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Arbeitsunfähigkeit: Hier brauchen Sie keine Entgeltfortzahlung zu leisten

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Von Astrid Engel,

Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter erkrankt, müssen Sie Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen leisten. Was viele Selbstständige nicht wissen: Das gilt aber nicht immer. In folgenden Fällen können Sie die Entgeltfortzahlung durchaus verweigern:

Wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter erkrankt, müssen Sie Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen leisten. Was viele Selbstständige nicht wissen: Das gilt aber nicht immer. In folgenden Fällen können Sie die Entgeltfortzahlung durchaus verweigern:

Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung nicht vorgelegt: Entgeltfortzahlung zurückhalten

Eine Ihrer Mitarbeiterinnen ist nicht zur Arbeit erschienen. Solange Sie keinen Nachweis darüber haben, dass Ihre Mitarbeiterin arbeitsunfähig ist, sind Sie nicht zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Sobald sie die Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung jedoch vorlegt oder ihre Arbeitsunfähigkeit anderweitig belegt, müssen Sie auch die zurückliegende Zeit vergüten.

Teilweise Arbeitsunfähigkeit: volle Entgeltfortzahlung

Könnte Ihre Mitarbeiterin noch einen Teil Ihrer Arbeit verrichten, gilt sie trotzdem als arbeitsunfähig. Sie sind zur vollen Entgeltfortzahlung verpflichtet. Sie können beispielsweise von Ihrer Mitarbeiterin nicht verlangen, nur noch Telefondienst zu erledigen, weil sie aufgrund eines gebrochenen Armes keine Kunden bedienen kann. (Mit deren Einverständnis ist das möglich, jedoch bei voller Vergütung.)

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Selbst verschuldete Krankheit: keine Entgeltfortzahlung

Hat ein Mitarbeiter seine Arbeitsunfähigkeit durch grob fahrlässiges Verhalten selbst verschuldet, sind Sie nicht zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Beispiele: Ihr Mitarbeiter

  • hat Sicherheitsvorschriften grob fahrlässig missachtet,
  • hat eine Schlägerei provoziert,
  • war bei einem Verkehrsunfall betrunken oder hatte den Sicherheitsgurt nicht angelegt,
  • wurde nach einer Entziehungskur rückfällig,
  • hat sich ärztlichen Weisungen widersetzt.

Arbeitsunfähigkeiten wegen Schwangerschaftsabbruch, Sterilisation, künstlicher Befruchtung oder auch nach einem Selbstmordversuch gelten jedoch nicht als selbst verschuldet.

Arbeitsunfähigkeit vorgetäuscht: keine Entgeltfortzahlung

Hat ein Mitarbeiter eine Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht, brauchen Sie selbstverständlich keine Entgeltfortzahlung zu leisten. Allerdings brauchen Sie Beweise für die Täuschung, zum Beispiel:

  • Eine Mitarbeiterin hat ihre Arbeitsunfähigkeit angekündigt, nachdem Sie ihr Urlaub verweigert haben, oder
  • das Verhalten des Mitarbeiters steht krass im Widerspruch zur Krankschreibung (beschwerliche Reisen oder Nebentätigkeiten).

Wichtig: Es genügt jedoch nicht, wenn Sie die Mitarbeiterin mehrmals nicht zu Hause angetroffen haben oder das Arbeitsverhältnis vor der Krankschreibung gekündigt wurde. Im Zweifel sollten Sie deshalb den Medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Das ist beispielsweise auch möglich, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter

  • auffällig häufig am Anfang oder Ende der Woche oder an Brückentagen krank ist oder
  • seine Ärzte auffällig häufig wechselt.
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