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Betriebsrat – Mitreden und Einfluss nehmen

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Urheber: Marco2811 | Fotolia

Von Redaktion BWRmedia,

Durch eine Mitgliedschaft im Betriebsrat ergeben sich Vorteile für den Arbeitnehmer. Vorausgesetzt es gibt einen Betriebsrat in dem Unternehmen, sind die Chancen auf eine Aufnahme generell gut.

Die Größe des Betriebsrats und die Entscheidungsbefugnisse hängen vom Betrieb ab. Wenn die Belegschaft zwischen einem und 20 Mitarbeitern besteht, reicht es, einen Mitarbeiter zu bestimmen, der die Vertretung der Kollegen vor dem Arbeitgeber übernimmt. Besteht das Unternehmen aus 51 bis 100 Mitarbeitern, sitzen im Betriebsrat fünf Personen.

Voraussetzungen für die Aufnahme in den Betriebsrat

Der Betriebsrat ist durch das Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Die Wahlen finden alle vier Jahre zwischen dem 1. März und dem 31. Mai statt. Ein Mitarbeiter, der im Betriebsrat sitzen will, muss mindestens sechs Monate in dem Unternehmen gearbeitet haben und darf nicht vorbestraft sein. Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer, leitende Angestellte oder Gesellschafter sind von der Betriebsratswahl ausgeschlossen.

Wählbar sind:

  • volljährige Auszubildende
  • Teilzeitkräfte
  • Außendienstmitarbeiter
  • Minijobber
  • Arbeitnehmer in Elternzeit

Wer sich als Kandidat aufstellen lassen möchte, benötigt Unterstützung. Zwar kann sich der Mitarbeiter selbst benennen, in der Regel müssen aber zwei wahlberechtigte Beschäftigte den Wahlvorschlag unterschreiben. Die Kandidatur muss zudem mehrere Wochen vor dem eigentlichen Termin feststehen.

Persönliche Voraussetzungen des Kandidaten

Der Kandidat sollte sich vor der Aufstellung überlegen, ob er für den Betriebsrat geeignet ist. Er sollte im Interesse seiner Kollegen handeln wollen und Lust haben, Verantwortung zu übernehmen. Auch ein gewisses Organisationstalent und wirtschaftliches Wissen ist von Vorteil. Er muss Fragestellungen zu juristischen Bereichen beantworten können und Gespräche führen, die unterschiedliche Interessen der Arbeitnehmer unter einen gemeinsamen Hut bringen. Zudem sollte er gegenüber neuen Herausforderungen offen sein und die Bereitschaft besitzen, sich in neue Thematiken einzuarbeiten. In einigen Fällen sind Kenntnisse über Datenschutzbestimmungen Unfallverhütungsvorschriften hilfreich.

Weiterbildungen zum Betriebsrat

Nicht alle Arbeitnehmer haben diese Kenntnisse, sie können sie aber lernen. Der Gesetzgeber hat in § 37 Betriebsverfassungsgesetzt (BetrVG) laut gesetze-im-internet.de vorgeschrieben, dass der Arbeitgeber in der Pflicht steht, dem Betriebsrat alle erforderlichen Ausbildungen zu gewähren und zu bezahlen. Er muss den Arbeitgeber für die erforderlichen Seminare von der beruflichen Tätigkeit freistellen und darf das Arbeitsentgelt nicht vermindern.

Für die Mitglieder des Betriebsrates sind die Fortbildungen nicht nur aufgrund der fehlenden rechtlichen Fachkenntnisse wichtig. Die Kollegen haben ihr Vertrauen und ihre Stimme gegeben und setzen bestimmte Erwartungen in das Betriebsratsmitglied. Sie sind Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte. Mit einer Weiterbildung verschaffen sich die Betriebsratsmitglieder nach Angaben von Poko das nötige Handwerkszeug, um die Tätigkeit verantwortungsvoll auszuüben. Der Betriebsrat darf über die benötigten Fortbildungen entscheiden.

