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Angehörige finanzamtssicher einstellen? Achten Sie auf ...

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Urheber: contrastwerkstatt | Fotolia

Von Astrid Engel,

Familienmitglieder in den eigenen Betrieb zu integrieren kann so manch einen Vorteil mit sich bringen. Beachten Sie jedoch die Anforderungen des Finanzamtes und diese aus nutzen zu können.

Die Einstellung von Angehörigen

Arbeitet Ihr Ehe- oder Lebenspartner, ein Kind oder ein Enkelkind in Ihrem Betrieb mit, kann das auf zweierlei Basis geschehen:

  1. als rein familiäre Hilfe - dann fließt kein Lohn und Sie müssen die Beschäftigung auch nicht sozialversicherungsrechtlich melden.
  2. Sie zahlen Lohn, den Sie wiederum als Betriebsausgabe absetzen - dann ist ein offizielles Beschäftigungsverhältnis nötig (Minijob oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung).

Den Status eines sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiters wünschen sich Angehörige oft gerade deshalb, weil sie dann kranken-, pflege-, arbeitslosen- und rentenversichert sind. Das hat dann einige handfeste Vorteile, unter anderem diese:

  • Der Angehörige ist (wieder) gesetzlich krankenversichert - und das für einen sehr geringen Betrag, wenn der Arbeitslohn in der Gleitzone knapp über der 400-Euro-Grenze liegt. Besonders wichtig ist das für Angehörige, die z. B. wegen zu hoher Mieteinnahmen oder Kapitaleinkünfte nicht familienversichert sein können.
  • Während des Mutterschutzes hat nur eine versicherungspflichtige Mitarbeiterin Anspruch auf Mutterschaftsgeld gegen ihre Krankenkasse.
  • Bei Arbeitsunfähigkeit gibt es Krankengeld, sobald Sie als Arbeitgeber das Arbeitsentgelt nicht mehr fortzahlen müssen.
  • Sollten Sie Ihren Angehörigen wieder entlassen, hat er - nach mindestens zwölf Monaten Beitragszahlung - Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Hat der Mitarbeiter die Wartezeit auf eine gesetzliche Rente noch nicht erfüllt, kann er die Lücke durch die Beschäftigung bei Ihnen schließen.

Damit Sie, Ihr Angehöriger und die Behörden sicher sein können, dass solche Ansprüche tatsächlich bestehen, wird der Status eines Angehörigen schon bei der Meldung der Neueinstellung geprüft. Sie erhalten hierzu einen Fragebogen, den Sie als Arbeitgeber ausfüllen müssen.

Die Mitarbeiter der Sozialversicherungsträger werden bei der Prüfung Ihrer Antworten vor allem auf Folgendes achten - sind diese Punkte erfüllt, bekommt Ihr mitarbeitender Angehöriger den Status "sozialversicherungspflichtig" zugebilligt:

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  1. Es muss ein schriftlicher Arbeitsvertrag existieren, den Ihr Unternehmen vom Inhalt und vom Umfang her auch mit jedem anderen Arbeitnehmer vereinbart haben würde.
  2. Der Mitarbeiter erhält das Entgelt, das auch andere vergleichbare Arbeitnehmer erhalten (würden).
  3. Der Mitarbeiter muss über ein eigenes Konto verfügen, auf das Sie das Gehalt überweisen.
  4. Das Arbeitsverhältnis muss so ausgestaltet sein, dass es einem Fremdvergleich standhält. Das bedeutet: Der Mitarbeiter muss weisungsgebunden arbeiten und seine Tätigkeit tatsächlich ausüben (er darf also nicht kommen und gehen, wie es ihm beliebt).
  5. Er muss statt einer fremden Arbeitskraft eingesetzt werden. Das heißt umgekehrt: Ihr Unternehmen benötigt für die anfallende Arbeit einen Ersatz, falls der Angehörige ausfällt.
  6. Sie müssen vom gezahlten Arbeitsentgelt Lohnsteuer entrichten.

Hält das Arbeitsverhältnis der kritischen Prüfung eines Sozialversicherungsträgers stand, haben Sie in aller Regel auch vom Finanzamt nichts mehr zu befürchten. Es erkennt Arbeitsverhältnisse mit Angehörigen nämlich als solche an, wenn sie rechtswirksam vereinbart und so gestaltet sind, wie dies auch sonst zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern üblich ist. Die wichtige Folge für Sie: Ihre Lohn- und Lohnnebenkosten sind dann absetzbar!

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