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Arbeitszeugnis: Zwischen den Zeilen lesen

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Von Astrid Engel,

Bei der Auswahl eines neuen Mitarbeiters sind die Arbeitszeugnisse der Bewerber eine wichtige Orientierungshilfe. Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses und sollte deshalb seine bisherigen Tätigkeiten einwandfrei dokumentieren können. Allerdings wird in den Beurteilungen selten Klartext geredet.

So interpretieren Sie das Arbeitszeugnis Ihres Bewerbers richtig

Auf folgende Punkte sollten Sie deshalb besonders achten:

  • Wird der Aufgaben- und Verantwortungsbereich des Bewerbers im Arbeitszeugnis konkretisiert? Sind individuelle Stärken aufgeführt? Wenn statt dessen nur allgemeine Floskeln verwendet werden, heißt das oft: Der Bewerber ist eher durchschnittlich, hat keinen besonderen Einsatz gezeigt.
  • Wie lang ist das Arbeitszeugnis? Ausbildungszeugnisse oder Arbeitszeugnisse für einfache Positionen sollten ca. 1 DinA4 Seite lang sein. Für anspuchsvollere Positionen sind 1 1/2 angemessen . Arbeitszeugnisse für für Führungskräfte und für langjährige Mitarbeiter mit unterschiedlichen Funktionen können bis zu 3 DinA4 Seiten lang sein. Ein wesentlich kürzeres Arbeitszeugnis kann bedeuten, dass das Unternehmen mit dem Arbeitnehmer unzufrieden war oder ihn als unwichtig ansah.
  • Welche Begründung wird für das Ausscheiden genannt? Hinter einer „einvernehmlichen Trennung“ verbirgt sich oft ein Aufhebungsvertrag. Haken Sie nach. Unbedenklich ist dagegen die Formulierung „... verlässt uns auf eigenen Wunsch“.
  • Fehlen Danksagungen und Zukunftswünsche im Arbeitszeugnis? Ein Arbeitgeber, der das Ausscheiden eines Mitarbeiters nicht bedauert, sich nicht bedankt oder dem Arbeitszeugnis keine positiven Wünsche für die berufliche Zukunft anfügt, verhält sich extrem unhöflich. Möglicherweise ist er sehr verärgert und trennt sich im Streit von Ihrem Bewerber.
  • Liegt das Ende des Arbeitsverhältnisses deutlich später als das Ausstellungsdatum des End-Arbeitszeugnisses? In einem solchen Fall wurde der Bewerber vermutlich freigestellt oder beurlaubt. Fragen Sie nach den Gründen.

Bei der Interpretation eines Arbeitszeugnisses sollten Sie allerdings bedenken, dass der Aussteller selbst vielleicht nicht sattelfest im Arbeitszeugnis-Deutsch war. Gerade bei kleineren Firmen mit wenigen Mitarbeitern ist diese Gefahr gegeben. Oft lassen erst mehrere Arbeitszeugnisse eine eindeutige Tendenz erkennen. Erscheint bei einem Bewerber einer der genannten Punkte fraglich, sollten Sie dies in einem persönlichen Gespräch klären.

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