Wir haben das Gefühl, dass sie uns lediglich provozieren will, sie gibt jedoch an, dieses aus religiösen Gründen zu tragen. Wie sollen wir uns verhalten? Womöglich kommt Sie demnächst mit einer Burka.

Diskriminierung von Mitarbeitern wegen Kopftuch ist verboten

Die Antwort: Das ist ein sensibles Thema, bei dem Sie vieles falsch machen können. Insbesondere dürfen Sie Ihre Mitarbeiterinnen nicht diskriminieren, andernfalls entstehen schnell Schmerzensgeld- und Schadenersatzansprüche. Das Bundesarbeitsgericht hat am 20.08.2009 für öffentliche Verwaltungen ganz klar entschieden, dass religiöse Bekundungen in einer Schule rechtswidrig sind, sofern entsprechende landesgesetzliche Regelungen bestehen. In diesem Fall hatte eine muslimische Sozialpädagogin ein Kopftuch getragen. Der Aufforderung, das Kopftuch abzulegen, kam die Arbeitnehmerin auch nach. Sie ersetzte das Kopftuch dann allerdings durch eine Mütze mit Strickbund, die Haare, Haaransatz und Ohren vollständig bedeckte. Daraufhin wurde sie abgemahnt. Gegen die Abmahnung klagte die Arbeitnehmerin. Das Verhalten der Mitarbeiterin sahen die Bundesarbeitsrichter als rechtwidrig an (Az.: 2 AZR 499/08). Deshalb durfte die von dem Arbeitgeber ausgesprochene Abmahnung in der Personalakte verbleiben.

In Privatwirtschaft ist ein Verbot von Kopftüchern manchmal erlaubt

In der Privatwirtschaft sieht das ganze allerdings anders aus. Auch hier gibt es ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts, allerdings bereits vom 10.10.2002 (Az.: 2 AZR 472/01). Hier betrieb die Arbeitgeberin ein Kaufhaus. Das Warensortiment bestand unter anderem aus Modeartikeln, Spielsachen, Schuhen, Kosmetika und ähnlichem. Lebensmittel wurden nicht angeboten. Nach Ende eines Erziehungsurlaubs teilte die Arbeitnehmerin mit, sie würde künftig mit Kopftuch auf der Arbeit erscheinen. Nachdem Gespräche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolglos blieben, kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis. Der Fall ging bis zum Bundesarbeitsgericht und dieses gab der Arbeitnehmerin Recht. Der Kaufhausbetreiberin wäre es zumindest zuzumuten gewesen, die Frau zunächst einzusetzen und abzuwarten, ob es wegen des Kopftuchs zu Betriebsstörungen kommt. Weiterhin wäre dann zu prüfen gewesen, ob die Störungen nicht auf andere Weise als durch eine Kündigung zu begegnen gewesen wäre (Urteil vom 10.10.2002, Az.: 2 AZR 472/01).

Eine Burka am Arbeitsplatz müssen Sie nicht tolerieren

In Ihrem Fall kommt es hauptsächlich darauf an, wo und unter welchen Voraussetzungen die Arbeitnehmerin eingesetzt werden soll. Wird sie lediglich im Innendienst ohne wesentlichen Kundenkontakt beschäftigt, können Sie gegen ein Kopftuch nichts unternehmen! Im Außenbereich mit Kundenkontakt kommt es auf den Einzelfall an. Eine Burka müssen Sie allerdings sicherlich nicht tolerieren. Ganzkörperverschleierungen haben am Arbeitsplatz nichts zu suchen. Zwar sind dazu noch keine Urteile gefällt worden, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Arbeitsgericht so etwas mitmachen.

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