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Azubi-Außenseiter: Wann Ihr Eingreifen gefragt ist

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Wenn mehrere Azubis in einem Betrieb beschäftigt sind, haben diese meist guten Kontakt untereinander. Insbesondere ihre Pausen verbringen Auszubildende oft gemeinsam. Hier lassen sich immer Azubi-Grüppchen entdecken: in der Kantine, beim gemeinsamen Eis-Essen oder einfach in lustiger Runde auf dem Firmengelände.

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass manche Auszubildende daran selbstverständlich teilhaben, andere – in der Regel eine Minderheit – darauf weniger Wert legen. Wenn manche Auszubildende in der Mittagspause also lieber lesen oder einen ruhigen Spaziergang alleine vorziehen, dann ist das noch kein Grund zur Sorge.
Allerdings sollten Sie als Ausbildungsverantwortlicher im Blick behalten, ob sich ein Auszubildender freiwillig von der Gruppe abgrenzt, oder ob seine Alleingänge eher eine Reaktion auf das Verhalten der „Gruppe“ darstellen. Denn: Der Übergang von selbst gewählter Distanz zum Mobbing ist fließend. Und Azubi-Meinungsführer, die das Ansehen eines anderen Azubi öfter mal schmälern, sind sich der Konsequenzen meist nicht bewusst. Für Sie sollte allerdings klar sein: Hier wird Ihr Eingreifen erforderlich.

Daran erkennen Sie, dass ein Azubi von anderen ausgegrenzt wird

  • Der Auszubildende tritt nicht nur häufig isoliert auf, sondern scheint mit seiner Situation auch unzufrieden zu sein. Möglicherweise äußert er das Ihnen gegenüber auch.
  • Die Leistungsfähigkeit und Motivation des Auszubildenden haben abgenommen.
  • Der Azubi beteiligt sich immer weniger aktiv in betrieblichen Veranstaltungen. Das war früher nicht so.
  • Sie bekommen mit, dass sich andere Auszubildende über den ausgegrenzten Azubi negativ äußern oder dass sie sich über ihn lustig machen.
  • Der Azubi wird zum Opfer von schlechten „Scherzen“. Mal verschwinden seine Ausbildungsunterlagen und mal ist sein Fahrrad platt. Vorsicht! Geschieht so etwas auffällig häufig und trifft es nur diesen einen Azubi, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Mobbing.

Entwickelt sich eine solche Situation, dann hat das in der Regel 2 Ursachen. Zum einen sehen Gleichaltrige möglicherweise im Verhalten des Azubis einen Anlass, sich ausgrenzend zu verhalten. Zum anderen ist auf der anderen Seite nachzuforschen: Wer grenzt aktiv aus? Wer treibt das voran? Wo liegen hier (charakterliche) Defizite?

 

Mit allen Seiten Gespräche führen

Schritt 1: Informieren Sie sich. Um die Situation richtig einschätzen zu können, ist es ratsam, eine kompetente Person hinzuzuziehen. Vielleicht gibt es ja unter Ihren Auszubildenden eine besonders vertrauenswürdige Person, die die Lage einschätzen kann. Oder in der aktuellen Einsatzabteilung gibt es einen Mitarbeiter, der den Azubi gut kennengelernt hat. Auf jeden Fall sollten Sie die soziale Situation möglichst gut einschätzen können, bevor Sie in Einzelgespräche gehen.
Schritt 2: Sprechen Sie mit dem betroffenen Azubi darüber. Bitten Sie den Auszubildenden zu einem Gespräch unter vier Augen und finden Sie heraus, wie schlecht es dem Auszubildenden wirklich geht. Sagen Sie ihm zunächst – falls angemessen – wie zufrieden Sie mit ihm sind. Fragen Sie aber auch danach, inwieweit der Auszubildende mit seiner Ausbildungssituation zufrieden ist. Deuten Sie notfalls auch an, was Sie beobachtet haben. In der Regel genügt dies schon als „Türöffner“. Zeigt sich der Auszubildende eher verschlossen, dann signalisieren Sie ihm:

  1. Sie sind für seine Hinweise jederzeit empfänglich.
  2. Sie sind für ihn da, wenn es Probleme gibt.

Schritt 3: Stellen Sie den möglichen Ausgrenzer „zur Rede“. Wird (oder fühlt sich) der Azubi tatsächlich aktiv ausgegrenzt, dann müssen Sie das Gespräch mit demjenigen suchen, der ihn zum Außerseiter macht. Legen Sie offen dar, was Sie beobachtet haben und hören Sie sich in Ruhe an, was er dazu sagt. Bestätigt sich, dass hier die Hauptursache des Problems liegt, dann müssen Sie sehr deutlich werden.

Wenn auch der „Täter“ ein Azubi ist

Machen Sie dem ausgrenzenden Azubi klar, dass Sie bzw. Ihr Unternehmen solche Verhaltensweisen nicht duldet. Kündigen Sie an, dass Sie die weitere Entwicklung ganz genau beobachten werden. Ein solches Gespräch sollte mindestens eine letzte Verwarnung sein. Für den Fall, dass bereits Gravierendes vorgefallen ist, was auch zu einem Schaden führte (z. B. Sachbeschädigung am Eigentum des Azubi-Kollegen) wäre auch eine Abmahnung angebracht.
Allerdings sollten Sie auch bedenken: Möglicherweise hat auch dieser Azubi den Schritt von der Schule in den Betrieb noch nicht mit allen Konsequenzen vollzogen. Machen Sie dann vor allem klar: Was auf dem Schulhof möglicherweise noch „durchging“, kann im Betrieb bereits als Mobbing bewertet werden. Und das kann letztlich die eigene Ausbildung gefährden.
Schritt 4: Beobachten Sie den Brennpunkt künftig ganz genau. Informieren Sie sich regelmäßig und führen Sie weitere Gespräche, um mögliche Fortschritte festzustellen bzw. hierzu Maßnahmen einzuleiten. Im Falle von Mobbing seien Sie unbedingt konsequent – auch in Bezug auf Abmahnung und Kündigung. So schützen Sie den gemobbten Auszubildenden – und das ist Ihre Aufgabe.

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