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Achtung Geheimcode! Zeugnis-Sprache richtig verwenden und deuten (Teil 2)

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Von Astrid Engel,

Hier geht es weiter mit den 8 wichtigsten Geheimcode-Tricks der Personalchefs, die sich in der Zeugnis-Sprache durchgesetzt haben. Die sollten Sie als Unternehmer unbedingt kennen, damit Sie bei einer Neueinstellung die Warnung hinter scheinbar wohlklingenden Formulierungen erkennen.

Hier geht es weiter mit den 8 wichtigsten Geheimcode-Tricks der Personalchefs, die sich in der Zeugnis-Sprache durchgesetzt haben. Die sollten Sie als Unternehmer unbedingt kennen, damit Sie bei einer Neueinstellung die Warnung hinter scheinbar wohlklingenden Formulierungen erkennen.


Geheimcode-Trick 4: Das Zeugnis mit Unbedeutendem beginnen

Wenn Sie mit Unbedeutendem anfangen, ist das ein Hinweis darauf, dass es bei den wirklich wichtigen Dingen gehapert hat.

Nehmen wir einen Dekorateur, der nur selten durch kreative Ideen glänzte. In dessen Zeugnis loben Sie zuerst einmal seine sorgfältige Arbeitsweise und den sparsamen Umgang mit teuren Materialien. Erst an dritter Stelle kommt der Hinweis darauf, dass er immer wieder brauchbare Vorschläge zur Schaufensterdekoration gemacht hat. Schon ist klar: Wahrlich zündende Deko-Ideen hat der Herr nicht gehabt!


Geheimcode-Trick 5: Positive Aussagen beschränken

Bei wirklich schlechten Mitarbeitern benutzen Sie zwar die vorgeschriebenen positiven Aussagen, schränken deren Gültigkeit aber ein, etwa durch folgende Geheimcode-Formulierungen:

"anfangs" bedeutet: später nicht mehr

"im Großen und Ganzen, insgesamt, im Wesentlichen, weitgehend ..." - all das bedeutet: nicht

"grundsätzlich" - aber es gab Ausnahmen

"teilweise" - nicht besonders oft

"im Rahmen seiner Möglichkeiten" - mit denen es nicht weit her war

"war willens" - aber es fehlte das Können

"zeigte Verständnis für seine Aufgaben" - aber erledigt hat er sie nicht

"bemühte sich" - aber er schaffte es nicht

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Geheimcode-Trick 6: Zeugnis im Passiv statt im Aktiv schreiben

Wann immer Sie Passiv (Leideform) statt Aktiv (Tatform) benutzen, ist dies ein Hinweis auf einen Mangel an Engagement, Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative. Geheimcode-Beispiele und was wirklich dahintersteckt:

"Ihm wurden die Aufgaben übertragen" - aber er erledigte sie nicht

"Sie wurde mit ... beschäftigt" - aber freiwillig ging sie nicht an die Arbeit

"Er wurde im Großen und Ganzen als Führungskraft akzeptiert." - ... aber er verfügte nicht über die nötigen Führungsqualitäten


Geheimcode-Trick 7: Negative Aussagen verneinen

Die Verneinung des Gegenteils klingt gut, ist aber im Zeugnis nicht als Lob gemeint. Auch dies ist ein Mittel, schlechte Mitarbeiter entsprechend zu beurteilen. Beispiele für den Geheimcode, und wie Sie ihn entschlüsseln:

"ohne Tadel" - aber einen Grund zum Lob gab es nicht

"erzielte nicht unbedeutende Erfolge" - aber auch keine bedeutenden

"steigerte den Absatz nicht unbeträchtlich" - aber verkaufte keine großen Mengen

"nicht ohne Geschick" - aber auch nicht mit Geschick

"die Zusammenarbeit verlief ohne Beanstandungen" - aber zufrieden waren wir nicht


Geheimcode-Trick 8: Wenn es nichts zu loben gibt, ist das Zeugnis kurz

Ein normales Zeugnis umfasst ein bis zwei Seiten. Ist das Zeugnis länger als 2,5 Seiten, lässt das den Rückschluss zu, dass es der Mitarbeiter selbst geschrieben hat. Fällt es deutlich kürzer als eine Seite aus, ist dies ein Hinweis darauf, dass Sie unzufrieden waren. Das gilt vor allem bei langjährigen Mitarbeitern.

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