Gratis-Download

Die Fachkräfte von morgen sind Ihre Azubis! Leichter finden Sie in diesen Zeiten keine qualifizierten Mitarbeiter als im eigenen Nachwuchs. Denn: Nach...

Jetzt downloaden

Befristet übernehmen – mit oder ohne Sachgrund

0 Beurteilungen

Erstellt:

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, Auszubildende in ein befristetes Arbeitsverhältnis zu übernahmen. Die Befristung kann unkompliziert mit einem so genannten Sachgrund erfolgen. Oder recht flexibel ohne Sachgrund.

 

Der Gesetzgeber gibt Ihnen in § 14 Abs. 1 „Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge“ die Möglichkeit, mit dem Auszubildenden im Anschluss an die Ausbildung einen befristeten Arbeitsvertrag abzuschließen. Die vorangegangene Ausbildung stellt nämlich einen so genannten Sachgrund im Sinne des Gesetzestextes dar. Es gibt weitere Sachgründe, die Sie der Tabelle unten entnehmen können.
Grundsätzlich können Sie Auszubildende nach § 14 Abs. 2 „Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge“ aber auch ohne Sachgrund befristet einstellen. Das hat den Vorteil gegenüber der Befristung mit Sachgrund, dass diese Verlängerung innerhalb des gesamten Zeitraums bis zu 3-mal auf maximal 2 Jahre verlängert werden kann. Gerade, wenn der Arbeitsbedarf nur schwer auf mittlere und lange Sicht einzuschätzen ist, kann diese Variante Vorteile mit sich bringen, indem der Vertrag beispielsweise alle 6 Monate verlängert wird.
Die sachgrundlose Befristung ist laut Gesetzestext im § 14 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes aber nicht möglich, wenn der Beschäftigte bereits zuvor bei Ihnen beschäftigt war. Allerdings zählen Berufsausbildungen nicht zu Beschäftigungen im Sinne dieses Gesetzes. Insofern steht die Ausbildung einer befristeten Übernahme ohne Sachgrund nicht im Wege.

 

Übersicht: Befristete Übernahme mit und ohne Sachgrund

Befristung mit SachgrundSachgrundlose Befristung
... nach § 14 Abs. 1 Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge ... nach § 14 Abs. 2 Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge

Eine Befristung mit Sachgrund ist möglich, wenn

  1. der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht,
  2. die Befristung im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt,
  3. der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird,
  4. die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt (saisonale Gründe),
  5. die Befristung zur Erprobung erfolgt, was allerdings kaum möglich ist, wenn im entsprechenden Beruf bei Ihnen eine Berufsausbildung erfolgte,
  6. in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen (z. B. Arbeitnehmer wandert zu einem feststehenden Termin aus),
  7. der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet wird, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend beschäftigt wird oder
  8. die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruht.
Eine Befristung ohne Sachgrund ist möglich, wenn es innerhalb der letzten 3 Jahre kein Arbeitsverhältnis zwischen den Beteiligten gab. Auch kurzzeitige Beschäftigungen in diesem Zeitraum verhindern die Möglichkeit einer Befristung ohne Sachgrund. Eine Berufsausbildung darf allerdings während der letzten 3 Jahre stattgefunden haben.Ohne Sachgrund können Sie das Arbeitsverhältnis bis zu einer Dauer von 2 Jahren befristen; innerhalb dieser Zeit haben Sie die Möglichkeit, die Befristung des Arbeitsvertrages 3-mal zu verlängern. Damit können Sie theoretisch alle 6 Monate eine gesetzlich zulässige Verlängerung vornehmen.

Gerichtsurteil zur sachgrundlosen Befristung

Nach einem Gerichtsurteil des Bundesarbeitsgerichts (7 AZR 716/09 vom 6.4.2011) dürfen Sie in aller Regel einen ehemaligen Azubi auch dann ohne Sachgrund befristet einstellen, wenn er bereits vor der Ausbildung bei Ihnen gejobbt hat. Das war vorher nicht möglich, denn eine solche Beschäftigung galt bislang durchaus als Hinderungsgrund für eine sachgrundlose Befristung.

Hintergrund des Gerichtsurteils: Im Gegensatz zur vorherigen Rechtsprechung des Bundearbeitsgerichts hat der 7. Senat nunmehr entschieden, dass es durchaus eine Rolle spielt, wann der Mitarbeiter im Unternehmen schon einmal beschäftigt war. Liegt die Beschäftigung mehr als 3 Jahre zurück, dann steht einer befristeten Übernahme ohne Sachgrund nichts im Wege, so die obersten Arbeitsrichter.Unter Berücksichtigung, dass eine Ausbildung in der Regel 3 Jahre dauert, muss das Arbeitsverhältnis mehr als 3 Jahre zurückgelegen haben. Die frühere Beschäftigung ist somit laut dem Gerichtsurteil kein Hinderungsgrund mehr für eine befristete Übernahme ohne Sachgrund.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Ihr praxisnaher Informationsdienst für die tägliche Arbeit als Ausbilder bzw. Ausbildungsverantwortlicher

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

So machen Sie aus Ihren Azubis Vorzeige-Azubis!

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Sichern Sie sich jetzt Ihr gutes Recht als Arbeitgeber

NEU! Aller Anfang ist leicht! Das erste Azubi-Start-Paket mit dem WOW-Effekt!