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Ausbildung: So motivieren Sie Angehörige der Generation Z

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Motivation
Urheber: drubig-photo | Fotolia

Von Martin Glania,

Junge Menschen, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, ticken anders als ihre Vorgängergenerationen. Die sogenannte Generation Z stellt besondere Ansprüche an den eigenen Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber. Genau darauf müssen Sie als Ausbildungsverantwortlicher sich einstellen – und die jungen Azubis zielgruppenorientiert motivieren.

Als Generation Z bezeichnet man die jungen Menschen, die ab dem Jahr 1995 geboren wurden. Die Angehörigen dieser Generation sind als sogenannte Digital Natives aufgewachsen und kennen die analoge Welt nur aus Erzählungen. Die Vorgängergeneration Y (die Pioniergeneration der digitalen Kommunikation) unterscheidet sich von der Generation Z dadurch, dass sie im frühen Jugendalter digital sozialisiert wurde. Die heutigen Auszubildenden haben die Phase der digitalen Sozialisierung mehrheitlich nicht mehr erlebt. Für sie ist die Welt seit ihrer Geburt digitalisiert.

Generation Z: Darauf sollten Sie sich einstellen

Die neuen Auszubildenden dieser Generation sind Teil einer vernetzten Online-Community, die 24/7 (24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche) existiert. Sie sind es gewohnt, digitale Informationen zu verarbeiten und nutzbringend einzusetzen. Entsprechend sind sie sehr gut mit Smartphones, Tablets und Notebooks ausgestattet. Daraus resultieren Fähigkeiten, die im Ausbildungsunternehmen nutzbringend eingesetzt werden können: Sie verfügen über schnelles Reaktionsvermögen, Innovationsbereitschaft und die Fähigkeit zu vernetztem Denken.

Auf der anderen Seite haben erste Erfahrungen gezeigt, dass die junge Generation Z vor allem auf private Zufriedenheit setzt und sich weniger über beruflichen Erfolg definiert. Der berufliche Ehrgeiz ist in vielen Fällen eher überschaubar bzw. davon abhängig, ob sich der junge Mensch in einer digitalen beruflichen Welt wiederfindet.

Diese Erwartungshaltung kommt auf Sie zu

Die heutige Generation der Auszubildenden erwartet von ihrem Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb - und damit von den Kollegen und Vorgesetzten - ernst genommen zu werden. Im Gegensatz zu mancher Vorgängergeneration sind es die jungen Menschen gewohnt, wichtige Entscheidungen selbst zu treffen. Das hat die heutige Generation der Ausbilder und Führungskräfte erst im Laufe des Berufslebens gelernt.

Mit finanziellen Anreizen kommen Sie bei der Generation Z nur bedingt weiter. Das Gehalt steht häufig nicht im Vordergrund - ebenso wenig der berufliche Status. Wichtig sind hingegen das Betriebsklima, ein angenehmes Arbeitsumfeld, Selbstverwirklichung und der Spaß am Beruf.

Das sind die Werte der Generation Z

Damit stellt sich die Frage nach den Werten und Gefühlen der Angehörigen der Generation Z. Nur wer diese kennt, wird die richtigen Folgerungen im Hinblick auf die Motivation seiner Auszubildenden ziehen können.

Werte und Gefühle:

Persönliche Entfaltung

Es ist wichtig, dass Auszubildende gute Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten haben. Das schließt einen unbefristeten Vertrag nach der Ausbildung, Abwechslung und Selbstbestimmung im Berufsalltag sowie ein begrenztes Maß an Entscheidungskompetenz bereits in der Ausbildung mit ein.

Digitalisierung

Das Ausbildungsunternehmen sollte von Beginn an signalisieren, dass es in der digitalisierten Welt zu Hause ist. Darüber hinaus müssen Unternehmen, die junge Menschen beschäftigen, Verständnis für Aktivitäten in sozialen Netzwerken haben. Ein Social-Media-Verbot im Unternehmen ist daher ein No-Go, wenn man die Generation Z begeistern will.

Echte Work-Life-Balance

Der Begriff Work-Life-Balance hat sich mittlerweile abgenutzt, da er von vielen Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern verwendet wird, sich in der Praxis aber zu wenig widerspiegelt. Nur wer beispielsweise flexible Arbeitszeiten bietet und Kompromissbereitschaft bei Urlaubstagen zeigt, demonstriert Verständnis für die Freizeitgestaltung und damit für Erholungsphasen.

Flexibilität

Noch weiter geht ein Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber, der Modelle wie Homeoffice und Office-Sharing praktiziert. Feste Arbeitsplatzzuweisung ist der Generation Z vergleichsweise unwichtig.

Markenbewusstsein

Die Arbeitgebermarke spielt bereits bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs eine wichtige Rolle. Anders als bei der Vorgängergeneration ist in diesem Zusammenhang nicht mehr das Renommee eines Unternehmens ausschlaggebend. Die Generation Z achtet vielmehr auf Online-Rankings sowie Bewertungen im Internet.

 

Aus den Erwartungen, Vorstellungen und Werten der Generation Z ergeben sich 5 Motivations-Faktoren, an denen Sie ansetzen sollten:

Motivator 1: Flexibilität

Da viele Auszubildende in der Lage sind, selbstständig Entscheidungen zu treffen, kommt ihnen eine hohe Flexibilität des Ausbildungsbetriebs und späteren Arbeitgebers zugute. Junge Menschen, die einen Arbeitsauftrag erhalten und denen es überlassen ist, den Weg zur Erreichung eines bestimmten Ziels selbst festzulegen, sind auf flexible Strukturen angewiesen. Das gilt beispielsweise für die Teilnahme an Besprechungen oder Außendienstterminen. Wer in solchen Dingen zu starre Regeln festlegt, nutzt das Potenzial von Auszubildenden, die selbstständig denken und handeln, nicht aus.

