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Mitarbeiterführung: Lassen Sie die JAV für sich arbeiten - und keineswegs gegen sich

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

In vielen Betrieben funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung gut - in manchen sogar hervorragend. Ähnlich sieht es beim Verhältnis zwischen Ausbildungsleitung und Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) aus

Ist es aber erst einmal zerrüttet, wird das Leben für alle Seiten schwerer - insbesondere für Sie als Ausbildungsverantwortlichem. Denn – unabhängig davon, ob die JAV Sie zu Recht oder zu Unrecht kritisiert – Sie sind dann ständig in der Defensive und müssen sich rechtfertigen. Diese Situation sollten Sie mit Hilfe der folgenden 4 Tipps vermeiden.

Tipp 1: Machen Sie die gemeinsamen Interessen deutlich

Eine wichtige Aufgabe der Jugend- und Auszubildendenvertretung ist die Überwachung der geltenden Gesetze – insbesondere derjenigen, die für jugendliche Arbeitnehmer und Auszubildende wichtig sind. Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und das Berufsbildungsgesetz (BBiG) stehen dabei in der Regel im Mittelpunkt und es ist Ihr Interesse, dass beide Gesetze in Ihrem Unternehmen eingehalten werden. Schließlich steht – insbesondere bei groben Verstößen einiges auf dem Spiel: Geldstrafen und Schadensersatzforderungen können auf Sie zukommen und im Extremfall auch Freiheitsstrafen und der Entzug der Ausbildungsberechtigung. Deshalb: Machen Sie gegenüber der JAV deutlich, dass die Einhaltung der relevanten Gesetze in Ihrem Interesse liegt.

Beispiel: Aus Unwissenheit wird in einer Abteilung die nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 11 Abs. 1) für Jugendliche geltende Pausenregelung nicht eingehalten. Sie erfahren davon zunächst nichts, bis ein JAV-Vertreter dahinter kommt und Ihnen berichtet. So können Sie selbst eingreifen, den JAV-Vertreter für sein Engagement loben und die Abteilung entsprechend belehren. Das ist jedenfalls besser, als wenn der Azubi irgendwann einmal entrüstet vor Ihnen steht oder – im schlimmsten Fall – über einen Anwalt aktiv wird.

Tipp 2: Nutzen Sie Ihren Wissensvorsprung

Sie selbst haben jahrelang Erfahrung im Umgang und in der Auslegung ausbildungs- bzw. arbeitsrechtlicher Vorschriften. Ein möglicherweise frisch gewählter JAV-Vertreter kann da in der Regel kaum mithalten. Deshalb: Treten Sie entsprechend selbstbewusst auf. Machen Sie Ihren Wissensvorsprung deutlich, ohne dabei arrogant zu erscheinen. Berichten Sie JAV-Mitgliedern hin und wieder von ähnlichen „Problemen“ aus der Vergangenheit. Gerade in Fällen, die mit dem Gesetz verschieden ausgelegt werden können, wird Ihnen diese Strategie Nutzen bringen.

Beispiel: Bei Zweifeln, ob Ihre Auszubildenden bestimmte Tätigkeiten ausführen dürfen, sollten Sie auch – aber möglichst nicht nur – auf die Rechtsgrundlagen (z. B. § 22 JArbSchG) verweisen. Noch viel überzeugender ist die Darstellung, wie bereits vor Jahren die gleiche oder eine ähnliche Tätigkeit (zu Unrecht) in Frage gestellt wurde.

Tipp 3: Steuern Sie die Kommunikation mit der JAV

Eine Vertrauensbasis schaffen Sie vor allem im gemeinsamen Gespräch. Das Zustandekommen solcher Gespräche sollten Sie nicht dem Zufall überlassen. Deshalb: Treffen Sie sich mit Ihren JAV-Vertretern von Zeit zu Zeit, ggf. auch zu einem festen Termin. Betrachten Sie das als losen Gedankenaustausch im Sinne der Ausbildungsoptimierung und nicht als offizielles Treffen mit einem Betriebsverfassungsorgan (dann wäre der Betriebsrat Ihr Ansprechpartner). Die zum Teil auch gegensätzlichen Interessen sollten Sie nicht davon abhalten, z. B. monatlich mit den Azubi-Vertretern in unverkrampfter Atmosphäre über Ausbildungsbelange zu sprechen.

Tipp 4: Lösen Sie Fälle gemeinsam

Wenn Sie gemeinsame Erfolge zusammen mit der JAV errungen haben, dann dürfte das Eis gebrochen sein. Projekte mit gemeinsamem Ziel bieten sich immer wieder an. Deshalb: Werden Sie zusammen mit Ihrer JAV zu einem erfolgreichen Team. Gemeinsame Projekte müssen sich keineswegs ausschließlich auf Problem-Azubis beziehen, sondern ggf. auch auf die konkrete Umsetzung einer neuen Sicherheitsvorschrift oder auf die Besprechung individueller Maßnahmen zur Förderung einzelner Auszubildender.

Beispiel: Eine neue Stanz-Maschine kommt in einer Ausbildungsabteilung zum Einsatz. Auch gewerbliche Azubis sollen an ihr „arbeiten“. Welches die Voraussetzungen sind, evtl. auch Minderjährige daran auszubilden, ist Ihnen als Ausbildungsverantwortlicherm nicht sofort klar. Laden Sie daher zusammen mit der JAV Ihren Sicherheitsbeauftragten zu einer Erörterung und Einweisung an. Klären Sie so gemeinsam, wie Sie unter den neuen Bedingungen ausbilden können.

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