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Lücken bei der Wissensvermittlung in der Ausbildung - So mindern Sie Ihr Haftungsrisiko

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Arbeitsrecht Ausbildung

Von Günter Stein,

Immer dann, wenn Beschwerden über Ihre Fachausbilder und deren Wissensvermittlung bei Ihnen eingehen, sollten Sie als Ausbildungsverantwortlicher handeln. Denn Sie müssen sicherstellen, dass die Inhalte laut Ausbildungsrahmenplan tatsächlich auch vermittelt werden.

Ansonsten besteht die Gefahr einer späteren Haftung - beispielsweise, wenn der Auszubildende durch die Prüfung fällt. Wenn einer Ihrer Auszubildenden das Ausbildungsziel nicht erreicht, dann ist das in aller Regel auf fehlende Leistungsbereitschaft oder -fähigkeit zurückzuführen. Als Konsequenz muss der Azubi mindestens noch ein halbes Jahr an die Ausbildung dranhängen. Finanziell bedeutet das konkret für ihn: Mindestens 6 Monate Ausbildungsvergütung statt „echten“ Lohn.

Haftung gegenüber dem Azubi für nicht vermittelte Inhalte

Das Risiko für Sie als ausbildendes Unternehmen: Sind prüfungsrelevante Inhalte, die tatsächlich auch abgefragt wurden und den Ausschlag gaben, in ihrem Unternehmen tatsächlich nicht vermittelt worden, dann sind sie mit dem finanziellen Verlust gegenüber dem Azubi in der Haftung. Allerdings muss Ihr Auszubildender Ihr Verschulden beweisen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie mehrere Maßnahmen ergreifen:

Nutzen Sie den Ausbildungsnachweis zur Verringerung des Haftungsrisikos

1. Sorgen Sie dafür, dass alle an der Ausbildung Beteiligten ihre Aufgabe im Rahmen des Ausbildungsplans kennen. Im Klartext: Für jedes einzelne Lernziel sollte es einen Verantwortlichen Fachausbilder geben. Dass jeder über seine Aufgabe Bescheid weiß, liegt in Ihrer Verantwortung.

2. Nutzen Sie den Ausbildungsnachweis als Kontroll- und Nachweisinstrument. Mit Ihrer regelmäßigen Unterschrift kontrollieren Sie zum einen, was bereits vermittelt wurde. Zum anderen zeichnet der Auszubildende gegen und bestätigt somit die Vermittlung der Kenntnisse und Fähigkeiten. Ziehen Sie dieses Prinzip konsequent durch, dann bleibt kein Spielraum für Ihre Azubis, später Schadensersatz zu fordern.

3. Achten Sie darauf, dass alle Fachausbilder selbst fachlich das beherrschen, was Sie vermitteln. Wünschenswert ist der gleiche bzw. ein verwandter oder ein höherer Berufsabschluss der entsprechenden Fachrichtung. Nur dann kann von fachlicher Eignung ausgegangen werden.

Beispiel: Wer in kaufmännischen Berufen ausbildet, sollte selbst einen kaufmännischen Beruf erlernt haben. Allerdings garantiert hier auch ein wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium die fachliche Eignung.

4. Beachten Sie, dass eine fachliche Qualifikation der Verantwortlichen allein nicht ausreicht. Der Ausbilder muss nämlich auch in der Lage sein, seine Fachkenntnisse weiterzugeben. Das setzt pädagogische und didaktische Fähigkeiten voraus, die keineswegs ohne weiteres vorausgesetzt werden kann.

Das kann im Haftungsfalle auf ausbildende Betriebe zukommen

Unternehmen, die ihre Azubis mit selbst verursachten Lücken in die Prüfung schicken, müssen damit rechnen, haftbar gemacht zu werden. Kann der Auszubildende nämlich darlegen, dass der Betrieb für das Scheitern und die Verlängerung der Ausbildung verantwortlich ist, dann haben sie im Klage- oder Schlichtungsfall die Differenz zwischen Ausbildungsvergütung und Gesellenlohn (oder mindestens Hilfsarbeiterlohn) für den entsprechenden Zeitraum zu zahlen.

Beispiel: Ein Auszubildender konnte erfolgreich darlegen, dass er die Prüfung nicht bestanden hat, weil bestimmte Inhalte nicht vermittelt wurden. Erst nach der Abschlussprüfung wurde der Mangel beseitigt. Das Ausbildungsverhältnis verlängerte sich bis zur nächsten Abschlussprüfung, die der Azubi dann auch bestand. Das Ausbildungsunternehmen wird dazu verurteilt (oder einigt sich mit dem Azubi darauf), die Ausbildungsvergütung der letzten 6 Monate von jeweils 700 € brutto auf das Hilfsarbeiterniveau von 1.300 € brutto aufzustocken. Damit ergibt sich eine Nachzahlung (brutto) von insgesamt 3.600 €.

1.300 € -700 € = 600 €

600 € x 6 = 3.600 €

Hinweis: Wenn eine Übernahme des Auszubildenden geplant ist, dann kann er die Differenz zwischen Azubi-Vergütung und dem Lohn geltend machen, den ein übernommener Azubi nach der Ausbildung in der Regel im Anschluss an die Ausbildung im Unternehmen erhält (z. B. Gesellenlohn).

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