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So entsteht unfaires Verhalten

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Von Martin Weyde,

Frage: Bei uns häufen sich Streitereien zwischen Mitarbeitern, weil die einen sich von den anderen unfair behandelt fühlen. Wo können die Gründe liegen?

Antwort: Warum entwickeln Menschen den Antrieb, an ihren Mitmenschen herumzukritteln und sie herabzusetzen? Diese Frage ist vermutlich so alt wie der Mensch, aber am Arbeitsplatz entwickelt unfaires Verhalten eine ganz eigene Dynamik.
Wenn Mitarbeiter sich gegenseitig unfair behandeln, dann haben auch Sie als Vorgesetzter ein Problem. Sie können nicht einfach davon ausgehen, dass die Kollegen ihre Querelen schon untereinander regeln werden. Wenn Sie darauf verzichten, gegen offensichtlich unkollegiales Verhalten vorzugehen, dann kann leicht der Eindruck entstehen, Sie würden Ungerechtigkeit gutheißen oder ungerechten Kollegen den Vorzug geben.
Wenn man die Wahl hat, dann geht man Mitmenschen aus dem Weg, die man nicht leiden kann. Aber diese Wahlmöglichkeit besteht am Arbeitsplatz nicht oder nur eingeschränkt. Wenn Kollegen, die eigentlich zusammenarbeiten sollen, das Kriegsbeil ausgegraben haben, dann müssen Sie auch im Interesse des Unternehmens eingreifen und gelegentlich über die Köpfe der Beteiligten hinweg entscheiden.
Unfaires Verhalten kann eine ganze Reihe verschiedener Ursachen haben: Ehrgeiz, Neid, Rachsucht, Rechthaberei oder Rücksichtslosigkeit, aber auch Schadenfreude und sogar Langeweile. Und das Verhalten kann gegenseitig sein, doch oft gibt es wie beim Mobbing Täter und Opfer. Aber die haben beide eines gemeinsam: Die Situation setzt sie unter Stress. Darunter leidet auf Dauer nicht nur ihr persönliches Wohlbefinden, sondern erst recht die Qualität ihrer Arbeit.

Der Konkurrenzdruck im Arbeitsleben ist hoch, er bereitet den Nährboden für Ehrgeizige und Neider. Rechthaber und Rücksichtslose finden, dass sie am leichtesten vorankommen, wenn Sie sich nicht um andere scheren, ihnen fehlt das Korrektiv. Und wer andere schädigt, weil er sich rächen will, ist das beste Beispiel dafür, dass aus Unrecht nur neues Unrecht entsteht.
Die Rollen als Täter und Opfer haben viel damit zu tun, wie die Kollegen sich selbst sehen. Denn wie wir mit anderen umgehen, hängt entscheidend davon ab, ob wir uns selbst mögen, also von unserem Selbstwertgefühl. Im Klartext: Wer sich selbst nichts bedeutet, der hält auch von anderen nicht viel.
Ganz so einfach ist es jedoch nach jüngeren psychologischen Forschungen nicht. Auch Vorgesetzte behandeln Mitarbeiter gelegentlich unfair, dabei sollte man doch eigentlich davon ausgehen können, dass sie solches Verhalten als beruflich Höhergestellte nicht nötig hätten.
Die Gründe dafür sehen Psychologen unter anderem in impliziten und expliziten Selbstwertgefühlen: Im Gegensatz zu expliziten Selbstwertgefühlen sind uns die impliziten nicht bewusst. Es kann also auch jemand, der nach außen und in seiner Selbsteinschätzung über ein starkes Selbstbewusstsein verfügt, tief in seinem Innern von Unsicherheit geplagt sein, die sich in spontanem unfairen Verhalten ausdrückt.
Wenn Sie als Vorgesetzter unfaires Verhalten unter Ihren Mitarbeitern registrieren, dann sollten Sie mit Ihrem Eindruck nicht hinter dem Berg halten. Es ist für alle Beteiligten wichtig, dass die Situation öffentlich verhandelt wird: Das Opfer steht nicht mehr alleine da, und der Täter muss sich vor anderen erklären.
Manchmal ist eine Entschuldigung des Täters beim Opfer notwendig, um die Situation zu entschärfen und eine weitere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Aber grundsätzlich sollten Sie beiden Seiten Hilfe anbieten, denn auch der Täter signalisiert durch sein Verhalten, dass ihm kein besserer Weg eingefallen ist, um sich zu äußern.

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