Urlaubswünsche ernst nehmen

Die Flexibilität zeigt sich zum Teil auch in sehr einfachen Dingen - beispielsweise, wenn es um die Genehmigung von Urlaub geht. Natürlich können Sie einen Azubi nicht an einem Berufsschultag vom Unterricht befreien. Aber wenn es um Arbeitstage im Ausbildungsbetrieb geht, sollten Sie sich flexibel zeigen. Auch wenn innerhalb der Probezeit der dringende Wunsch eines Auszubildenden, einen einzelnen Tag Urlaub zu nehmen, an Sie herangetragen wird, schließen Sie das nicht aus. Entscheiden Sie individuell und damit azubi- bzw. freizeitorientiert.

Auszubildende, die von Beginn an Flexibilität und Mitarbeiterorientierung spüren, fühlen sich wohl und bleiben dem Ausbildungsbetrieb lange erhalten. Das ist in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiger Faktor, um als Unternehmen erfolgreich zu sein.

Motivator 2: Technologieorientierung

Die Generation Z ist für eine moderne Kommunikationstechnologie zu begeistern. Sie hat wenig Verständnis dafür, wenn das Unternehmen das Marketingpotenzial, welches ihm Facebook & Co. bieten, nicht nutzt. Viele Auszubildende würden gerne beratend oder gestalterisch tätig sein, um die heute existenten technologischen Möglichkeiten der Kommunikation nach außen und nach innen zu verbessern. Sie kennen sich einfach aus. Gerade im Hinblick auf das Ausbildungsmarketing in sozialen Netzwerken sind Auszubildende eine große Hilfe.

Auch die Modernität der Hardware kann motivierend und abschreckend wirken. Ein modern gestalteter Arbeitsplatz wirkt auf leistungsorientierte Auszubildende und Mitarbeiter wie ein Magnet. Wer eine moderne Infrastruktur nutzen kann, kommuniziert das gerne nach außen und ist stolz darauf. Das hat gleich 2 positive Effekte: Zum einen erhöht sich die Bindungskraft zwischen Azubi und Ausbildungsbetrieb. Zum anderen wird der Ruf als modernes Unternehmen nach außen getragen. Schon aus diesen Gründen macht es Sinn, den jüngsten Mitarbeitern nicht die älteste Hardware zur Verfügung zu stellen. Motivieren Sie Ihre jüngsten Mitarbeiter vielmehr durch einen modern ausgestatteten Arbeitsplatz.

Motivator 3: Moderne Kommunikationskultur

Abgesehen von der technischen Ausstattung sollte die Kommunikation im Unternehmen offen und modern sein. Dies wird beispielsweise durch flache Hierarchien und die Beteiligung von Auszubildenden an Entscheidungsprozessen gefördert. Viele junge Azubis sind selbstbewusst und tauschen sich auch gerne mit Vorgesetzten aus. Wenn Sie dieses Potenzial bei Ihren Auszubildenden erkennen, dann fördern Sie es. Eine Kultur, in der Kritik und Anregungen "von unten" als positiv empfunden werden, wirkt motivierend.

Ebenso müssen Auszubildende bereit sein, selbst Kritik einzustecken. Dies erreichen Sie durch eine intensiv gelebte Feedback-kultur. Die Digital Natives sind es gewohnt, schnelles Feedback zu erhalten. Nutzen Sie das und geben Sie Ihren Auszubildenden ebenfalls zügig Rückmeldung. Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, dann tun Sie es mit diesem Grundsatz: Kritik an der Arbeit und der Einstellung zur Ausbildung ist erlaubt - jedoch keine Kritik am Auszubildenden selbst.

Motivator 4: Positive Anerkennungskultur

Mitarbeiterorientierte Kommunikation und ein schnelles Feedback schließen eine moderne Anerkennungskultur ein. Wer eine herausragende Leistung erbringt, der sollte anerkannt und eventuell belohnt werden. Dabei sollten monetäre Aspekte gerade bei Auszubildenden eine untergeordnete Rolle spielen. Belohnen Sie lieber dadurch, dass Sie einzelne Auszubildende in wichtige Projekte einbinden oder sie kleine Projekte sogar selbst leiten lassen. Dies wirkt hoch motivierend auf junge Menschen.

Motivator 5: Angemessene Sicherheit

Nicht zu vergessen ist ein klassischer Wert, der für Motivation sorgt: Auch die Generation Z möchte ein gewisses Maß an Sicherheit haben, um optimistisch in die Zukunft schauen zu können. Schließlich sind manche dieser jungen Menschen mit wirtschaftlichen oder politischen Unsicherheiten aufgewachsen. Das führt zu einem steigenden Bedürfnis nach Sicherheit.

Auszubildende sollten sich daher unbedingt auf Versprechungen ihres Ausbildungsbetriebs verlassen können. Zusagen, die nicht eingehalten werden, wirken abschreckend. Das gilt ebenso für Intransparenz. Handeln und entscheiden Sie daher stets so transparent, dass Auszubildende Ihre Verhaltensweisen verstehen.

Vertrauen als hohes Gut

Durch Transparenz und nachvollziehbares Handeln werden Ihre Auszubildenden Vertrauen in ihren Ausbildungsbetrieb und potenziellen Arbeitgeber gewinnen. Dieses Vertrauen ist die Basis für eine langfristige und motivierende Zusammenarbeit. Nur in einer vertrauensvollen Zusammenarbeit sind flexible Arbeitszeiten und -orte sowie der Umgang mit technologischer Hardware möglich. Bauen Sie daher konsequent und zielgerichtet Vertrauen auf.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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