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Mitarbeiterführung: Was Sie bei minderjährigen Auszubildenden unbedingt beachten müssen, Teil 2

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Arbeitsrecht Mitarbeiterfuehrung

Von Günter Stein,

Jugendliche Auszubildende sind in Ihrer körperlichen Entwicklung noch nicht ausgereift. Sie sind mehr als Erwachsene darauf angewiesen, Körper und Geist Ruhepausen zu gönnen. Das berücksichtigt der Gesetzgeber auch beim Mindest-Jahresurlaub. Beachten Sie deshalb: Je jünger Ihre Auszubildenden sind, desto mehr Tage Urlaub im Jahr stehen ihnen zu.

Die Mindestvorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes (§ 19), welche sich allerdings an „Werktagen“, zu denen auch der Samstag zählt, orientieren, müssen sich als Minimum in den Ausbildungsverträgen der jugendlichen Azubis wiederfinden:

  • 30 Werktage für unter 16-Jährige (bei 5-Tage-Woche: 23 Arbeitstage)
  • 27 Werktage für unter 17-Jährige (bei 5-Tage-Woche: 21 Arbeitstage)
  • 25 Werktage für unter 18-Jährige (bei 5-Tage-Woche: 20 Arbeitstage)
  • 24 Werktage für Auszubildende, die zu Beginn des Kalender(!)jahres bereits mindestens 18 Jahre alt sind.

 

Orientieren Sie sich an den üblichen Urlaubsansprüchen

Tipp: Orientieren Sie sich auch an den Urlaubsansprüchen Ihrer übrigen Mitarbeiter und interpretieren die gesetzlichen Vorgaben als das, was sie sind: als Minimum. Gewähren Sie im Zweifelsfall allen Auszubildenden 30 Tage Urlaub, insbesondere wenn das auch für die übrige Belegschaft gilt. Kommunizieren Sie das offen unter den Auszubildenden und setzen Sie diese Großzügigkeit bewusst als Zeichen Ihrer „Azubi-Orientierung“ ein. Steigern Sie so die Motivation. Sie können auch eine entsprechende Regelung im Nachhinein in Ihre Ausbildungsverträge einflechten, da sie zu Gunsten Ihrer Azubis wirkt.

IV. Beschäftigung am Wochenende – für Minderjährige gelten strenge Regeln

In §§ 16 und 17 des Jugendarbeitsschutzgesetzes wird die Arbeit von Jugendlichen am Wochenende geregelt. Hier gilt grundsätzlich: Am Wochenende ist eine Beschäftigung untersagt. Ausnahmen richten sich nach der Branche, wobei es für Samstage und Sonntage zum Teil unterschiedliche Regelungen gibt. Sollten Sie in der linken Spalte der Tabelle unten Ihre Branche nicht finden, gilt: Beschäftigen Sie Ihre jugendlichen Auszubildenden weder an einem Samstag noch an einem Sonntag!

Übersicht: Darf Ihr minderjähriger Azubi samstags oder sonntags arbeiten?

Branche / EreignisSamstagsarbeit möglich?Sonntagsarbeit möglich?
Krankenhäuser, Pflege- und Kinderheime/ ärztlicher Notdienst jaja
Verkauf und Friseurhandwerkjanein
Verkehrswesenjanein
Sportjaja
Aufführungen (z.B. Musik/Theater/Live-Hörfunk)jaja
Bild- und Tonaufnahmen (nicht live)janein
Gaststättenjaja
Schaustellerjanein
Landwirtschaft/TierhaltungjaJa, falls an diesem Tag notwendig (Z.B. bei täglich notwendigen Arbeiten wie Tiere füttern oder melken)
Kfz-Reparaturjanein
Außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahme janein
Alle anderen Branchen und Tätigkeiten neinnein

Für das Arbeiten an Samstagen und Sonntagen im oben beschriebenen Rahmen gilt:

  • Zwei Samstage und Sonntage im Monat müssen für Jugendliche beschäftigungsfrei bleiben.
  • Die 5-Tage-Woche muss bei Jugendlichen unbedingt eingehalten werden. Sie müssen also in der gleichen Woche an einem berufsschulfreien Tag für einen Ausgleich sorgen.

V. Beschäftigung an Feiertagen – nehmen Sie die Verbote ernst!

An folgenden 4 Tagen im Jahr herrscht ein unumgängliches Beschäftigungsverbot für Jugendliche, das Sie unter allen Umständen beachten müssen:

  • 1. Januar
  • Ostersonntag
  • 1. Mai
  • 25. Dezember

Gleiches gilt für die folgenden beiden Tage ab 14:00 Uhr:

  • 24. Dezember
  • 31. Dezember

An allen anderen Feiertagen können Sie sich nach den Regelungen richten, die für Sonntage gelten (s. unter IV.).

In der kommenden Woche folgt Teil 3 der Serie „Jugendliche in der Ausbildung“. Dann erfahren Sie alles über die tägliche und wöchentliche Arbeitszeit, die Pausenregelung und die Freistellung vor der Prüfung.

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