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Arbeitszeugnis: Mitarbeiter will bessere Benotung gerichtlich durchsetzen. Mit Erfolg?

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Der Fall: Ein Mitarbeiter kündigte nach 10 Monaten sein Arbeitsverhältnis und bat seinen Arbeitgeber um ein Arbeitszeugnis. Mitarbeiter, die jederzeit hervorragende Leistungen erbringen, können durch ihre Arbeitgeber mit der Formulierung  "stets zur vollsten Zufriedenheit" , also einer Note 1, bewertet werden.
So sah der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter in diesem Fall aber nicht. Er stellte ihm nur ein Zeugnis mit einer durchschnittlichen Beurteilung aus. Damit war der Mitarbeiter nicht zufrieden. Er wollte in seinem Zeugnis die Note 1 stehen sehen.
Der Arbeitgeber verweigerte dem Mitarbeiter diese Benotung mit der Begründung, der Mitarbeiter habe diese Leistung nicht erbracht. Daraufhin erhob der Mitarbeiter Klage. Wie, glauben Sie, entschieden die Richter in diesem Fall? Kann ein Mitarbeiter eine bessere Benotung vor Gericht durchsetzen?
So urteilte das Landesarbeits gericht (LAG) Rheinland-Pfalz: Es wies die Zeugnisberichtigungsklage ab.
Begründung: Zwar hatte der Mitarbeiter eine verantwortungsvolle Aufgabe inne. Dieser Umstand ist aber noch kein Indiz für eine besondere Leistung. Der Mitarbeiter konnte keine Umstände nachweisen, die eine mehr als durchschnittliche Beurteilung rechtfertigen würden (LAG Rheinland-Pfalz, 07.03.07, Az.: 7 Sa 992/06).

Beurteilung im Arbeitszeugnis: Mitarbeiter muss überdurchschnittliche Leistungen beweisen können


Das sollten Sie wissen: Will ein Mitarbeiter in seinem Arbeitszeugnis eine überdurchschnittliche Leistungsbeurteilung erreichen, muss er im Streitfall die Tatsachen beweisen, aus denen sich eine bessere Beurteilung ergeben soll.
Andersherum: Angenommen, der Chef benotet die Leistung als "unterdurchschnittlich" im Arbeitszeugnis. Mitarbeiter, die dagegen vorgehen wollen, haben gute Karten, denn der Chef muss beweisen, dass der Mitarbeiter nicht einmal durchschnittlich gearbeitet hat (Bundesarbeitsgericht, 14.10.03, Az.: 9 AZR 12/03).
Tipp: Als gute und gehobene Durchschnittsnote sieht das Bundesarbeitsgericht die Beurteilung: "stets zur vollen Zufriedenheit" (= Note 3) an. War die Leistung des Mitarbeiters nicht besonders gut, ist Ihr Chef immer auf der sicheren Seite, wenn er dem Mitarbeiter im Arbeitszeugnis eine durchschnittliche Leistung (= Note 3) attestiert. Dann muss nämlich der Mitarbeiter beweisen, besser gewesen zu sein - gerade bei kurzen Beschäftigungszeiten meist ein hoffnungsloses Unterfangen.

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