Die Wahl zum Betriebsrat

Die Wahl ist geheim, der Wahlvorstand beaufsichtigt sie persönlich. Mitarbeiter dürfen nur wählen, wenn sie auf der Wählerliste stehen. Sie füllen den Wahlzettel aus und werfen ihn anschließend in die Wahlurne. Die Stimmen werden öffentlich ausgezählt, das Ergebnis in der Wahlniederschrift erstellt. Zum Schluss gibt der Wahlvorstand das Wahlergebnis bekannt.

Als Mitglied im Betriebsrat – die Aufgaben

Auf Mitglieder im Betriebsrat kommen verantwortungsvolle Aufgaben zu. Der Betriebsrat wacht über die Rechte der Arbeitnehmer und entscheidet auch bei einer Kündigung mit. Er nimmt an der Gestaltung von Arbeitsplätzen teil, kümmert sich um die Arbeitszeiten und die Einstellung von neuen Mitarbeitern, sorgt für die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen und gewährleistet die Einhaltung der Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter.

Wenn das Unternehmen wirtschaftlich schlecht dasteht, kann der Betriebsrat die Folgen für die Arbeitnehmer mildern und dafür sorgen, dass niemandem vorzeitig gekündigt wird. Bei Benachteiligung oder Mobbing ist er für die Kollegen da und unterstützt sie. Durch die Mitbestimmungsrechte kann er als Mitglied Verbesserungen durchsetzen und sich darum kümmern, dass die Arbeitnehmer gut informiert sind. Gleichzeitig stellt er als Betriebsrat einen Schnittpunkt zwischen Geschäftsleitung und Arbeitnehmer dar. Er ist ein fester Ansprechpartner und übermittelt das Feedback der Mitarbeiter an die Geschäftsleitung.

Persönliche Entwicklung als Betriebsratsmitglied

Das Gefühl, etwas bewegen zu können und Einfluss zu nehmen, ist für viele Betriebsratsmitglieder die größte Motivation. Auch für die persönliche Entwicklung ist die Mitgliedschaft im Betriebsrat von Vorteil. Man kann sich mit dem Chef auseinandersetzen und agieren statt zu reagieren. Das Mitglied lernt, mit Konflikten konstruktiver umgehen und seine Teamfähigkeit auszubauen. Die Tätigkeiten stärken das Selbstbewusstsein und fördern die Kommunikationsfertigkeiten. Durch die Weiterbildungen ergeben sich für den Betriebsrat neue berufliche Perspektiven. Er erweitert sein Fachwissen.

Betriebsratsmitgliedschaft erfolgt ehrenamtlich

Die Tätigkeit im Betriebsrat erfolgt ehrenamtlich. Der Arbeitgeber ist allerdings verpflichtet die Mitglieder unter Fortzahlung des Gehalts von ihrer beruflichen Tätigkeit zu befreien, wenn dies notwendig ist, damit die Mitgliedschaft nicht auf Kosten der eigenen Freizeit geht. Sollte eine Betriebsratssitzung aus irgendeinem Grund außerhalb der Arbeitszeit stattfinden, muss der Arbeitgeber den Mitgliedern einen Anspruch auf bezahlte Arbeitsbefreiung gewährleisten oder den Termin als Überstunden abrechnen.

Da das Amt des Betriebsrats freiwillig erfolgt, ist niemand gezwungen, die Aufgaben bis zum Ende der Amtszeit zu übernehmen. Wer innerhalb der vierjährigen Amtszeit ohne Angabe von Gründen sein Amt niederlegen will, kann das ohne rechtliche Folgen tun. Die Entscheidung ist unwiderruflich.

Die Kündigung eines Betriebsratsmitglieds ist in seltenen Ausnahmefällen möglich. Es muss ein wichtiger Kündigungsgrund vorliegen, zum Beispiel wenn das Mitglied die Amtspflichten verletzt.

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