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Ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Was tun, wenn sie rückdatiert ist?

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Von Astrid Engel,

Frage: Einer meiner Mitarbeiter ist erkrankt und brachte mir eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - allerdings eine rückdatierte. Da habe ich mich gefragt: Inwieweit muss ich als Arbeitgeber eigentlich eine rückdatierte Krankmeldung anerkennen?

Frage: Einer meiner Mitarbeiter ist erkrankt und brachte mir eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - allerdings eine rückdatierte. Da habe ich mich gefragt: Inwieweit muss ich als Arbeitgeber eigentlich eine rückdatierte Krankmeldung anerkennen? Meines Wissens sind es höchstens 2 Tage, und das auch nur in Ausnahmefällen. Stimmt das so?
Antwort: Erhalten Sie von einem Ihrer Mitarbeiter eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, dann müssen Sie diese zunächst einmal akzeptieren. Die Richtigkeit der Bescheinigung wird zunächst unterstellt.
Aber: Die Rechtsprechung zieht die Richtigkeit der Bescheinigung in Zweifel, wenn der Arzt den Beginn der Arbeitsunfähigkeit rückwirkend festsetzt - und zwar soweit die Rückwirkung 2 Tage übersteigt. So gesehen haben Sie also Recht. In einem solchen Fall sollten Sie übrigens die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung insgesamt anzweifeln, also nicht bloß den Zeitraum, der über die Rückwirkung von 2 Tagen hinausgeht.

Ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anzweifen: So gehen Sie vor

Sprechen Sie dazu zunächst mit Ihrem Arbeitnehmer. Kann er Sie nicht überzeugen, dass er wirklich erkrankt war, dann wenden Sie sich an den Medizinischen Dienst und lassen Sie die Arbeitsunfähigkeit überprüfen. Zudem können Sie überlegen, den Lohn für die zweifelhafte Fehlzeit einzubehalten.
Für das Schreiben/die E-Mail an die Krankenkasse bietet sich etwa folgende Formulierung an:
Musterformulierung:
Ihr Mitglied ..., geb. am ..., wohnhaft ...

Sehr geehrte Damen und Herren, Ihr oben bezeichnetes Mitglied ist bei uns beschäftigt und seit … arbeitsunfähig krank gemeldet. Uns liegt/liegen folgende ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung/ en vor: ...
(Ausstellender Arzt Datum Dauer der Krankschreibung)

Wir haben begründete Zweifel an der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Ihres oben genannten Mitglieds. Zu diesen Zweifeln veranlasst uns der Umstand, dass die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zurückdatiert wurde. Bitte überprüfen Sie den Sachverhalt.

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Auch das kommt immer wieder einmal vor: Ein Mitarbeiter meldet sich krank und legt im Laufe der Zeit "gelbe Scheine" von wechselnden Ärzten vor. Diese Bescheinigungen dokumentieren, dass er nacheinander lückenlos unter verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden leidet oder litt.
In solchen Fällen ist der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen "erschüttert". Das bedeutet insbesondere, dass der betroffene Mitarbeiter keine Lohnfortzahlung verlangen kann. Das ist ständige Rechtsprechung der Arbeitsgerichte (so z.B. LAG Hamm, Az. 18 Sa 721/03).
Praxistipp: Auch in solchen Fällen empfiehlt es sich, den Medizinischen Dienst der Krankenkassen einzuschalten, erst recht dann, wenn das eigene Verhalten des Mitarbeiters Ihr Misstrauen stärkt.

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